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Superliga startet gleich mit mehreren Meister-Kandidaten

Startschuss in die Basketball-Saison. Am Sonntag geht's schon um den ersten Titel. Warum das Supercup-Duell Gmunden gegen Vienna kein Finals-Preview sein muss.

Superliga startet gleich mit mehreren Meister-Kandidaten Foto: © GEPA

Dass in der win2day Basketball Superliga bereits in der ersten Runde der Saison ein Titel vergeben wird, ist außergewöhnlich. Dass es dafür nur einen Sieg braucht ebenso. Dennoch galt der sogenannte Supercup in der Vergangenheit als erster Indikator für die Machtverhältnisse in der Liga.

Im Vorjahr etwa legten die Gmunden Swans mit einem knappen Sieg gegen den damaligen Titelverteidiger BC Vienna los. Das spannende Duell der beiden Top-Klubs prägte die restliche Saison, wobei sich die Oberösterreicher nach einer überragenden Spielzeit schlussendlich ebenfalls die Meisterschaft sicherten. Dass diese Bundeshauptstädter und die Schwäne dieses Jahr erneut den Ton angeben, ist aber keineswegs ausgemacht. Fünf Aspekte, die die neue Saison prägen:

Der Meistertitel ging zuletzt an Gmunden. Zur neuen Saison ist das Rennen völlig offen.
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Der Titelverteidiger

Die Mannschaft vom Traunsee hat im Vorjahr Supercup, Cup und Meistertitel abgeräumt. Auch international haben die Swans in der Champions League eine tolle Figur gemacht. Eine nahezu ideale Legionärsauswahl spielte bei diesen Erfolgen eine große Rolle. MVP Urald King und Co. sind allerdings weitergezogen, weshalb Swans-Manager Richard Poiger dem Team eine Verjüngungskur verpasste und bereits ankündigte, dass „der Titelgewinn diesmal wesentlich schwieriger wird.“ Da Erfolgscoach Anton Mirolybov und Spielmacherlegende Daniel Friedrich aber weiter an Bord sind, werden die Gmundner aber dennoch jene Truppe sein, die es zu schlagen gilt.

Die Verfolger

Mit einem jüngeren Kader gehen am Sonntag auch die erfolgsverwöhnten Wiener an den Start. Sie hatten 2022/23 vier Titel angepeilt, sind jedoch an vorbeigeschrammt. Zusätzlich muss Vienna den Abgang von Enis Murati Richtung 3x3 verkraften. Da Stammspieler wie Bogic Vujosevic und Jozo Rados gehalten wurden, ist Vienna – zumindest am Papier – aber weiterhin Gmundens Herausforderer Nummer eins. Auch weil BC mit dem neuen Head Coach Hrvoje Radanovic in der Preseason eine sehr gute Figur machte. Diese machten die Oberwart Gunners aber ebenso. Speziell bei den US-Legionären dürften sie im Sommer ein gutes Händchen bewiesen haben und dementsprechend heiß auf den ersten Meistertitel seit 2016 sein. Chancen darauf dürfen sich aber auch die Flyers Wels und UBSC Graz machen, die nach starken Auftritten in der Vorsaison im Sommer mit einigen Transferkrachern aufhorchen ließen.

Chris Ferguson (li.) und Renato Poljak spielen ab sofort nicht mehr gegeneinander.
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Die Top-Transfers

Ganz oben auf der Liste stehen hier sicher die Welser, die mit Renato Poljak (Oberwart) und Chris Ferguson (St. Pölten) zwei direkten Konkurrenten Top-Inside-Spieler weggeschnappt haben. Eine spannende Entwicklung bei den Oberösterreichern, die mit Stars wie Davor Lamesic und Tilo Klette ja lange unglaubliche Qualität unter dem Korb hatten. Apropos Qualität in der Zone: Bei den oberösterreichischen Kollegen in Gmunden wird künftig der Kanadier Patrick Emilien mit seiner Athletik für Aufmerksamkeit in Korbnähe sorgen. Graz ist es gelungen – zusätzlich zu Superscorer Zach Cooks –, weitere starke Offensivspieler unter Vertrag zu nehmen. Und auch von Geheimfavoriten wie den Dukes oder Bulls hört man viel Positives, was die neuen Legionäre im Kader angeht. Einer, bei dem man sich hingegen schon ganz sicher sein kann, dass er seinem Team helfen wird, ist Big Man Ziga Fifolt. Der 2,11 Meter große Slowene stand bereits in der Vergangenheit im Timberwolves-Aufgebot und ist nun unter Neo-Teamchef Justin Schlünken zurück. Der neue Head Coach bremst nach dem Abgang von Jakob Lohr zu den Swans aber dennoch die Erwartungen: „Wir bieten unseren jungen Österreichern eine Bühne, um sich zu entwickeln und wollen uns von Spiel zu Spiel steigern.“

Die interessantesten Talente

Der gerade angesprochene Jakob Lohr wird ab Sonntag im Swans-Trikot auf Korbjagd gehen. Der nationalteamerprobte Alleskönner will beim Meister den nächsten Schritt machen. Dass das möglich ist, hat in den vergangenen Jahren etwa Bene Güttl bei den Schwänen bewiesen. Am meisten internationales Interesse wird aber wohl Shootingstar Aleksej Kostic im Lions Dome auf sich ziehen. Der Traiskirchner ist zu Saisonbeginn erst 17 Jahre alt, dürfte im Angriffsspiel der Löwen aber dennoch eine zentrale Rolle einnehmen. Mit Interesse werden die Fans auch den Wechsel von Nationalteam-Center Daniel Köppel zu den Gunners vernommen haben. Kann der 23-Jährige dort den nach Wels abgewanderten Pojak ersetzen und mit Teamkapitän Sebastian Käferle ebenfalls eines der gefährlichsten Duos der Liga bilden?

"Wir wollen im besten Fall nichts mit dem Abstieg zu tun haben."

Felix Jambor will, was alle wollen

Die Abstiegsgefährdeten

Basierend auf der vergangenen Saison müssen an dieser Stelle vor allem zwei Mannschaften genannt werden: Die letztjährigen Aufsteiger Panthers und Dragonz. Beide haben zwar eine solide erste BSL-Saison gespielt, mussten im Sommer bzw. der Vorbereitung aber Rückschläge verkraften. Bei den Fürstenfeldern zog es Riesentalent Fynn Schott nach Spanien. Die Eisenstädter mussten in einem Testspiel den Kreuzbandriss von Center Aristide Boya hinnehmen. Realistisch gibt sich dementsprechend Dragonz-Coach Felix Jambor bei der Zielvorgabe für die kommende Spielzeit: „Wir wollen im besten Fall nichts mit dem Abstieg zu tun haben.“


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