Hauser: "Nicht ganzer Fokus auf Olympia"

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Biathletin Lisa Hauser stellt sich im Olympiawinter der Herausforderung, an ihre famose Vorsaison anzuknüpfen. Die Tirolerin ließ im Jänner und Februar einen Paukenschlag auf den nächsten folgen. Nach ihren ersten Podestplätzen und dem Premierensieg im Weltcup krönte sie sich im Massenstart auch noch zur ersten österreichischen Weltmeisterin. Als Draufgabe gab es WM-Silber in der Verfolgung und mit der ÖSV-Mixedstaffel sowie die kleine Kristallkugel für die Einzelwertung.

Ab kommender Woche wird sich herausstellen, ob es für die 27-Jährige in dieser Tonart weitergeht. "Natürlich ist es heuer schon eine andere Situation, das ist mir während des Sommers bewusst geworden. Dass ich vom Gefühl her anders starten werde, vom Druck her. Ich bin gespannt, wie es mir damit gehen wird", umschreibt sie ihre veränderte Ausgangslage.

Körper "will wieder Rennen laufen"

Wenige Tage vor der Abreise zum Auftakt nach Schweden sei sie aber noch sehr entspannt. "Ich freue mich, dass es wieder losgeht. Der Sommer war richtig lange, irgendwann sagt der Körper, ich will wieder Rennen laufen. Ich bin jetzt noch relativ gechillt. In einer Woche wird es sicher anders mit der Anspannung." Die Einordnung, wo man im Vergleich mit der Konkurrenz stehe, gestalte sich wie immer vor Saisonbeginn schwierig. "Das Gefühl ist gut. Ich glaube, dass es vom Niveau her schon passen müsste."

Sollte diese Einschätzung zutreffen, ist wohl wieder mit ihr zu rechnen. Die sieben erreichten Podestplätze verleihen jedenfalls Zuversicht. "Ich habe in jeder Einzeldisziplin ein Stockerl erreicht, das gibt mir Selbstvertrauen. Egal welches Rennen, ich kann aus eigener Kraft eine gute Platzierung machen." Eine solche wäre für sie zum Auftakt bereits ein Top-15-Ergebnis. Im Laufe des Winters darf es freilich deutlich mehr sein. "Natürlich möchte ich wieder aufs Podium laufen. Ich kann jetzt aber nicht beurteilen, ob es im November, Dezember, Jänner oder März sein wird."


(Text wird unter dem Video fortgesetzt!)

Mehr Konstanz am Schießplatz

In der Vorbereitung setzte sie mit ihren Trainern Markus Fischer und Gerald Hönig auf Bewährtes. "Das Augenmerk war, dass ich probiert habe, läuferisch auf dem Niveau zu bleiben. Ich habe nicht großartig was Neues versucht." Sie hofft aber auf mehr Konstanz am Schießstand. Denn zuletzt hat sie nur im Jänner und Februar die nötigen Höchsttrefferquoten abgeliefert. "Ich habe den Höhepunkt super erwischt, aber im Dezember und am Saisonende bin ich unsicherer gewesen. Heuer will ich probieren, besser reinzustarten."

"Ich genieße es, mich in Österreich vorzubereiten. Es gab weniger Reisestress, die Tage sind länger als in Skandinavien. Das gibt mir sehr viel Kraft, von den Verhältnissen und auch von der Höhenlage her ist es perfekt. Und auch das heimische Essen tut gut."

Lisa Hauser über die Vorteile heimischer Trainingslager


Auch das im Gegensatz zu anderen Jahren in Obertilliach gewählte Trainingslager hat geholfen. "Ich genieße es, mich in Österreich vorzubereiten. Es gab weniger Reisestress, die Tage sind länger als in Skandinavien. Das gibt mir sehr viel Kraft, von den Verhältnissen und auch von der Höhenlage her ist es perfekt. Und auch das heimische Essen tut gut."

Gipfeln soll ihr Erfolgslauf idealerweise auch in einer Olympia-Medaille, doch daran denkt Hauser noch nicht. Schließlich ist auch ihre Trainingsplanung nicht zwingend auf den Höhepunkt im Februar ausgelegt, das Zauberwort heißt vielmehr Konstanz. "Mein ganzer Fokus ist nicht auf Olympia gesetzt, ich will von Ende November bis März gute Rennen machen. Und ich möchte schon bei den ersten Stationen gute Platzierungen machen".

Staffel-Podest als nächster Meilenstein

Trotzdem ist ein Spitzenresultat im Gesamtweltcup nicht unbedingt ein Thema. Darüber könne man sich im Februar noch Gedanken machen, so die Gesamtsechste von 2020/21. Voraussetzung dafür sei sowieso, dass man gesund durchkomme. Bezüglich der damit verbundenen Corona-Situation hofft Hauser auf baldige Normalität und die Rückkehr der Fans. Im Vordergrund stehe aber selbstverständlich die Gesundheit und der Schutz der Allgemeinheit. "Ich würde es traurig finden, wenn es keine Zuschauer geben würde, aber Priorität hat die Gesundheit aller Menschen."

In den kommenden Monaten will sie auch in Teambewerben anschreiben. Ein diesbezügliches Traumziel ist ein Podestplatz mit der Frauenstaffel. Stolz auf ihre Pionierarbeit ist Hauser aber schon jetzt. "Ich glaube, dass wir im Damen-Biathlon viel Aufbauarbeit geleistet haben. Es macht einen schon stolz, wenn man bei allen historischen Ereignissen, was Biathlondamensport betrifft, dabei war."

Textquelle: © APA Zum Seitenanfang »

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