Die Vorteile in Super Bowl der Gegensätze

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Los Angeles Rams gegen New England Patriots, Ostküste gegen Westküste, Newcomer gegen Dynasty: Es ist ein Duell der Gegensätze, das in Super Bowl LIII auf uns alle wartet.

Nummer-1-Pick Jared Goff gegen Tom Brady, der sich in den letzten zwei Jahrzehnten vom "Nobody" zum erfolgreichsten Quarterback aller Zeiten entwickelte. Sean McVay, jüngster Coach, der jemals in einer Super Bowl stand, gegen Bill Belichick: Die Trennlinien sind klar auszumachen.

Die sportlichen Vorhersagen sind allerdings gerade deswegen so schwierig wie schon lange nicht mehr zu treffen. Beide Teams haben mit guten Gesamtpaketen überzeugt, ohne ihre Conferences zu dominieren – Top-Seeds waren andere.

LAOLA1 stellt vor dem NFL-Highlight der Saison die einzelnen Abteilungen gegenüber und wagt eine Einschätzung, wie die Vorteile verteilt sind:


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Quarterbacks: Bei weitem nicht jeder Top-Pick des NFL-Drafts wird den Erwartungen gerecht. Auch Jared Goff legte einen Kaltstart in seine Karriere hin, lässt nun aber andeuten, dass die Rams 2016 nichts falsch gemacht haben, als sie sich den ersten Pick von den Tennessee Titans ertradeten – so schnell wie er schaffte es noch keine Nummer eins in die Super Bowl. Trotzdem ist Goff (noch) nicht der alles überstrahlende Superstar des Teams, ist auch von den Statistiken her bestenfalls in der erweiterten Spitze der NFL-Spielmacher zu sehen – mit einem der besten Receiver-Corps und starker Boden-Unterstützung, wohlgemerkt. In den Playoffs blieb der 24-Jährige bislang souverän, aber würde er auch in einer Drucksituation auf der größten Bühne so cool bleiben?

Bei Tom Brady braucht man sich diese Frage nicht zu stellen, er kennt diese Situation wie kein Zweiter. Der 41-Jährige reiht sich in den wichtigsten Kategorien in diesem Jahr zwar hinter Goff ein, hat im Gegensatz zu seinem jungen Gegenüber aber schon fünf Beweise an den Fingern stecken, dass er es kann.

LAOLA1-Einschätzung: Vorteil Patriots. Von vielen als "G.O.A.T." gesehen, ist Brady keinerlei Beweise seiner Qualität mehr schuldig. Er hat schon beeindruckendere Spielzeiten hingelegt, auf das größte Spiel der Saison heruntergebrochen bringt er aber ein überragendes Plus an Erfahrung und Finessen mit – wenn er von seiner Offensive Line die Zeit bekommt, das zu entfalten.

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Running Backs: Todd Gurley ist der feuchte Traum jedes Fantasy-Spielers und ist in der Regular Season seinem Nummer-1-Status (zumindest für all jene, die nicht blöderweise Le’Veon Bell vorgezogen haben) gerecht geworden – trotz einer Verletzungspause. Eben diese war der Grund, warum sich die Rams C.J. Anderson holten. Der kurzfristige (und schwergewichtige) Ersatzmann lief Gurley in der Postseason sogar ein wenig den Rang ab, obwohl der 27-Jährige allein in dieser Saison schon drei verschiedene Jerseys trug. So steht L.A. auf einmal mit einem "Two-Headed Monster" zweier sehr unterschiedlicher RB-Typen da, offensiv der größte Trumpf.

Auf der Gegenseite wird seit jeher eine andere Philosophie verfolgt, Running Backs haben bei den Patriots immer zu kämpfen – vor allem mit interner Konkurrenz. New Englands Ballträger können das Spiel ihrer Karriere hinlegen und in der nächsten Partie nicht einmal den Ball sehen. Mit Sony Michel trägt zwar der produktivste Postseason-RB einen Pats-Helm, das ist aber nicht als Indiz zu werten. Vielleicht entscheidet sich Belichick, mehr Gewicht auf "Vollstrecker" Rex Burkhead oder James White, der vorwiegend als effektiver Empfänger kurzer Pässe in Erscheinung tritt, zu legen.

LAOLA1-Einschätzung: Vorteil Rams. Zwar präsentieren sich die Patriots auf dieser Position sehr variabel, doch das gilt eben auch für die gesamte Rolle des Laufspiels im Gameplan. Zwei "Powerhorses" wie Gurley und Anderson zu stoppen, ist eine Monster-Aufgabe für jede Defense. Aus Sicht der Rams bleibt nur zu hoffen, dass man sich in Massachusetts nicht zu viel von den Saints abschauen konnte: Im NFC Championship war besonders Gurley ein Non-Faktor. Ausnahmsweise?

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Wide Receiver: Robert Woods und Brandin Cooks: Zwei Passempfänger, die jedes andere NFL-Team gerne in seinen Reihen hätte. Möchte man meinen. Woods hat erst nach vier Jahren bei den Buffalo Bills nun in Los Angeles zeigen können, was er drauf hat, und legte 2018 die erste Saison mit über 1.000 Receiving Yards hin. Cooks war Erstrunden-Pick, schon (ausgerechnet) bei den New Orleans Saints und ein Jahr bei den New England Patriots produktiv und vor allem verlässlich, vollendet er seinen "Rachefeldzug" an den Ex-Teams? Dazu kommt mit Josh Reynolds der junge Ersatzmann für den verletzten Cooper Kupp, mit dem die Rams ohnehin über jeden Zweifel erhaben wären. Reynolds könnte aufblühen, passen die Pats gar zu gut auf Woods und Cooks auf.

Bei den Patriots-Receivern herrscht immer Fluktuation, von Saison zu Saison gibt es Änderungen, wobei auch vermeintlich gescheiterten Spielern von anderswo neue Chancen geschenkt werden – für die sie sich regelmäßig bedanken. Julian Edelman ist neben Brady, Gronkowski und natürlich Belichick hingegen die größte Konstante bei den Pats. Er ist verlässlich und immer gefährlich, auch zwei Super-Bowl-Siege haben jedoch nicht genug dazu beigetragen, ihn zu den allerbesten Vertretern seiner Position zählen zu können. Dafür stach er insgesamt zu selten hervor. Im Jahr 2018 dafür mitverantwortlich: Chris Hogan, Phillip Dorsett und Cordarrelle Patterson. Gute Receiver, aber keine Stars.

LAOLA1-Einschätzung: Vorteil Rams. Die Qualität der Einzelspieler ist höher, Woods und Cooks können Spiele entscheiden. Edelman hätte das im AFC Championship fast zu Ungunsten der Patriots getan. Aufpassen muss man auf ihn trotzdem, besonders als Passgeber bei Trickspielzügen, ist er doch ehemaliger College-Quarterback.

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Tight Ends: Rob Gronkowski! Kennt man. Und sollte den Tight-End-Vergleich normalerweise im Alleingang entscheiden. Sollte. Beim Superstar auf seiner Position machten sich in den letzten drei Jahren aber körperliche Schwierigkeiten bemerkbar, die seinen Status gedämpft haben. Obwohl nicht mehr ganz so exzessiv mit Brady-Bällen versorgt, ist "Gronk" unverändert Big-Play-Threat in der Mitteldistanz. Der zuletzt noch abgewendete Schlussstrich unter der Karriere des Bilderbuch-Athleten könnte nach dieser Super Bowl wieder zum Thema werden. Backup Dwayne Allen war bislang kein Faktor.

Mit Tyler Higbee und Gerald Everett verfügen die Rams über ein Duo, das jederzeit für Big Plays einspringen kann und da ist, wenn es gebraucht wird – was in einer Super Bowl durchaus der Fall sein kann, konzentriert sich die Defense auf Woods und Cooks.

LAOLA1-Einschätzung: Vorteil Patriots. Gronkowski ist nicht mehr der Alte, aber gehört immer noch zu den Top-Vertretern unter den Tight Ends, den man bei den Patriots nicht missen will. Besonders, wenn es um alles geht, ist der Hüne wieder da. Dementsprechend hat er seinen Output in den Playoffs wieder hochgeschraubt.

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Offensive Lines: Sehr enge Kiste! Patriots und Rams zählen gleichermaßen zu den besten NFL-Teams, wenn es um den Schutz für Quarterback und Lücken für die Running Backs geht. Gerade deswegen könnten sie zum entscheidenden Faktor werden und dürfen nicht auslassen. Brady hat schon öfter gezeigt, dass er – wenn es eine eklatante Schwachstelle bei ihm gibt – nicht so gerne unter Zeitdruck arbeitet. In der Regular Season musste er das auch nicht: Mit 21 Sacks steckte er die drittwenigsten ein, nur die Lines von Indianapolis (18) und New Orleans (20) arbeiteten effizienter. Im AFC Championship musste Brady überhaupt nicht zu Boden, wobei die Chiefs-Defense bekanntermaßen nicht zu den Elite-Abteilungen gehört. Die Aufgabe gegen die Defensiv-Stars der Rams wird ungleich schwieriger.

Die Offensive Line der Rams lässt den Erfolg des Laufspiels für sich sprechen und ist das Rückgrat der zweitbesten NFL-Offense nach Punkten. Weil man von Verletzungen verschont blieb, ist man gut aufeinander eingespielt. Kein unwesentlicher Faktor, wenn man von einer Abteilung spricht, bei der keiner ihrer fünf Bestandteile auslassen darf, um zu funktionieren.

LAOLA1-Einschätzung: (Leichter) Vorteil Rams. Die Patriots sind mit einer schwierigeren Aufgabe konfrontiert, Los Angeles mit der Routine von Andrew Whitworth und Rodger Saffold gespickt. Experten sind sich einig: Im Bereich der Offensive Lines könnte sich das Spiel entscheiden. Lässt eine der beiden Units ausnahmsweise aus, ist die Super Bowl gelaufen.

Du willst bei der Super-Bowl-Party mitreden? LAOLA1 stellt dir die Stars der Los Angeles Rams und New England Patriots vor:

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Die Los Angeles Rams haben als NFC-Champion offiziell Heimrecht, also machen sie auch bei uns den Anfang:

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JARED GOFF - Quarterback - 24 Jahre

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Die Rams schickten beim Draft 2016 ein Königreich nach Tennessee, um Goff an Nummer 1 zu wählen. Angesichts seiner entsetzlich schwachen Debüt-Saison schien dies ein schwerer Fehler zu sein, doch unter der Anleitung von Head Coach Sean McVay ging für Goff die Sonne auf. Das starke Rams-Laufspiel ist zwar eine große Hilfe, doch auch der 24-Jährige hat einen mehr als fairen Anteil, dass die Rams-Offense eine der unterhaltsameren der Liga ist. Steht unter den QB-Shootingstars vielleicht ein wenig im Schatten von Chiefs-Phänomen Patrick Mahomes, doch Goff könnte auf Jahre hinaus zu den besseren NFL-Spielmachern zählen.

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TODD GURLEY - Running Back - 24 Jahre

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Wenn wir über den Totalausfall im Championship Game den Mantel des Schweigens hüllen, gibt es wenig Zweifel daran, dass Gurley derzeit einer der besten Running Backs der Liga ist, wenn nicht der beste. Wobei: Selbst gegen die Saints gelang ihm ein Touchdown. Und davon gelangen ihm in seinen ersten vier Karriere-Jahren viele - 56 um genau zu sein, fantastische 21 alleine in dieser Regular Season. Der dynamische Playmaker ist am Boden eine Macht, aber jederzeit auch ins Passspiel einzubinden. Das Herz und die Seele der Rams-Offense.

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C.J. ANDERSON - Running Back - 27 Jahre

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Dass das Laufspiel funktioniert, wird ein großer Faktor gegen die Patriots. Lange Zeit war Gurley in dieser Saison eine One-Man-Show im Rams-Laufspiel. Kurz vor dem Ende der Regular Season verletzte er sich jedoch und die Rams reagierten, indem sie Anderson vom Arbeitsamt holten. Der 27-Jährige schlug voll ein. Anderson, der als Läufer mehr unter die Kategorie Wuchtbrumme fällt, ist alles, nur kein Unbekannter. 2016 gewann er mit Denver die Super Bowl, danach bei Carolina klappte es weniger. Als gebürtiger Kalifornier wäre ein Titel mit L.A. ein netter Randaspekt.

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ROBERT WOODS - Wide Receiver - 26 Jahre

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Woods ist endlich und völlig zurecht aus dem - gar nicht mal so großen - Schatten von Sammy Watkins getreten. Bei den Buffalo Bills war er drei Jahre lang der Nummer-2-Receiver hinter dem vermeintlichen Generationen-Talent - so richtig durchgestartet sind beide nicht. 2017 schnappten sich die Rams das Duo und Woods war wieder mehr das fleißige Bienchen in der zweiten Reihe. Vor dieser Saison trennten sich die Wege, Watkins ging nach Kansas City und Woods emanzipierte sich als einer der verlässlichsten Top-Receiver der Liga. Mit 1219 Receiving-Yards durchbrach er erstmals die 1000-Yards-Schallmauer.

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BRANDIN COOKS - Wide Receiver - 25 Jahre

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Man sieht sich im Leben immer zwei Mal! Cooks wurde 2014 in Runde 1 von den New Orleans Saints gedraftet, 2017 jedoch nach New England getradet. Mit den Patriots verlor er die letztjährige Super Bowl. In der Offseason nahm New England das Angebot der Rams an und tradete ihn nach Los Angeles. Das Wiedersehen mit den Saints im Championship Game verlief bereits siegreich. In der Super Bowl wartet nun das zweite Ex-Team. Mit seinem Speed bestens für tiefe Pässe geeignet, aber keineswegs eindimensional. Sicher doppelt motiviert, nicht die zweite Super Bowl in Folge zu verlieren.

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JOSH REYNOLDS - Wide Receiver - 23 Jahre

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Normalerweise vervollständigt Cooper Kupp ein schlagkräftiges Receiver-Trio mit Woods und Cooks. Der zog sich jedoch einen Kreuzbandriss zu, weshalb Reynolds die Chance auf mehr Spielzeit bekam und selbige auch mit einigen Talentproben nutzte. Könnte in der Super Bowl ein X-Faktor werden, sollten die Patriots versuchen, Extra-Ressourcen für Woods und/oder Cooks aufzuwenden.

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TYLER HIGBEE - Tight End - 26 Jahre

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Okay, man kann sich wohl einstimmig darauf einigen, dass die Rams über keinen Superstar-Tight-End verfügen, schon gar nicht im Vergleich mit den Patriots. Aber hin und wieder wird auch die Nummer von Higbee, ansonsten ein wertvoller Blocker, aufgerufen. So zum Beispiel auch im Championship Game bei den Saints, in dem er einen wichtigen Touchdown erzielte.

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GERALD EVERETT - Tight End - 24 Jahre

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Ein ähnlich gelagerter Fall wie Starter Higbee, wenngleich nicht ganz. Everett wurde 2017 in der 2. Runde gedraftet und verfügt, zumindest am Papier, über die besseren offensiven Skills als Higbee. So richtig ist dem 24-Jährigen der Knopf jedoch noch nicht aufgegangen (keine Seltenheit bei jungen Tight Ends), wobei er immer wieder andeutet, dass er im Passspiel eine Waffe sein kann. Die Super Bowl findet in seiner Heimatstadt Atlanta statt, vielleicht zeigt er auch zu Hause auf.

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ANDREW WHITWORTH - Left Tackle - 37 Jahre

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37 Jahre alt musste Whitworth werden, ehe er im Laufe dieser Postseason seinen allerersten Playoff-Sieg in der NFL erleben durfte. In diesem jugendlichen Alter hatte Tom Brady schon gefühlte 128. Erfolg ist in dieser Liga keine Selbstverständlichkeit, schon gar nicht wenn man (fast) seine ganze Laufbahn bei den notorischen Playoff-Losern Cincinnati Bengals verbringt. 2017 entschloss er sich im Spätspätspät-Herbst seiner Karriere doch noch, ein neues Abenteuer zu wagen und in L.A. zu unterschreiben. Eine Entscheidung, die sich für beiden Seiten bezahlt machte. Der Oldie ist immer noch einer der besten Quarterback-Beschützer der Liga.

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RODGER SAFFOLD - Left Guard - 30 Jahre

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Darüber, welches Team wirklich die beste O-Line der Liga hat, lässt sich meistens streiten. Die Rams bekommen in dieser Saison jedenfalls diverse Stimmen - und stellvertretend für die übrigen Mitglieder dieser selten im Rampenlicht stehenden Formation sei Saffold genannt. Dieser ist nämlich das derzeit längstdienende Kadermitglied. Seit 2010 spielt er für die Rams und musste in diesem Jahrzehnt, zumeist noch in St. Louis, diverse schlechte Rams-Teams erleben.

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AARON DONALD - Defensive Tackle - 27 Jahre

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Okay, wer noch nie von ihm gehört hat, sollte sich schnell mal umhören. In der Super Bowl wird er zu den wichtigsten Spielern gehören. Als Quarterback-Jäger ist er ein Genie, tendenziell ist er derzeit der beste Defense-Spieler der NFL. Legte eine Saison mit 20,5 Sacks hin - die Schallmauer von 20 Sacks wurde zuvor erst elf Mal durchbrochen. Tom Brady liegt es nicht unbedingt, wenn er unter Druck gesetzt wird. Donald ist zuzutrauen, dass er selbst das Konzept der besonders schnellen Pässe stören kann. Wird er in der Super Bowl zu Bradys größtem Feind, wäre dies ein großer Trumpf für L.A.

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NDAMUKONG SUH - Defensive Tackle - 32 Jahre

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Wenn man die Bad-Boy-Allüren von Suh außer Acht lässt, ist er ein sehr guter Football-Spieler. Vielleicht nicht mehr das Generationen-Talent von einst und in diesem Rams-Sonderfall wegen Donald sogar nur die teaminterne Nummer zwei auf seiner Position, aber dass zwei solche Kaliber von innen Jagd auf ihn machen werden, ist keine gute Nachricht für Tom Brady und wird Schwerstarbeit für seine O-Line. Nach vielen Jahren der sportlichen Erfolglosigkeit mit Detroit und Miami machte es sich für den bereits 32-Jährigen bezahlt, auf die Rams zu wetten und vor dieser Saison einen Einjahres-Vertrag zu unterschreiben.

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MICHAEL BROCKERS - Defensive End - 28 Jahre

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Wer in einer D-Line mit Superstars wie Donald und Suh spielt, steht schnell mal ein wenig im Schatten. Aber Rams-intern hat das Wort von Brockers durchaus Gewicht. Er ist selbst ein früherer Erstrunden-Draft-Pick, ist das längstdienende Mitglied der Defense (seit 2012) und ist als einer der Team-Captains fraglos ein Leader.

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DANTE FOWLER - Outside Linebacker - 24 Jahre

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Wer beim Fight zwischen seiner Freundin und der Mutter seines Kindes als Referee auftritt (und blöderweise dabei gefilmt wird), hat... - sagen wir mal einen zweifelhaften Charakter. Bei den Jacksonville Jaguars hatte man im Laufe der Saison genug von seinen Eskapaden, die bisweilen auch von juristischer Relevanz waren (zwei Verhaftungen). Die Rams gingen das Risiko ein, schließlich benötigten sie einen Edge Rusher. Fowler wurde nach dem Trade bereits der siebente Spieler der Rams-Defense, der in Runde 1 gedraftet wurde (2015 sogar an Nummer 3). Mit Fowler, Gurley und Marcus Peters haben sie inzwischen drei Erstrunder des 2015-Jahrgangs.

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AQIB TALIB - Cornerback - 32 Jahre

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Dass ein bald 33-jähriger Cornerback zu den Besseren der Liga zählt, ist keine Selbstverständlichkeit. Talib, der in dieser Saison wegen einer Knöchelverletzung zweieinhalb Monate pausieren musste, ist aus diversen Gründen ein interessanter Bestandteil dieser Super Bowl. Erstens spielte er 2012 und 2013 für die Patriots. Zweitens zählt er wie etwa auch Suh zu den Schlüssel-Neuzugängen der Rams-Defense. Drittens darf man gespannt sein, wie der alte DC-Fuchs Wade Phillips ihn einsetzt. Als die beiden noch gemeinsam in Denver waren, stellte er Talib vor drei Jahren im AFC-Championship-Game immer wieder für Rob Gronkowski ab. Dies funktionierte gut und die Broncos eroberten in der Folge die Super Bowl.

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MARCUS PETERS - Cornerback - 26 Jahre

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Und gleich der nächste Neuzugang der so aggressiven Rams-Offseason. Peters kam per Trade von den Kansas City Chiefs zu den Rams, bei denen er sich nicht in jener Pro-Bowl-Form präsentierte wie vor allem in den ersten beiden Karriere-Jahren - 2015 wurde er zum Defensive Rookie der NFL gewählt, übrigens als Nachfolger eines gewissen Aaron Donald, 2010 hatte mit Suh ein weiterer nunmehriger Rams-Spieler die Ehre. Dass er dem Potenzial nach zu den guten Spielern auf seiner Position gehört, steht aber außer Frage.

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CORY LITTLETON - Inside Linebacker - 25 Jahre

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Die Tackle-Maschine der Rams, mit deren 125 führte er das Team an. Als Special Teamer auch in die Pro Bowl gewählt - nicht schlecht für einen ungedrafteten Spieler in seinem dritten Karriere-Jahr, in dem er mit Alec Ogletree einen namhaften Vorgänger ersetzen musste.

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MARK BARRON - Inside Linebacker - 29 Jahre

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Ebenfalls ein Erstrunden-Pick und zwar 2012 von den Tampa Bay Buccaneers. Spielt bereits seit 2014 bei den Rams. Kam ursprünglich als Strong Safety in die Liga, wurde von den Rams jedoch zum Linebacker umgeschult. Interessant könnte es werden, wenn es Barron und Littleton mit Gronkowski zu tun bekommen, sollte dieser von den Patriots wieder mehr im Passspiel forciert werden.

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JOHN JOHNSON - Strong Safety - 23 Jahre

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In seinem zweiten Karriere-Jahr avancierte der 23-Jährige zu einem der besten Tackler der Rams (118). In der Super Bowl wird Johnson wohl als "Mädchen für alles" gefragt und speziell gegen das Laufspiel um Sony Michel und die kurzen Pässe auf James White gefordert sein.

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LAMARCUS JOYNER - Free Safety - 28 Jahre

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Joyner, der öffentlich weniger im Blickpunkt steht als so mancher Kollege, aber zu den besseren Spielern auf seiner Position gehört, rundet eine gute Secondary der Rams ab. In der vergangenen Offseason hielten ihn die Rams via Franchise Tag. Sollte er diesmal Free Agent werden, dürfte es an Angeboten nicht mangeln.

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GREG ZUERLEIN - Kicker - 31 Jahre

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"Greg, the Leg" machte im Championship Game seinem Spitznamen alle Ehre. Ein 57-Yarder will unter dieser nervlichen Belastung erst einmal vewertet werden - noch dazu in der Overtime. Es kommt nicht übertrieben oft vor, dass ein Kicker gedraftet wird. Die Rams wählten Zuerlein 2012 in der 6. Runde und bereuten es seither nicht. Stabilität auf dieser Position ist sehr viel wert.

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JOHNNY HEKKER - Punter - 28 Jahre

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Auch der Wert von Puntern sollte nicht unterschätzt werden, aber - zugegeben - in dieser Auflistung tauchen sie normal nicht auf. Aber auf Hekker gilt es bei jedem Punt ein Auge zu werfen und im Hinterkopf zu haben: Puntet er überhaupt? Seit Jahren lassen die Rams ihn immer wieder mal einen "Fake Punt" versuchen, weswegen auch sein Pass im Championship Game kein Zufall war. 2012 gelang ihm sogar ein TD-Pass. Auch in seinem "Brotberuf" kein Schlechter und immerhin vierfacher Pro Bowler.

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SEAN MCVAY - Head Coach - 33 Jahre

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Wenn selbst Amerikaner zu deutschen Begriffen greifen, muss es sich wirklich um ein "Wunderkind" handeln. Erst Ende Jänner wurde er 33 Jahre und ist der jüngste NFL-Head-Coach der Geschichte und der Jüngste, der sein Team in eine Super Bowl führte. Gilt als einer der innovativsten Playcaller der Liga, sein Talent war schon als Offensive Coordinator bei den Washington Redskins ersichtlich. Großer Vorteil: Da sein Großvater als Head Coach der New York Giants und langjähriger GM der San Francisco 49ers werkte, durfte er quasi von Kindesbeinen an NFL-Luft schnuppern. Es wird einer der wichtigsten Aspekte der Super Bowl, wie er sich strategisch gegen den Guru unter den NFL-Coaches, Bill Belichick, schlägt.

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Weiter geht es mit den Stars von AFC-Champion New England Patriots. Wer hier den Anfang macht, versteht sich nicht nur wegen seiner Position irgendwie von selbst.

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TOM BRADY - Quarterback - 41 Jahre

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Ihn muss man wohl nicht extra vorstellen. Falls ihn jemand nicht kennt, auf Google finden sich zwei, drei Artikel. Das Match "Tom vs. Time" kennt derzeit einen eindeutigen Sieger. Irgendwie schließt sich in dieser Super Bowl auch der Kreis, schließlich gewann Brady seine erste von 17 Jahren gegen die Rams (damals noch in St. Louis beheimatet). Dass er in der Regular Season nicht immer auf Top-Niveau spielte, ist so. Dass er daraufhin mancherorts abgeschrieben wurde, war wohl die beste Motivation überhaupt. Seine mal mehr mal weniger subtilen (Social-Media-)Antworten nach den Playoff-Siegen lassen darauf schließen. Aber den G.O.A.T provoziert man halt auch nicht.

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SONY MICHEL - Running Back - 23 Jahre

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Es ist ja nur bedingt so, dass der konstante Erfolg der Patriots auf großartigen Drafts beruhen würde. Aber mit Michel ist ihnen im Draft 2018 in Runde 1 ein Volltreffer gelungen. Vor allem, wie er in den Playoffs die Chargers und Chiefs überlaufen hat, war großartig - fünf Touchdowns in beiden Spielen sprechen Bände. Dies ist natürlich eine wertvolle Hilfe für Brady. Netter Randaspekt: Michel ist ein College-Teamkollege von seinem Rams-Gegenüber Todd Gurley, 2014 spielten sie ein Jahr zusammen für Georgia. Sich dann in der Super Bowl gegenüberzustehen, ist auch eher eine Seltenheit.

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JAMES WHITE - Running Back - 26 Jahre

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"Running Back" ist in diesem Fall tendenziell etwas irreführend, denn meistens steht er am Feld, wenn Brady ihn mit kurzen Pässen füttern will. Unvergessen seine 14-Catch-Performance vor zwei Jahren beim Super-Bowl-Triumph gegen Atlanta, als er in der Overtime auch den siegbringenden Touchdown beisteuerte - sein dritter Score der Partie. In den diesjährigen Playoffs fing er gegen die Chargers 15 Pässe, hatte aber nicht einen einzigen Lauf. Irgendwie der prototypische Patriots-Rollenspieler: Wird er gebraucht, ist er voll da. Wenn nicht, dann halt nicht - große Aufregung erzeugt dies keine. White feiert am Tag der Super Bowl übrigens seinen 27. Geburtstag. Das "originellste" Geschenk liegt auf der Hand...

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REX BURKHEAD - Running Back - 28 Jahre

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Ebenso ein typischer Patriots-Spieler: Andernorts verkannt, bei New England sinnstiftend integriert. Kam 2017 von den Cincinnati Bengals, wo er vier Jahre lang nur spärlich zum Zug kam. Bei den Patriots stellt seine Vielseitigkeit in Lauf- und Passspiel eine ideale Ergänzung zu Michel und White dar. Wird so sehr geschätzt, dass er in dieser Saison auf der Verletztenliste mit Rückkehrrecht landete. Bedankte sich für dieses Vertrauen nach seiner Genesung mit drei TDs in der laufenden Postseason.

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CORDARRELLE PATTERSON - Wide Receiver/Running Back - 27 Jahre

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Schließen wir die Running Backs mit Patterson ab. Wobei Running Back? Eigentlich ist er ja ein Receiver. Aber als einige RBs ausfielen, machte sich Belichick die Athletik von Patterson zu Nutze und stellte ihn auch als Ballträger auf. Apropos Athletik: Die ist so gut, dass er Minnesota 2013 sogar einen Erstrunden-Pick wert war. Da nicht der stärkste Route-Runner, wusste man ihn trotz unglaublicher Dynamik nie wirklich sinnvoll einzusetzen. Selbiges geschah in Oakland. Genau solche Spieler sind ein gefundenes Fressen für die Patriots, wo wenig Druck auf ihm lastet, aber immer wieder einzelne Spielzüge auf seine Hybrid-Fähigkeit ausgerichtet sind. Über die Gefahr, die er als Returner ausstrahlt, muss man zudem nicht streiten.

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ROB GRONKOWSKI - Tight End - 29 Jahre

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Gut, wer ihn im Fantasy-Football früh gedraftet hat, wurde in dieser Saison enttäuscht, da "Gronk" nicht die üblichen Zahlen ablieferte. Ihm deswegen zu stark nachlassende Fähigkeiten zu unterstellen, ist allerdings ein Fehler - man frage nach bei den Chiefs. Zuletzt vertrauten die Patriots - und das mit Erfolg - verstärkt auf seine starken Fähigkeiten als Blocker. Und alleine seine Präsenz reicht, dass man ihn nie ganz aus den Augen lassen kann. Da die Rams nicht allzu viele Kandidaten haben, um ihn zu decken, ist ein Statement-Game in der Super Bowl nicht auszuschließen, zumal es ob der hartnäckigen Rücktritts-Gerüchte (wieder mal) sein letztes Spiel sein könnte. Ließe er es wirklich bleiben, würde die NFL einen ihrer großartigsten Typen verlieren.

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JULIAN EDELMAN - Wide Receiver - 32 Jahre

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Jerry Rice! Nur der (mit Abstand) beste Receiver aller Zeiten hat mehr Playoff-Catches zu Buche stehen als Edelman - derzeit steht es 151:105. Nicht schlecht für jemanden, der seine Karriere als Siebtrunden-Draftpick und "Wes Welker für Arme" begonnen hat. Der 32-Jährige ist der Lieblings-Receiver von Brady und präsentierte sich in der bisherigen Postseason als beinahe unstoppbar, speziell bei kürzeren und mittellangen Pässen. Dass er die vergangene Saison wegen eines Kreuzbandrisses verpasste, war kaum spürbar. Spürbar war sein Fehlen jedoch in der letztjährigen Super Bowl.

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CHRIS HOGAN - Wide Receiver - 30 Jahre

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Der Routinier war auf der Patriots-Bildfläche fraglos schon präsenter als in dieser Saison, aber nachdem nicht einmal New England das traurige Receiver-Kapitel Josh Gordon in den Griff bekommen hat, ist in den letzten Wochen wieder mehr Raum für die übrigen Receiver. Dass der 30-Jährige Heldentaten in sich hat, ist kein Geheimnis. Nur als exemplarische Erinnerung: In der letzten Super Bowl fing er sechs Pässe für 128 Yards und einen Touchdown. Damals wurde es jedoch nicht belohnt.

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PHILLIP DORSETT - Wide Receiver - 26 Jahre

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Siehe Hogan. Dorsett hat die frei gewordenen Receiver-Kapazitäten vielleicht am effektivsten genützt, schließlich fing er in jedem der letzten drei Spiele einen Touchdown-Pass. Und auch, wenn es redundant ist: Ebenfalls ein Spieler, der andernorts scheiterte und den New England sinnstiftend einsetzt. Kam 2015 als Erstrunden-Pick in die Liga, konnte sich aber bei den Indianapolis Colts nicht behaupten. Zumindest als Rollenspieler taugt er angesichts seines Talents aber allemal und genau das machen sich die Patriots zu Nutze.

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JAMES DEVELIN - Fullback - 30 Jahre

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Die Lorbeeren streifen so gut wie immer andere ein, aber auch Fullbacks können wichtig sein. Es ist nicht gerade eine Trend-Position in der NFL, aber die Patriots zählen zu jenen Teams, die sich massiv auf die Dienste eines solchen verlassen, da sie mit Develin auch eine gute Besetzung haben. Das zuletzt so starke Laufspiel hat auch viel mit seiner Arbeit als Vorblocker zu tun. Selbst bekommt er eher selten den Ball, aber wenn, dann weiß er durchaus etwas damit anzufangen.

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TRENT BROWN - Left Tackle - 25 Jahre

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Die Patriots verloren nach der letzten Saison ihren langjährigen Left Tackle Nate Solder in Richtung New York Giants. Der in der ersten Runde gedraftete Tackle Isaiah Wynn zog sich in der Preseason einen Achillessehnenriss zu. Umso wichtiger war es daher, dass der einzige Neuzugang der O-Line zumindest mit der Zeit funktionierte. Brown kam recht günstig (manche behaupten als Dankeschön für den Garoppolo-Trade) von den San Francisco 49ers, wo er stets als Right Tackle zum Einsatz kam. Der Wechsel nach links funktionierte, Brady wurde zuletzt bestens beschützt.

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SHAQ MASON - Right Guard - 25 Jahre

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Mason sei stellvertretend für eine sehr gute O-Line genannt, der neben Brown auch David Andrews, Joe Thuney und Marcus Cannon als Starter angehören. Bis auf Brown sind die übrigen bestens eingespielt, stehen sie doch schon seit zumindest 2016 bei New England unter Vertrag. Egal ob im Pass- oder Laufspiel, zuletzt ermöglichte auch die Arbeit der O-Line die jeweils guten Leistungen. Mason hat sich dabei den Ruf als einer der ligaweit besten Blocker im Laufspiel erarbeitet.

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STEPHON GILMORE - Cornerback - 28 Jahre

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Gerade einmal zwei Pro Bowler stellt New England in dieser Saison. Neben Brady kam Gilmore als einzigem Patriots-Spieler diese Ehre zu, und das zurecht. Die Patriots schmeißen in der Free Agency selten mit Geld um sich, aber dass sie den Cornerback 2017 von AFC-East-Rivalen Buffalo verpflichteten, machte durchaus Sinn. Er ist einer der besten Passverteidiger der Liga. In diesem ersten Patriots-Jahr wurde der Super-Bowl-Triumph verpasst, diesen gilt es nun nachzuholen.

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DEVIN MCCOURTY - Free Safety - 31 Jahre

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Nicht nur einer der besten Safetys der Liga, sondern auch im Lockerroom der Patriots eine wichtige Führungsfigur und nicht umsonst einer der Captains. McCourty bringt inzwischen die Routine von neun Saisonen bei New England mit und weiß daher, so nebenbei bemerkt, kaum, wie es sich anfühlt, in einer Saison nicht zumindest bis ins Championship Game zu kommen. Selbiges hat New England nur in seinem Rookie-Jahr nicht erreicht.

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JASON MCCOURTY - Cornerback - 31 Jahre

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McCourty? Das hatten wir doch gerade! Ja, seit dieser Saison spielt auch Devins Zwillingsbruder Jason bei den Patriots. Den ertradete sich New England von den Cleveland Browns, nachdem er zuvor lange Jahre für Tennessee spielte. Von einer 0-16-Saison in die Super Bowl - auch nicht schlecht. Jason ist zwar nicht das Kaliber wie Devin, aber Letzterer scherzte über viele Jahre über seinen Traum, dass die beiden Brüder vereint bei den Patriots spielen sollten. Als es tatsächlich so weit war, rief Devin die Frau Mama an, um die erfreuliche Kunde zu überbringen. Die stand jedoch gerade in die Küche, glaubte an einen erneuten Scherz und war nur mit viel Mühe davon zu überzeugen, nicht sofort aufzulegen und sich wieder dem Festmahl zu widmen.

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PATRICK CHUNG - Strong Safety - 31 Jahre

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Sieht man von seinem 2013er-Seitensprung zu den Philadelphia Eagles ab, geht Chung längst als Urgestein bei den Patriots durch. Seit 2009 steht der 31-Jährige in der Secondary seinen Mann. Letzte Saison ging die Super Bowl ausgerechnet gegen sein Ex-Team verloren. Dies gilt es wieder gut zu machen.

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TREY FLOWERS - Defensive End - 25 Jahre

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Wenn es um klassische Pass Rusher geht, sind die Patriots eher dünn aufgestellt. Meist braucht es gute Schemata, um den gegnerischen Quarterback unter Druck zu setzen. Flowers ist ein wenig die Ausnahme. Er ist ein guter Quarterback-Jäger. Seine 7,5 Sacks führten die Patriots in dieser Saison an, wenngleich diese Zahl natürlich nicht mit den Werten eines Aaron Donald vergleichbar ist. Auch wie er zu Jared Goff durchkommt, wird ein entscheidender Faktor dieser Super Bowl.

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KYLE VAN NOY - Outside Linebacker - 27 Jahre

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Einst sehr günstig aus Detroit losgeeist, ist der Linebacker in seiner dritten Patriots-Saison längst eine Konstante in der Defense der Patriots. In dieser Spielzeit der Leading Tackler (89). Seine großartige Leistung im Championship Game ist noch gut in Erinnerung. Ein sehr vielseitig einsetzbarer Spieler. Seine Qualitäten in der Verteidigung des Laufspiels werden gegen Gurley/Anderson und die starken Lauf-Blocker der Rams definitiv gefragt sein.

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DONT'A HIGHTOWER - Outside Linebacker - 28 Jahre

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Hightower ist fraglos eines der namhaftesten Mitglieder der Patriots-Defense. Nach seiner Rückkehr von einer schweren Verletzung, die ihm weite Teile der vergangenen Saison gekostet hat, war er in dieser Saison vielleicht nicht so stark wie gewohnt. Aber Belichick weiß, wie man ihn ihn einsetzt und dank seiner Erfahrung sicherlich gefährlich für die Rams.

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STEPHEN GOSTKOWSKI - Kicker - 35 Jahre

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Seit 2006 Kicker der Patriots und "erst" zweifacher Super-Bowl-Champion - irgendetwas macht der gute Herr falsch. Nein, ernsthaft: Gostkowski trat nach Adam Vinatieri kein leichtes Erbe an, konnte die großen Fußstapfen jedoch verlässlich ausfüllen und ist inzwischen einer der längstdienenden und am besten verdienenden Kicker der Liga. Nun wartet seine sechste Super Bowl, womit er einen neuen Kicker-Rekord aufstellt - und somit endgültig an Vinatieri vorbeizieht.

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BILL BELICHICK - Head Coach - 66 Jahre

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Ein Genie! Ihm werden einmal viele Denkmäler gebaut werden. Dies steht außer Frage. Die Konstanz und vor allem Konsequenz, mit der er das Patriots-Projekt auf Top-Level hält, ist beeindruckend und in der NFL-Geschichte einzigartig. Man darf gespannt sein, wie sehr ihn der jugendliche Elan von Sean McVay in der Super Bowl herausfordert. Denn bei allem verdienten Lob: Unbesiegbar sind auch die Belichick-Patriots nicht. Aber dank ihm sind sie eben schwer besiegbar.

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Defensive Lines: Wechsel auf die andere Seite der Line of Scrimmage! Und hier braucht man nicht lange diskutieren: Die Rams-Riege gehört auf diesem Sektor zur Creme de la Creme der gegenwärtigen NFL. Aaron Donald ist in der Diskussion um den besten Verteidiger der Gegenwart immer dabei und League-Leader bei Sacks (20,5), Problemkind Ndamukong Suh ist schon länger einer der Besten seiner Zunft – wenn er sich mal zusammenreißt. Dazu noch Michael Brockers: Wenn man eine Defensive Line als "Star-Truppe" bezeichnen kann, dann diese hier. Auf der Gegenseite ist in erster Linie Trey Flowers erwähnenswert, aber die Line ist insgesamt sicher nicht als herausragende Patriots-Stärke zu betrachten.

LAOLA1-Einschätzung: Vorteil Rams. Die Vorderfront der Los-Angeles-Defense soll zur "Linie des Schreckens" für Tom Brady werden. Gewinnt man dieses interessante Duell mit der O-Line, könnten die Patriots ernste Probleme bekommen.

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Linebacker: Eine leichte Aufgabe wird es für alle beteiligten Running Backs nicht. Die Rams haben auf dieser Position ihre Qualitäten gezeigt, als sie mit Mark Ingram und Alvin Kamara das gefährlichste RB-Duo der vergangenen beiden Jahre gegen die Saints völlig aus dem Spiel nahmen (46 Yards – zusammen!). Dazu hatte Dante Fowler seinen Anteil an der spielentscheidenden Interception. Mit Dont’a Hightower und Kyle van Noy finden sich die prominenteren Namen aber bei den Patriots.

LAOLA1-Einschätzung: Vorteil Patriots. Die individuelle Klasse New Englands entscheidet dieses Head-to-Head für sich. Ob die Linebacker gegen die laufenden Rams-Wuchtbrummen entscheidende Akzente setzen können, wird jedoch abzuwarten sein.

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Secondary: Auf beiden Seiten tummelt sich viel Qualität im defensiven Rückraum: Angeführt werden die Rams hier vom fünffachen Pro Bowler und SB-Champion Aqib Talib, der abrundet, welche Star-Ansammlung die Rams in der Defense aufweisen können. Auch Marcus Peters, Lamarcus Joyner und John Johnson haben in jüngerer Vergangenheit ihre Qualitäten bewiesen. Auf der Gegenseite stehen mit Stephon Gilmore und Devin McCourty zwei Erstrunden-Picks, dessen Bruder Jason sorgt dafür, dass erstmals Zwillinge in einer Super Bowl stehen.

LAOLA1-Einschätzung: Vorteil Rams. Eigentlich eines Unentschiedens würdig, werden die Patriots-Defender mit den Difference-Makern der Rams-Offensive einer schwierigeren Aufgabe gegenübersehen.

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Special Teams: In Sachen Kicker gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Greg Zuerlein und Stephen Gostkowski. Die Beiden sind in der Statistik Tabellennachbarn, müssen sich hinter den herausragenden Vertretern ihrer Zunft aber im Mittelfeld einreihen. Gostkowski ist schon 13 Jahre bei den Patriots und darf sich Zweifach-Champion nennen. Rams-Punter Johnny Hekker gehört zu den Besseren der NFL, dafür tritt Julian Edelman als Returner bei den Patriots öfter in Erscheinung – wenn er den Ball erwischt.

LAOLA1-Einschätzung: Vorteil Patriots. Zuerlein hat zuletzt mit der Nervenstärke Eindruck geschunden, in Overtime zur Entscheidung bei den New Orleans Saints aus 57 Yards zu treffen – das Field Goal muss man erstmal machen. Gostkowski kennt die Super-Bowl-Bühne aber in- und auswendig. Wenn man beweisen muss, keine schwachen Nerven zu haben, ein entscheidender Erfahrungsvorteil.

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Coaches: Ein Line-Duell schreibt die größten Schlagzeilen im Vorfeld: Jenes an der Seiten-Line. Bill Belichick gegen Sean McVay, Alt gegen Jung, Erfolgsgarant gegen Newcomer, Guru gegen kreativen Fuchs, Imperator gegen Luke Skywalker. Der 66-jährige Belichick ist siebenfacher(!) Super-Bowl-Champ, zwei Titel fuhr er noch als Assistant bei den New York Giants ein. McVay ist mit 33 Jahren genau halb so jung, war bei Belichicks erster Ring-Eroberung exakt ein Jahr und einen Tag alt. Beim ersten Super-Bowl-Triumph der Trainer-Legende mit den Patriots machte der College-Receiver wohl gerade seinen Führerschein, den man in den Staaten sehr jung machen kann. Perfektionist und "Drill Seargent" Belichick hat sein Team sicher exakt auf die Rams eingestellt, aber vielleicht kann McVay eine Überraschung aus dem Hut zaubern? Im NFC Championship überzeugte der (Auf-)Streber, als er den Gameplan nach völligem Fehlstart in die Partie sauber adaptierte.

LAOLA1-Einschätzung: Vorteil Patriots. Müssen wir das wirklich begründen? McVay gehört die Zukunft, er hat NFL-weit die Nachfrage nach blutjungen Coaches in die Höhe getrieben. Aber Belichick ist vermutlich der beste Coach aller Zeiten und noch hat sein junges Gegenüber Lernpotenzial. Wird McVay lernen müssen, wie man mit einer Super-Bowl-Niederlage umgeht? Oder stellt er einen Altersrekord, vermutlich für die Ewigkeit, auf?

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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