Nadal wird vor allem auch für seinen einwandfreien Charakter und seine Bescheidenheit in Erinnerung bleiben. "Ich habe versucht, ein guter Mensch zu sein, und ich hoffe, ihr habt das bemerkt", sagte der Altstar in Malaga. "Ich war ein Kind, das seinen Traum verfolgt und das mehr erreicht hat, als ich mir je erträumt hätte."
22 Grand-Slam-Titel, allein 14 Mal die French Open, zwei Mal Gold bei Olympia, fünf Davis-Cup- und 36 Masters-1000-Titel geben eindrucksvoll Zeugnis davon.
"Gracias", titelte die Sportzeitung "Marca" am Mittwoch hundertfach auf Seite eins. Und "Mundo Deportivo" schrieb: "Sein Vermächtnis bleibt unabhängig von Malaga erhalten. Danke, Rafa. Für immer und ewig. (...) Er hinterlässt ein unauslöschliches Erbe." Dem stimmte auch die 23-fache Grand-Slam-Siegerin Serena Williams auf Instagram zu. "Dein Vermächtnis wird niemals sterben. Deine Karriere von Anfang an bis heute zu sehen, war eine Ehre, Champion! Lang lebe Rafa!"
Paris 2022 als letzter großer Triumph
Sportlich hatte sich Nadal im Prinzip schon vor einer ganzen Weile verabschiedet. Sein letzter Höhepunkt war der Gewinn der French Open 2022. Ein letztes Mal hatte er in seinem Tennis-Wohnzimmer seinen Körper an seine Grenzen gebracht.
Eigentlich wäre dieser 22. Grand-Slam-Titel der perfekte Zeitpunkt für Nadals Karriereende gewesen. Doch die Liebe zum Tennis war im Juni 2022 noch zu groß, um den Schläger aus der Hand zu legen.
Immer wieder quälte sich Nadal nach Verletzungen durch die Reha. Auch jetzt hatte er in seiner Akademie auf Mallorca noch einmal alles versucht, um sich für den Schlussakt seiner Karriere in Form zu bringen.
Kein perfekter Abschied
Doch die körperlichen Strapazen einer 22 Jahre langen Karriere waren in seinem letzten Spiel einfach nicht mehr zu kaschieren. "Mein Körper hat mir gesagt, dass er nicht mehr Tennis spielen will, und das muss ich akzeptieren", meinte Nadal. Sein letztes offizielles Match hatte er bei Olympia in Paris Ende Juli gegen Djokovic bestritten. Schon da war er kein ebenbürtiger Gegner mehr gewesen.
Den perfekten Abschied gebe es nicht, hatte Nadal, der in seiner Karriere 1.080 Matches gewann, zuletzt gesagt. Und das bewahrheitete sich am Dienstag.
"In gewisser Weise ist es vielleicht gut, wenn das mein letztes Spiel war, denn ich habe mein erstes Spiel im Davis Cup verloren und ich habe mein letztes verloren. So schließt sich der Kreis", hatte Nadal nach seiner Niederlage philosophisch gemeint. Einen etwas würdigeren Rahmen hätte der einstige Sandplatz-König aber doch verdient gehabt.