Thiem: "Für mich geht das Turnier jetzt los"

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Dominic Thiem bereitete sich am Samstag mit einer rund 70-minütigen Trainingseinheit vor den Augen von Boris Becker auf sein sonntägiges Achtelfinal-Duell bei den French Open mit dem Japaner Kei Nishikori vor.

Im Anschluss stellte sich der 24-jährige Niederösterreicher Fragen von Journalisten.

Der Weltranglisten-Achte hat bei Grand-Slam-Turnieren sieben Mal in Folge das Achtelfinale erreicht und will nun zum dritten Mal in ein Major-Viertelfinale - zum dritten Mal in Paris.

Thiem über...

... seine Verbesserung auf dem Platz, die ihm auch Boris Becker attestierte:

Das freut mich, aber trotzdem, es wäre auch etwas falsch gelaufen, hätte ich mich nicht verbessert. Ich habe ein ganzes Jahr hart trainiert, ich freue mich auch, dass andere Leute die Verbesserung sehen. Es ist einfach nötig, weil keiner schläft, weil alle Spieler extrem gut sind und sich voll verbessert haben das letzte Jahr."

... sein Gefühl vor dem Schlager gegen Nishikori:

"Super fühle ich mich, körperlich wirklich top fit. Die Schläge haben super gepasst, ich bin bereit für morgen. Die Zwischentage sind trotzdem wichtig, dass man anschwitzt und damit man gescheit in Form bleibt."

... Nishikori, der von Thiems Rückhand schwärmte:

(lacht): "Das ist für ihn einfach zu sagen, weil er selbst eine unfassbare Rückhand hat. Er wird jetzt keine Angst haben vor Rückhand-Cross-Duellen. Wir werden beide schauen, dass ich seine Rückhand vermeide und er meine Vorhand vermeidet. Es wird ein interessantes Spiel."

... seine nun immer mehr auch im Match gezeigten starken Trainingsleistungen:

"Es ist schon so, dass ich mich da extrem wohlfühle. Dass ich herkomme und ich weiß, dass ich immer gut spiele und ich trotzdem bei den großen Turnieren oder wenn es drauf ankommt meistens meine Leistung abrufe. So ist es auch jetzt, so war es in den ersten drei Matches. Mittlerweile geht für mich das Turnier jetzt los. Jetzt kommen die ganz großen Gegner, die Runden wo man hinwill, deshalb ist es auch nötig, dass ich die Trainingsleistungen ins Match umsetze."

... ob es nun "wunderbar normal" geworden ist, dass er ein Major-Achtelfinale erreicht hat:

"Mir ist es komplett egal. Vor ein, zwei Jahren war es schon noch eine Riesensache, aber jetzt will definitiv weiterkommen. In Australien war es eine große Enttäuschung wie ich rausgegangen bin, morgen wäre es das gleiche wieder. Es zählt natürlich nur der Sieg, vor allem in Paris, das ist eines der größten Jahreshighlights für mich, deshalb würde ein Achtelfinale nicht reichen."

... den Turnierverlauf im Vergleich zu 2017:

"Dieses Jahr habe ich schon eine schwerere Auslosung gehabt. Letztes Jahr Tomic am extrem absteigenden Ast (lacht) war sehr angenehm, dann Bolelli war ein bisserl schwierig, dann Steve Johnson, da habe ich gut gespielt. Ich glaube, dass ich besser spiele als im Vorjahr. Allerdings ist natürlich der Achtelfinalgegner (damals Horacio Zeballos, Anm.) um einiges größer dieses Jahr."

... den enormen Star-Rummel um Kei Nishikori in Japan und ob es nicht etwas schade ist, dass der österreichische Markt so klein ist?

"Ich glaube, dass der dort nicht auf die Straße gehen kann, das habe ich auch gehört. Da finde ich es schon angenehmer in Österreich, dass ich mich frei bewegen kann. Aber nein, er ist verdientermaßen ein absoluter Superstar, der größte Tennisspieler und wahrscheinlich einer der größten Sportler, die das Land je gehabt hat, deshalb ist es komplett gerechtfertigt."

... ob er sich langsam in ähnlichen Dimensionen im kleinen Österreich sieht?

(lacht) "Das beurteile nicht ich, sondern ihr (die Medien, Anm.) und die anderen Leute."

... das gestiegene Medieninteresse:

"Es wird schon mehr, weil sich ein paar mehr Leute interessieren, aber es ist alles okay und macht Spaß."

... dass Trainer Günter Bresnik auch gleichzeitig sein Manager ist:

"Das ist sicher ein Riesenvorteil. Erstens, weil wir uns seit 14 Jahren kennen, weil ich ihm endlos vertrauen kann. Das würde ich, wenn ich bei irgendeiner anderen Firma wäre, sicher nicht machen. Ich weiß, dass er nur das Beste für mich will. Das ist sicher ein Riesenvorteil, deshalb ist es eine sehr gute Konstellation."

... eventuelle Konflikte mit dem Coach:

"Sicher gibt es das, aber ohne die wird es nicht gehen. Das ist wie eine lange Ehe, die würde auch nicht überleben ohne Streitereien. Das muss sein."

... die ewigen Diskussionen um einen Mentaltrainer:

"Die ganzen Kritiken sind teilweise gerechtfertigt, teilweise auch mühsam, weil es doch stetig bergauf geht mit mir. Das sieht man im Ranking und auch in allen anderen Bereichen, deshalb ist da kein besonderer Handlungsbedarf. Natürlich ist ein mentaler Aspekt da im Tennis, aber ich gehe meistens gut damit um."

... ob er sich in den sozialen Medien auch teils böse Kommentare durchliest?

"Ich schaue alles an, meine Posts, die Kommentare teilweise. Dann kriege ich Kommentare nach dem Match, von Wettern vor allem. Ich nehme es nicht wirklich ernst."

... die sportliche Krise, die seine Freundin "Kiki" Mladenovic durchmacht und seine Rolle:

"Sicher, vor allem hier in Paris habe ich sie aufbauen müssen. Es ist für sie auch einfacher, weil ich sie ein bisschen trösten kann, weil es da schon extrem bitter war. Es ist ihr Heimturnier, ihr größtes Highlight, es war kein schlechtes Match. Bei den Frauen ist es nicht viel anders als bei den Herren, da kann auch jede von den 128 sehr gut Tennis spielen. Sie hat halt zur Zeit ein bisserl einen Anti-Lauf, aber das wird sich auch wieder umdrehen."

... ob denn nun beide manchmal Deutsch oder Französisch miteinander sprechen (beide lernen jeweils gerade die Sprache des anderen):

"Nein, Englisch ist die Hauptsprache."

... über die Möglichkeit, bei Freundin Mladenovic wohnen zu können:

"Der Vorteil ist, dass ich fünf Minuten Gehdistanz von der Anlage weg bin, das ist extrem angenehm. Man kann eine halbe Stunde länger schlafen in der Früh. Es gibt nichts Besseres, wenn man quasi zuhause wohnen kann, vor allem bei einem Grand Slam, der zwei Wochen dauert."

Textquelle: © LAOLA1.at

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