Anastasia Potapova hat am Samstag eindrucksvoll bewiesen, dass sie leistungstechnisch in der absoluten Tennis-Weltklasse angekommen ist.
Die 25-jährige ÖTV-Akteurin feierte mit einem 4:6,7:6(1),6:4-Erfolg über Titelverteidigerin Coco Gauff bei den French Open einen ihrer größten Matchsiege und darf zurecht von mehr als nur ihrer Premieren-Teilnahme an einem Major-Viertelfinale träumen.
Dieses gilt es im "Anna-Duell" mit ihrer früheren Landsfrau Anna Kalinskaja zu erreichen.
Auf Sand läuft es für Potapova wie geschmiert. Auf den Finaleinzug beim Heimturnier in Linz sowie dem Halbfinale in Madrid und Achtelfinale in Rom bei zwei WTA-1000-Events folgte nun die zweite Achtelfinal-Teilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier nach Paris 2024.
Weiterentwicklung erkennbar
"Es ist eine Kombination aus Erfahrung, dass ich erwachsener und mental stärker geworden bin. Auch rundherum hat sich vieles geändert, ich habe an neuen Dingen gearbeitet, das hat sich alles positiv ausgewirkt", gab Potapova Einblick.
Ihr Lauf auf Sand sei nicht so schlecht. "Ich fühle mich gut und es gibt mir eine Extrakraft, dass ich weiß, dass ich keine leichten Punkte hergebe. Jede Gegnerin muss für einen Punkt hart kämpfen."
Das war gegen Gauff augenscheinlich. Österreichs Nummer eins hatte in den aufgrund der druckvollen und variantenreichen Schläge auf beiden Seiten teils sehr sehenswerten Rallyes öfter das bessere Ende für sich.
Physisch stärker
"Es war extrem schwierig, die Punkte zu Ende zu spielen, weil sie sich so gut bewegt und sehr stark verteidigt. Ich habe aber in den vergangenen Monaten sehr viel auch im physischen Bereich gearbeitet, um längere Rallyes erfolgreich gehen zu können", sagte die gebürtige Russin.
So ein Sieg bedeute ihr alles. "Danach streben wir und es zeigt dir, dass du am richtigen Weg bist." Nach der Partie hatte sie sichtlich mit Krämpfen im rechten Schlagarm zu kämpfen, gab aber Entwarnung.
"Mitte des dritten Satzes habe ich in der Schulter gespürt, dass es kommt. Ich habe mich aber darauf fokussiert, weiterzukämpfen und das Spiel positiv zu Ende zu bringen. Durch die Entspannung nach dem Sieg ist dann der Krampf gekommen. Das gehört zum Tennis dazu. Mir geht es gut."
Im Achtelfinale gegen Ex-Landsfrau
Nach dem zweiten Dreisatzerfolg en suite wartet nun Kalinskaja, die im Ranking als 24. noch knapp vor ihr (30.) liegt. Die bisher beiden Duelle hat die als Nummer 22 gesetzte 27-Jährige 2019 in der 1. Moskau-Runde und 2022 in der Cincinnati-Qualifikation für sich entschieden.
"Sie ist auch eine großartige Spielerin. Seit unserem letzten Duell ist alles anders, beide haben sich weiterentwickelt, es wird wieder ein großer Kampf und ich werde schauen, dass ich physisch und mental meine beste Leistung abrufe", sagte Potapova.
Bestes Karriereranking möglich
Aus dem Publikum - die Unterstützung der österreichischen Fans gibt ihr laut eigenen Angaben einen "Extra-Boost" - werden dabei viele Anna-Rufe zu hören sein.
"Es ist einfacher, mich Anna zu nennen, Anastasia ist zu lange. Ich bin es gewohnt, dass ich Anna gerufen werde, das ist die Kurzversion meines Namens, es ist kein Problem für mich", schilderte Potapova. Dem Live-Ranking zufolge ist ihr schon der Vorstoß auf Position 26 sicher, ihre bisher beste Karriere-Platzierung (21.) ist in Griffweite.
"Der Sieg ist nicht das Ende, es geht noch weiter", betonte Potapova. Nach einem freien Tag will sie am Montag auf dem Platz dem Erfolgsmärchen ein weiteres Kapitel hinzufügen.