Bei Ciudad Real folgte der erste europäische Titel, 2003 ging es zum FC Barcelona – auch im Handball eine der größten Hausnummern des Kontinents. Die Katalanen wurden acht Jahre zur Heimat, zweimal holte er die spanische Meisterschaft, viermal die Copa del Rey und zweimal die EHF Champions League mit dorthin.
2011 ging er noch eine Herausforderung in der besten Handball-Liga der Welt an, wechselte zu den Füchsen Berlin, die er vier Jahre lang bereicherte.
Auch im spanischen Nationalteam wurde er zur Hausnummer, absolvierte exakt 200 Spiele. Seine 753 Treffer machen ihn zur ewigen Nummer zwei der internen Rangliste. Mit dem WM-Titel 2005, EM-Silber 2006, Olympia-Bronze 2008 und WM-Bronze 2011 wurde er dort auch zum Titelsammler.
Als Trainer sollen eigene Verdienste her
Als Trainer ist Romero noch ein Neuling, der nach vier Lehrjahren als Co in Hannover erst 2021 in Bietigheim zum Chefcoach aufstieg. Den Zweitligisten führte er 2024 für ein Jahr zurück ins Oberhaus, aktuell läuft die Mission Wiederaufstieg – noch mit dem Spanier.
Vollzeit für den ÖHB übernimmt der 45-Jährige erst im Sommer, wird auch danach aus familiären Gründen seinen Lebensmittelpunkt in Deutschland behalten. Allerdings ist er so ohnehin nur näher an manchem österreichischen Schlüsselspieler dran.
Warum der Wechsel auf die Nationalteam-Ebene? Österreich ist aktuell einfach eine der heißesten Aktien im internationalen Handball und eine Bewährungsprobe für jeden Trainer.
"Im Verein hast du viel mehr Zeit zu trainieren und verschiedene Situationen zu üben. Das ist auch für mich ein Lernprozess, ich muss in kurzer Zeit mehr Input geben", meinte Romero jüngst über die Umstellung.
Das Feuer, das erwartet wird
Bei den ÖHB-Spielern kommt die Legende gut an. Nicht nur, weil es etwas Besonderes ist, mit einem Mann zusammenzuarbeiten, der als Spieler so ein Standing genoss.
Romero ist bemüht, betont die Erfolgsformel von Ales Pajovic fortzuführen: Ernst, wenn es ernst werden muss – aber die lockere Leine und Spaß im Training müssen im Vordergrund bei einem Team stehen, das über die freundschaftliche Stimmung, das Kollektiv und den Zusammenhalt zu Erfolgen gegen größere Hausnummern kam.
"Wir arbeiten sehr akribisch am System und seiner Idee, vor allem in der Abwehr. Was mir extrem auffällt, sind seine Leidenschaft für den Job und seine Persönlichkeit. Er ist leidenschaftlich an der Seitenlinie, im Training und bei Besprechungen – man sieht einfach, dass sein Herz für den Sport schlägt", beschreibt Sebastian Frimmel die ersten Eindrücke unter dem Weltstar.
"Man merkt, dass er sehr spielernah ist, versucht, viel mit uns zu sprechen und gemeinsam den Weg zu finden, der auch für uns stimmig ist."
Lukas Hutecek sieht einen Trainer, der "für dieses Projekt brennt. Man merkt in jeder Video-Analyse, dass er viel Feuer hat und das auch von uns erwartet, aber genau das brauchen wir auch."
Für den Spanier selbst ist schon jetzt klar: Sein Name ist nicht das größte am ÖHB-Team. "Wir sind keine Überraschungsmannschaft. Dieses Team kann jedem Gegner auf der Welt in die Augen gucken."
Wenn es so kommt, wird er sich auch in Österreichs Handball zu einer Legende machen.