Es gibt keine leichten Antworten und Lösungen

Es gibt keine leichten Antworten und Lösungen Foto: © GEPA
 

Karl Stoss und Peter Mennel sind in diesen Tagen gefragte Männer. Eine Telefon-Konferenz jagt die andere, Video-Schaltungen zu Kollegen im Ausland gehören ebenso dazu wie Video-Calls zu den heimischen Fachverbänden.

Funktionäre, Betreuer und Sportler richten quasi stündlich Fragen an Österreichs Olympisches Comite. Der Präsident und der Generalsekretär des ÖOC stehen dabei Rede und Antwort. Doch die beiden Vorarlberger erklären unisono: "Der derzeitige Ausnahmezustand erlaubt keine leichten Antworten und Lösungen. Vorrangig geht es jetzt darum, die COVID19-Infektionszahlen zu verlangsamen und das heimische Gesundheitssystem aufrecht zu erhalten."

Mennel erklärt am Montag auf die Frage, ob Olympia 2020 plamäßig abgehalten wird, wiederholt: "Das kann man sich mit der derzeitigen Wissenslage nur sehr schwer vorstellen. Das IOC wird - wenn sich die Welt-Situation nicht dramatisch verbessert - verschieben müssen."

Doch ehe die beiden Top-Funktionäre auf die Lage rund um die Olympischen Spiele in Tokio zu sprechen kommen, geben sie auch den Journalisten unaufgefordert zu verstehen: "Abstand halten, wenn möglich daheim bleiben, Hände waschen - Alles simple Dinge, die auf die Gemeinschaft bezogen Großes bewirken können!"

ÖOC sucht sinnvolle Trainings-Lösungen für Österreichs Top-Athleten

ÖOC-Chef Stoss (l.), IOC-Boss Bach (M.), Mennel
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So verabschieden sich Stoss und Mennel auch im Telefonat von den Athleten. Was sie den möglichen Tokio-Teilnehmerinnen und Teilnehmern sonst noch zu sagen haben? "Wir als ÖOC ermutigen unsere Sportler und Sportlerinnen, weiter zu trainieren und sich auf ihre Sommer-Saison - so normal wie derzeit eben möglich - vorzubereiten."

Leichter gesagt als getan. Generalsekretär und Jurist Mennel arbeitet an Lösungen für die Vorbereitung der Olympia-Starter: "Wir werden uns in den nächsten Tagen und Wochen bestmöglich dafür einsetzen, dass wir für alle Top-AthletInnen sinnvolle Trainingslösungen - natürlich unter Einhaltung aller geltenden Sicherheitsmaßnahmen - gewährleisten können. Wir stehen mit den Behörden dazu im direkten Austausch."

Die Zahl der Befürworter einer Verschiebung vermehrt sich weltweit freilich in ähnlicher Manier wie der Coronavirus. Am Montagabend sprach sich auch Österreichs Sportminister Werner Kogler gegen Olympia im Juli in Tokio aus.

Präsident Karl Stoss will sich in der Frage, ob die Spiele zeitgerecht beginnen können, nicht festlegen lassen. "Die IOC-Taskforce wird innerhalb der nächsten vier Wochen alle relevanten Szenarien prüfen und eine endgültige Entscheidung treffen, wann die Olympischen Spiele 2020 durchgeführt werden können."

Peter Mennel: "Mit einer vorschnellen Absage ist niemandem geholfen!"

Auch Mennel spielt auf Zeit: "Wer kann zum jetzigen Zeitpunkt voraussagen, wie sich die Krise in den nächsten Wochen bzw. Monaten entwickeln wird?"

Der ehemalige österreichische Meister im Helikopter-Fliegen und im Fallschirmspringen blickt auch gespannt auf Events, die noch vor Olympia im Sportkalender stehen: "Die Fußballer hoffen auf eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs im Mai oder Juni, das gilt auch für die ATP- und WTA-Tour, die bis Anfang Juni ausgesetzt ist. Die Diamond-League der Leichtathleten wird frühestens Ende Mai starten. Es macht durchaus Sinn, alle erdenklichen Szenarien durchzuspielen, anstatt die Sommer-Saison vorschnell abzublasen. Damit ist niemandem geholfen."

Einig ist sich die ÖOC-Spitze auch, was Sicherheit und Chancen-Gleichheit betrifft: "Es geht darum, die bestmögliche Entscheidung für alle Zielgruppen zu treffen. Da geht es um die nationalen Olympischen Komitees, die Sportverbände, aber auch um das Tokio 2020-Organisationskomitee, Aktive, Betreuer, Medien und Fans. Und zwar unter der Garantie, dass die Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten ganz klar im Vordergrund steht."

Damit wartet auf die Organisatoren in Japan ein hartes Stück Arbeit, schließlich sind für das größte Sport-Event der Welt über 11.300 Aktive, 10.000 Betreuer, 15.000 Medien-Vertreter und 110.000 Volunteers angesagt, die allesamt Covid-19-frei sein müssen.

Olympia-Qualifikationen werden abgesagt, wer bekommt die Tickets?

Ein großes Problem stellt auch die finale Qualifikation für Olympia dar, eine Frage, die das IOC mit den internationalen Fachverbänden bis Anfang April diskutieren wird und dadurch Alternativ-Lösungen finden will.

Mennel klärt auf: "57 Prozent der Quoten-Plätze für Tokio sind bereits vergeben. Das bleibt in jedem Fall aufrecht. Jetzt geht es um die restlichen 43 Prozent. Wenn möglich, sollen Qualifikationen stattfinden. Die Situation in Österreich sieht so aus: Wir haben 37 Quotenplätze fix, rechnen letztlich mit rund 70 Athletinnen und Athleten bei den Sommerspielen."

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