ÖHB-Auftaktsieg: "Hätten es besser machen können"

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Der Auftakt ist gelungen, der erste von drei Pflichtsiegen für die Zwischenrunde eingefahren! Österreich startet mit einem 29:22 über Saudi-Arabien (Spielbericht) in die Handball-Weltmeisterschaft 2019 in Deutschland und Dänemark.

Gegen die großen Unbekannten reichte dem ÖHB-Nationalteam eine solide Leistung, um auch mit zwischenzeitlichen Unsicherheiten - "Anfangsnervosität", wie es Robert Weber beschreibt - zu einem klaren Sieg zu kommen.

Nur in der Anfangsphase des Spiels, als die Saudis alles offen halten konnten, und kurze Zeit nach dem Seitenwechsel, als sie den Rückstand auf drei Tore verkürzten, schien Österreich mehr investieren zu müssen.

Am Ende stand aber der nötige Zweipunkter und eine Moralinjektion für die nächsten Aufgaben, die nun im Stakkato daherkommen werden.

Torhüter-Leistung als Rückgrat

Dass die eigene Leistung nicht ohne Fehler abgeliefert wurde, die von stärkeren Gegnern gnadenlos bestraft werden, weiß auch Patrekur Johannesson, der sein 100. Länderspiel als Trainer Österreichs auch wirklich feiern durfte.

"In der zweiten Hälfte waren wir nicht so gut. Aber ich war froh, dass wir wieder besser geworden sind, als sich Saudi-Arabien gesteigert hat. Solche Spiele sind nicht einfach", weiß der Isländer.

Die Mannen aus dem nahen Osten, über die man recht wenig wusste - die ganze Mannschaft besteht aus Spielern der eigenen Liga - nutzten den Durchhänger, ein starker Kristian Pilipovic im Tor steuerte mit einer Quote von rund 40 Prozent jedoch seinen Teil bei. Auch Oldie Nikola Marinovic lieferte in seinem 166. Auftritt nach eineinhalbjähriger Nationalteam-Absenz vom Start weg ab.

Und so wurden die Keeper zum Rückgrat, vor denen sich die restliche Mannschaft auch kleinere Schnitzer und die erwähnte Durchschnaufpause ohne Konsequenzen leisten durften.

Der älteste Spieler des Turniers

Mit 42 Jahren ist Routinier Marinovic überhaupt der älteste Spieler des gesamten Turniers, zum Einsatz kommt er, weil Thomas Bauer Nachwuchs in den nächsten Tagen erwartet und seine Mitreise absagen musste.

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(Text wird unterhalb fortgesetzt)

Schon nach seinem überraschenden Blitzwechsel von GC Zürich nach Wetzlar, wo Marinovic im Herbst für den verletzten Tibor Ivanisevic einsprang, habe sich Teamchef Patrekur Johannesson bei ihm gemeldet. Zwischen September und Dezember absolvierte er elf Spiele in Deutschlands Oberhaus.

"Auch dort war ich der älteste Sack der Liga", lächelt er. Doch der gebürtige Belgrader machte eine gute Figur. "Die letzten drei Monate haben sehr gut getan, mit sehr intensivem Tormanntraining. Ich kann jetzt schon ein paar Prozent mehr abrufen als davor", sagt Marinovic.

Für Kristian Pilipovic ist der um 18 Jahre ältere Comebacker jedenfalls ein höchst vertrauter "Zweier": Beim Schweizer Erstligisten Schaffhausen kümmert sich der Alte einmal in der Woche um die Form des Jungen.

Schmerzen bei Weber und Herburger

Trotz der guten Leistungen der Schlussmänner: Zum Mann des Spiels wurde Topscorer Nikola Bilyk gewählt, der Kapitän steuerte sieben Treffer bei.

"Klar hätten wir das auch besser machen können. Wir haben das aber ganz gut gemacht und die Aufgabe souverän gelöst. Man muss cool bleiben und den Fokus halten. Dann gewinnt man solche Spiele", so der 22-jährige Star.

Damit sprang er auch etwas in die Bresche für Robert Weber, der drei Treffer beitrug, aber von einer Knieblessur eingebremst wurde, die er sich nach einem Rot-Foul durch Hassan Aljanabi zuzog. Er konnte zwar weiterspielen, das Knie des Goalgetters bleibt aber unter Beobachtung.

Auch hinter dem Status von Lukas Herburger steht ein Fragezeichen, er verließ das Spielfeld nach einem Zusammenprall unter sichtbaren Ellbogenschmerzen.

Chile? "Die sehen sich als Favorit"

Viel Zeit zur Regeneration bleibt allen Beteiligten nicht, schon am Samstag (15:00 Uhr) steht mit Chile der nächste Gegner am Programm. Der nächste, gegen den zwei Punkte das Ziel sein müssen, ehe mit Norwegen (Montag) und Gastgeber Dänemark (Dienstag) die "Bonusspiele" gegen klar stärkere Kontrahenten anstehen.

Immerhin sind nun alle 16 Kaderspieler auf Betriebstemperatur, denn alle kamen gegen Saudi-Arabien zum Einsatz. Auch, wenn Johannesson erst in der fortgeschrittenen Phase des Spiels richtig zu rotieren begann.

Der chilenische Handball ist nur unwesentlich bekannter als jener der Saudis, aber eins dürfte klar sein: Dass die Südamerikaner nach ihrem horrenden Auftakt gegen motivierte Dänen auf Wiedergutmachung sinnen. Beim 16:39-Debakel stand es schon zur Halbzeit 4:22.

"Die sehen sich als Favorit gegen uns, sehen das Spiel als Pflichtsieg", meint Johannesson - eine Einschätzung, die man schnell dämpfen will.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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