Doping-Skandal: "Sportler müssen Angst haben"

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Nach den Langläufern haben auch die Radsportler im Zuge des Doping-Skandals den Ruf ihres Verbandes geschädigt.

Nachdem Georg Preidler Blutdoping gestanden hat und die Staatsanwaltschaft offiziell Ermittlungen gegen Stefan Denifl eingeleitet hat, sucht ÖRV-Präsident Otto Flum nach Gründen.

"Trotz aller verschärften Maßnahmen sind unsere Hoffnungen nicht in Erfüllung gegangen. Wir verurteilen das aufs Schärfste. wir müssen aber nicht wieder die Diskussion über Prävention führen. Das machen wir intensiv. Aber ja: Wir brauchen mehr Geld dafür und auch für Kontrollen", so Flum gegenüber der "Kleinen Zeitung".

Dabei findet er harte Worte: "Doping wird meiner Wahrnehmung nach von vielen noch immer ein wenig als Kavaliersdelikt angesehen. Oder bagatellisiert, weil es 'eh alle machen'. Die Sportler müssen Angst vor den Folgen haben."

Haftstrafen statt Sperren?

Sperren seien zu wenig abschreckend, Gefängnisstrafen seiner Meinung nach hingegen schon. Allerdings kenne er kein Beispiel, wo ein Dopingsünder einsitzen musste. Dabei wäre die rechtliche Basis dafür vorhanden.

Für schweren Betrug könnten bis zu zehn Jahre Haft verhängt werden. Allerdings werde das Strafmaß in Relation zu anderen Tatbeständen (z.B. gegen Leib und Leben) gesetzt. David Müller von der NADA sieht in der aktuellen Regelung jedoch auch Vorteile

Nämlich, dass die Sportler als Zeugen im Anti-Doping-Verfahren geführt werden und unter Wahrheitspflicht aussagen müssen. Allerdings muss ein Beschuldigter weder sich noch andere belasten. Trotzdem sei es das Ziel, Hintermänner und Drahtzieher zu erfahren.

Internationale Basis für Doping-Strafen entscheidend

Flum fordert eine internationale Basis für Doping-Strafen und keinen österreichischen Alleingang, denn international sind die juristischen Grundlagen verschieden.

"Entscheidender ist, dass man international an einem Strang zieht, es hilft auch nichts, wenn wir die härtesten Strafen haben, die Österreicher nicht bei den Wettkämpfen sind und alle anderen sich ins Fäustchen lachen."

Kritik äußert er auch Am Weltverband UCI: "International sind Funktionäre mit Doping-Vergangenheit im Einsatz. Auch bei Teams. Die dürften dann halt keine Lizenz bekommen." Beim ÖRV garantiert er, dass keiner eine Doping-Vergangenheit hat.


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