User-Preview auf NFL-Saison 2021: Die NFC-Teams

User-Preview auf NFL-Saison 2021: Die NFC-Teams Foto: © getty
 

Kickoff für die NFL-Saison 2021!

Super-Bowl-Champion Tampa Bay Buccaneers eröffnet die neue Spielzeit in einem Duell zweier NFC-Teams gegen die Dallas Cowboys, entsprechend starten auch wir mit der Preview auf die NFC.

Mit "wir" ist auch dieses Jahr wieder die kleine, aber feine Football-Community von LAOLA1 gemeint, die sich eingeschworen hat, euch wöchentlich die Geschehnisse in der NFL näher zu bringen.

Gleich zu Beginn mit einem Special - eine Vorschau auf die vier Divisions der NFC, die sich die User "mundafinga", "neo" und "KloisG" aufgeteilt haben.


NFC West (von mundafinga)

Arizona Cardinals (2020: 8-8)

Nach einem guten Start in die letzte Saison (6-3) gingen fünf der letzten sieben Spiele verloren und somit wurden die Playoffs verpasst. Trotz dieses enttäuschenden Endes war die letzte Saison ein Fortschritt. Diesen gilt es nun zu bestätigen und den Schritt in Richtung Playoffs zu gehen.

Offense:

Die Entwicklung von QB Kyler Murray ist noch lange nicht abgeschlossen. Im Laufspiel ist er eine der gefährlichsten Waffen der Liga, im Passspiel muss seine positive Entwicklung jedoch noch weitergehen. Das Receiving Corps um Superstar DeAndre Hopkins, Christian Kirk wurde mit A.J. Green nochmals verstärkt. Sie gehören zu den Besseren. Auch die Offensive Line ist schon länger kein Problem mehr, Center Rodney Hudson wird diese nochmal deutlich verstärken. Das Backfield um die beiden Running Backs Chase Edmonds und James Conner ist nominell ligaweit eines der schwächeren, ich erwarte jedoch, dass die beiden ihren Job erledigen, sofern sie fit bleiben. Tight End ist offensiv das größte Problem, im Passspiel wird hier niemand großartig helfen.

Defense:

Es war einer der größten Offseason-Moves: J.J. Watt wechselte von den Houston Texans nach Arizona und wird die Defensive Line verstärken. Zusammen mit dem wiedergenesenen Chandler Jones sollte er ein gefährliches Pass Rush Duo bilden. Das Linebacker-Duo wird mit Isaiah Simmons (2020) und Zaven Collins (2021) aus zwei Erstrundenpicks bestehen. Hier könnte die Unerfahrenheit das Potenzial noch überwiegen. Die Secondary ist nach dem Abgang von Patrick Peterson eine Wundertüre.

Ausblick:

Die Offense wird wieder mehr als 25 Punkte im Schnitt auflegen und das wird auch nötig sein. Die Defense ist abgesehen von der D-Line eine Wundertüte. Wenn die Offense funktioniert und das Playcalling besser wird, kann es Richtung Playoffs gehen. Ansonsten wird es HC Kliff Kingsburys letzte Saison in Arizona. Die brutal starke NFC West hilft natürlich nicht bei diesem Vorhaben. Vorhersage: 7-10

Special Mention by mundafinga: Mit Larry Fitzgerald verlässt einer der ganz Großen die Football-Bühne. Erstmals seit 18 Jahren fehlt die #11 am 53-Mann-Roster der Cardinals. Sollte nichts Überraschendes passieren, war es das wohl mit der Karriere des künftigen Hall of Famers. Es wäre ein leiser Abschied, ohne große Show. Und das würde zu ihm passen. Man könnte einen eigenen Artikel schreiben und etliche Zahlen anführen, die belegen, dass er ein Top 3-Receiver all-time ist. Aber auch neben dem Platz gehört er zu den demütigsten und meist respektierten Spielern der Liga. Und er ist der Grund, dass ich heute Cardinals-Fan bin. Danke und mach’s gut, Larry!

Los Angeles Rams (2020: 10-6, Divisional Round)

Die Rams wurden letzte Saison von ihrer bärenstarken Defense in die Playoffs getragen und konnten in der Wildcard Round sogar den Divisions-Rivalen aus Seattle niederringen. Die offensiven Limitierungen – vor allem durch QB Jared Goff – haben eine weitere Super-Bowl-Teilnahme verhindert. Und genau an diesem Hebel wurde nun angesetzt.

Offense:

Besagter Jared Goff wurde zusammen mit drei hohen Draftpicks in einem Blockbuster-Trade nach Detroit geschickt, um Matthew Stafford zu bekommen. Ein stolzer Preis für einen 33-jährigen Quarterback ohne Playoff-Sieg im Lebenslauf. Nichtsdestotrotz wird er diese Offense auf ein neues Level heben. Die Receiving-Waffen sind mit Robert Woods und Cooper Kupp sowie Tight End Tyler Higbee da. Das Backfield sollte auch ohne den verletzten Cam Akers funktionieren, hier wurde kurzfristig Sony Michel als Backup für Darrell Henderson geholt. Die O-Line sollte auch nicht das große Problem sein.

Defense:

Wahrscheinlich DIE beste Defense 2020 und daran sollte sich nicht allzu viel ändern, solange Aaron Donald und Jalen Ramsey in der Stadt sind. Donald alleine macht diese D-Line zu einer der gefährlicheren, Cornerback Ramsey kann nahezu jeden gegnerischen Top-Receiver entschärfen. Dazwischen gibt es genügend solide bis gute Rollenspieler. Schmerzen könnten trotzdem die Abgänge von Safety John Johnson, Cornerback Troy Hill und natürlich Defensive Mastermind Brandon Staley bereiten. Ein kleiner Rückschritt ist zu erwarten.

Ausblick:

Die Rams sind im Win Now-Modus, das unterstreichen die vielen Draft-Picks, die in den letzten Jahren für verschiedenste Spieler getradet wurden. Doch spätestens jetzt muss dieses Projekt funktionieren. Die Playoffs sind Pflicht und sollten eigentlich auch erreicht werden. Ob es für den ganz großen Wurf reicht, steht auf einem anderen Blatt und braucht auch den neuen DC. Vorhersage: 11-6

San Francisco 49ers (2020: 6-10)

Kein Team hatte vergangene Saison mit derart viel Verletzungspech zu kämpfen wie die 49ers. Dank hervorragendem Coaching auf beiden Seiten des Balles war man trotzdem in den meisten Spielen konkurrenzfähig. Die Playoffs wurden trotzdem deutlich verpasst.

Offense:

Wann übernimmt Rookie-Quarterback Trey Lance für Jimmy Garoppolo? Der Rookie bietet höheres Upside und muss spielen, um sich zu entwickeln. Der Floor ist (noch) mit Jimmy G höher. So oder so, die O-Line wird gut sein, was auch essenziell ist für das Laufspiel und die Art von Offense, die Coach Shanahan aufziehen möchte. Dafür wurde Center Alex Mack von den Falcons geholt und Offensive Tackle Trent Williams teuer verlängert. Wie das Backfield hinter dieser O-Line besetzt ist, sollte fast egal sein, es sah noch fast jeder gut aus. Raheem Mostert und Rookie Trey Sermon sind hier die Top-Optionen. Der Nummer 1-Receiver ist ein Tight End, heißt George Kittle, ist endlich wieder fit und wird vermutlich mit Targets erschlagen werden, da die Receiver Brandon Aiyuk und der verletzungsanfällige Deebo Samuel lauten.

Defense:

Die Secondary ist nach den Abgängen der Cornerbacks Ahkello Witherspoon (Steelers) und Richard Sherman (Karriereende?) ein riesiges Fragezeichen. Diese Defense soll, wird und muss auch über die Front-7 funktionieren. Hier ist Superstar Nick Bosa nach Verletzung wieder zurück, daneben stehen weitere Hochkaräter wie Arik Armstead, Javon Kinlaw, u.a. zur Verfügung. Solomon Thomas wurde dafür an die Raiders abgegeben. Auf Linebacker wurde Fred Warner teuer verlängert, er ist aber auch einer der besten seiner Zunft. Wichtig wird sein wie DeMeco Ryans den Defense Mastermind Robert Saleh ersetzen kann.

Ausblick:

2019 noch in der Super Bowl war letzte Saison zum Vergessen. Nun sollen wieder die Playoffs her und das ist absolut möglich. Ich sehe das Team aus der Bay Area knapp hinter den Seahawks und Rams. Es könnte auch ein Dreikampf werden. Vorhersage: 10-7

Seattle Seahawks (2020: 12-4, Wild Cards)

Man nehme die Offense aus der ersten Saisonhälfte 2020, die Defense aus der zweiten Saisonhälfte 2020, mische dies mit einer verstärkten O-Line und garniere alles mit einem optimierten Playcalling auf beiden Seiten des Balls. Und fertig wäre eine Mannschaft, mit der man um den Titel spielen könnte.

Offense:

Quarterback Russell Wilson ist in seiner Prime, und die sollte nicht weiter verschwendet werden. Mit den beiden Receivern DK Metcalf & Tyler Lockett, Running Back Chris Carson (sofern fit) und Neuzugang Gerald Everett auf Tight End hat er genug Waffen, um die Bälle ordentlich zu verteilen. Right Guard Mike Iupati hat verdient seinen Ruhestand angetreten, man konnte sich auf der vakanten Position mit Gabe Jackson aus Las Vegas sogar verstärken. Insgesamt sollte man eine durchschnittliche Offensive Line, starkes und vor allem konstantes QB-Play gepaart mit jeder Menge Feuerkraft erwarten können. Dies unter der Handschrift des neuen OC Shane Waldron.

Defense:

Einst war es die Legion of Boom, welche man als Erstes mit den Hawks in Verbindung brachte. Anfang letzter Saison war davon nichts mehr zu erkennen. Man war auf dem Weg zu einem neuen Negativrekord in Sachen zugelassene Yards, bevor sich die Defense stabilisierte. Das LB-Corps - mit Bobby Wagner als letztem Ritter der alten SB48-Garde - gehört auch ohne den abgewanderten K.J. Wright zur Ligaspitze. Jamal Adams wurde langfristig gebunden und bildet zusammen mit Quandre Diggs eines der besseren Safety-Tandems der Liga. In der D-Line wird auf Quantität statt Qualität gesetzt. Einzig auf CB fehlt eine klare Nummer 2 neben D.J. Reed.

Ausblick:

Das individuelle Talent auf beiden Seiten des Balls ist definitiv da. Schwachstellen wurden sofern möglich adressiert. Das Rezept ist bekannt, die Zutaten angerichtet und mit Russell Wilson steht auch der Koch bereit. Jetzt heißt es, die PS auch konstant auf das Feld zu bringen. Vorhersage: 12-5 und die Titelverteidigung der NFC West.


NFC North (von neo)

Detroit Lions (2020: 5-11)

Bei den Detroit Lions blieb in dieser Offseason kein Stein auf dem anderen. Nachdem der Alptraum mit HC Matt Patricia noch in der letzten Saison beendet wurde, kam in der Offseason „The Dude“ Dan Campbell. Außerdem ist auch ein neuer GM namens Brad Holmes am Ruder.

Und Brad Holmes hat das Team gleich mal enorm verändert. QB Matthew Stafford wurde getradet und durch einen Liebling von Campbell, QB Jared Goff von den Rams, ersetzt. Der Kader wurde darüber hinaus ausgemistet, und die Draft Picks bzw. Verstärkungen gingen vorzugsweise in die Trenches, was ganz nach Textbook-Rebuilding riecht. Dieses ist auch leider notwendig, nach dem Trümmerhaufen, den das Duo Patricia / Quinn auf beiden Seiten des Balls hinterlassen hat.

Offense:

Offensivspektakel sollte man sich in Detroit jedenfalls nicht erwarten: Nach den Abgängen von QB Stafford und WR Golladay sieht es düster aus im Passspiel. Die schlechteste WR-Gruppe der Liga ist in Detroit zu Hause. Auch wenn QB Jared Goff zumindest ein solider Ballverteiler sein kann (aber mehr nicht) und die O-Line eine der besseren der Liga sein sollte. Es fehlt schlicht die Qualität auf den Skill-Positionen, um konkurrenzfähig sein zu können. Da ändern auch TE Hockenson oder RB Swift nichts daran, die zwar Potenzial haben aber die Offensive auch nicht alleine tragen werden können.

Defense:

Über die desolate Defensive des Vorjahres (sowohl gegen den Run als auch in der Luft) haben wir uns ja noch gar nicht unterhalten – tun wir es lieber nicht. Positives gibt’s auch, wurden doch die Runde 2 und 3 im Draft in die Defense investiert. Mit DT Levi Onwuzurike, DT Alim McNeill und CB Ifeatu Melifonwo gibt’s hier viel Potential. Trotzdem wartet noch sehr viel Arbeit auf die beiden neuen Verantwortlichen in Detroit.

Ausblick:

2 Perfect season nach 2008 incoming? Das ist sicher möglich, wenn man sich die WR-Gruppe ansieht und wenn QB Jared Goff sich außerhalb von McVay’s Sheme schwer tut, zu liefern. Detroits Augen sind auf die mittel- bis langfristige Zukunft gerichtet. Dementsprechend hat man die Lines verstärkt und deswegen werden die Lions auch unangenehmer zu bespielen sein als in der Vorsaison. Viele Siege werden aber leider nicht zu holen sein. Prognose 2-15.

Chicago Bears (2020: 8-8, Wild Cards)

Die Bears suchen seit Jahren einen brauchbaren QB, nachdem man zu lange an QB Mitch Trubisky festgehalten hat. Nun könnte es endlich soweit sein, denn mit Justin Fields wurde im letzten Draft ein vielversprechendes Talent geholt. Der Erfolgsdruck ist hoch in Chicago, HC Nagy & GM Pace sitzen auf den heißesten Stühlen der NFL.

Offense:

Doch Fields ist nicht der einzige neue QB in Chicago und wird sich zunächst hinter den Veteranen QB Andy Dalton & Nick Foles anstellen müssen. Dies liegt zum einen an der löchrigen O-Line und zum anderen daran, dass man in Chicago nicht schon wieder ein QB-Talent verheizen möchte. Wenn die Ergebnisse zum Beginn der Saison nicht stimmen, könnte es schnell ungemütlich werden und Fields früher zum Einsatz kommen als gedacht. Mit WR Robinson, Mooney und Goodwin stehen auch Spieler bereit, die mit einem guten Passer viel Schaden anrichten können. Hinzu kommt mit David Montgomery im Backfield ein starker Running Back, der seinen Zenit noch lange nicht erreicht hat. Die O-Line wurde im Draft in der 2. Runde durch OT Teven Jenkins verstärkt.

Defense:

Die Defense Line & der Pass Rush ist sowieso eines der Stärken des Teams aus Chicago und sollte zu den besseren der Liga gehören. LB Khalil Mack und LB Robert Quinn werden mit DT Akiem Hicks dafür sorgen. Nur im Backfield tut sich das ein oder andere qualitative Fragezeichen auf, was in einer Division mit QB Aaron Rodgers ungut ist.

Ausblick:

Die Bears haben ein solides Team, welches sich akzeptabel schlagen sollte. Die O-Line ist zwar nicht gerade das Prunkstück dieses Teams, aber mit drei potenziellen Starting QB (Dalton, Fields & Foles) sind auch genug Jagdopfer für die gegnerischen Pass-Rusher vorhanden – da sollte einer davon verletzungsfrei durchkommen ;-) Spaß beiseite, ich glaube die gefährliche Front-Line-Defense wird den Bears Fans Spaß machen und wenn es einer aus dem genannten QB-Trio schafft, Mooney, Robinson & Co zu füttern, könnte das definitiv für Playoff-Football reichen. Für mehr sind die Schwächen an der O-Line sowie im Backfield noch zu groß. Prognose 10-7.

Minnesota Vikings (2020: 7-9)

Die Queens habe ich trotz eines kleinen personellen Umbruchs in der Vorsaison stärker eingeschätzt. Leider waren die Leistungen der Defense, der O-Line (inkl. Verletzungsprobleme) und von QB Kirk Cousin in Summe zu inkonstant, um die Playoffs zu erreichen.

Offense:

Mit Spielern wie dem WR-Duo Justin Jefferson/Adam Thielen oder Universalwaffe RB Dalvin Cook sollte die Offense auf dem Papier eigentlich Spaß machen. Allerdings hat die Offense im Vorjahr weitgehend enttäuscht. Fraglich ist, wie lange man es schafft, die Pocket für die RBs & QB Cousins sauber zu halten. Unter Druck hatte Letzterer nämlich im Vorjahr einige Probleme, was 39 Passing Sacks belegen.

Defense:

Nach dem letzten Jahr tu ich mir auch schwer, die Defense der Vikings zu bewerten. In der Theorie sieht das ja eigentlich recht stimmig aus, vor allem die Vertragsverlängerung von S Harrison Smith war wichtig. Allerdings belegen nur 23 Sacks in der letzten Saison, dass man kaum Druck auf die gegnerische Offense generieren konnte. Durch die Luft wurden zwar 2020 15 Interceptions produziert (damit war man im oberen Mittelfeld zu finden) jedoch konnte man daraus zu selten Kapital schlagen. Man wird sehen, ob HC Mike Zimmer in der Offseason Lösungen für die offenkundigen Probleme gefunden hat.

Ausblick:

Die Vikings werden auch 2021 eine Saison mit vielen Aufs und Abs spielen. Mit Christian Darrisaw hat man ein vielversprechendes Talent für die O-Line im Draft geholt, damit sollte man nun eine stärkere O-Line sehen, als im Vorjahr. Ob „Captain Kirk“ daraus Profit schlagen kann, wird man am Platz sehen, er muss sein Level jedenfalls anheben, wenn die Queens um die Playoffs mitspielen wollen. Der Verletzungsteufel (inkl. Corona) darf halt – wie bei so vielen Teams – nicht allzu heftig zuschlagen, sonst droht eine ähnlich schwache Saison wie 2020. Prognose 9:8

Green Bay Packers (2020: 13-3, Conference Championship)

Das Wechseltheater um MVP & Star-QB Aaron Rodgers hat in der Offseason einiges an Staub aufgewirbelt. So ging eigentlich etwas unter, dass die „Cheeseheads“ trotz der für einige Experten desolaten Draft-Class von 2020, bei welcher kein einziger Starter gedraftet werden konnte (die Bewertung für den potenziellen Rodgers-Nachfolger QB Jordan Love steht noch aus), eigentlich eine sehr gute Saison gespielt haben. Regelmäßige Schwächen sah man bei den Packers eigentlich vor allem bei den Special Teams. Daran hat man hoffentlich in der Offseason gearbeitet.

Offense:

Das Prunkstück der Packers war wieder einmal die Offense, angeführt von MVP Rodgers. Die Offense lieferte über weite Strecken der Saison großartige Leistungen ab, obwohl hinter WR Davante Adams sich kein klarer Nr 2 Receiver aufdrängte. Hier wurde mit WR Randall Cobb ein alter Bekannter von QB Rodgers zurückgeholt. Allerdings hatte TE Robert Tonyan im Vorjahr eine „Breakout“-Season und er war ein Mitgrund, warum der offensive Gameplan von Matt Le Fleur aufging. Auch auf RB Aaron Jones war Verlass und das wurde in der Offseason mit einem neuen Vertrag belohnt.

Defense:

Die Defense funktionierte 2020 mit Ausnahme des CCG gut. Der Großteil der Spieler konnte auch gehalten werden. Jedoch ist das Problem des Nummer 2 Corner, das schlussendlich auch den Super-Bowl-Einzug kostete immer noch nicht geklärt. Mit Eric Stokes kam zwar in der ersten Runde des Drafts ein neuer vielversprechender CB, dieser muss sich zu Saisonbeginn noch hinter Kevin King anstellen.

Ausblick:

Die Krone in der NFC North wird auch heuer nur über die Green Bay Packers zu holen sein. Die Veränderungen im Kader halten sich in Grenzen und auch die Draft Class von 2021 scheint definitiv vielversprechender zu sein als das Fiasko im Vorjahr. Die Frage wird sein: Wie motiviert zeigt sich MVP Aaron Rodgers nach denkwürdigem Schauspiel in der Offseason am Lambeau Field? Kann sich die Defense weiter verbessern? Wer drängt sich als zweiter WR als sichere Anspielstation für Rodgers auf? Konnte man die Special Teams in der Offseason stabilisieren? Wenn diese Fragen positiv beantwortet können und es nicht zu viele Verletzungen gibt, sind die Packers für mich definitiv ein Kandidat für den Titel. Der Division-Sieg sollte jedenfalls reine Formsache sein. Prognose 13-4.


NFC East (von neo)

Philadelphia Eagles (2020: 4-11-1)

Es ist kaum zu glauben, aber es ist gerade mal drei Jahre her, dass die Eagles die Super Bowl gewonnen haben. Von einer neuen „Dynastie“ war damals die Rede, welche die kommenden Jahre die NFL prägen wird. Doch nach zwei Seuchensaisonen inkl. dem schlechtesten Regular-Season Abschneiden seit 2012 ist man auf den harten Boden der Realität aufgeschlagen. Die Zeichen wurden in dieser Offseason daher auf einen Neuanfang gerichtet.

Offense:

Nach einer katastrophalen Saison hat man sich vom einstigen Erfolgscoach Pedersen sowie von QB Carson Wentz getrennt. Die Hoffnungen ruhen nun auf Jalen Hurts, der im Vorjahr zwar gute Ansätze zeigte, aber nicht vollends überzeugen konnte. Deswegen wurde relativ spät in der Offseason als Absicherung auch noch QB Gardner Minshew geholt. Wird einer der beiden der neue Franchise QB in Philadelphia? An fehlenden Anspielstationen mit Potenzial können sich beide QB mit WR Jalen Reagor oder dem aktuellen Heisman-Trophy-Gewinner & Rookie DeVonta Smith sowie mit dem TE-Duo Zach Ertz & Dallas Goedert nicht beklagen. Das Backfield wird Miles Sanders übernehmen. Die O-Line bildet noch einiges an Fragezeichen.

Defense:

Vor allem in der Defense sind noch einige Super-Bowl-Gewinner da. Dort sollen DE Brandon Graham gemeinsam mit CB Darius Slay den Laden dichthalten. Aber auch dahinter ist einiges Potenzial vorhanden. Sei es DET Fletcher Cox oder DE Ryan Kerrigan. Die D-Line ist eine der besseren, aber dahinter sind einige Fragezeichen.

Ausblick:

Offene Fragen gibt es aber selbst nach der Offseason genug: Hält die löchrige O-Line in diesem Jahr? Wie viel Hilfe kommt von den Running Backs? Wie entwickelt sich die Defense? Welche Inputs kann Neo-Headcoach Nick Sirianni bringen?

Wenn QB Hurts oder Minshew gute Leistungen abliefern, traue ich den Eagles durchaus zu, eine der Überraschungen der Saison zu werden. Dahinter steht aber ein sehr großes Fragezeichen. Zumindest ein Auge ist daher bei den Eagles wohl auf einen Neuanfang gerichtet, vermutlich QB inklusive. Prognose 5-12

Dallas Cowboys (2020: 6-10)

Die Offense Hui, die Defense Pfui – so könnte man den Zustand der Cowboys zusammenfassen nicht nur letztes Jahr sondern auch jetzt. Wenn aber dann auch noch der Star-QB in Person von Dak Prescott verletzt ausfällt, wird aus dem Hui bei der Offense ganz schnell ein Pfui. So gesehen und geschehen im letzten Jahr.

Offense:

Die Schulterverletzung von QB Dak Prescott ist es auch, was den Cowboys Fans Angst & Bange macht, denn er hat keinen Preseason-Snap absolviert. Zum Season-Opener gegen den aktuellen Super-Bowl-Champion, den Tampa Bay Buccaneers, sollte er jedoch fit sein. Zugegeben: Head Coach MacCarthy wird eine höchst unterhaltsame Offense um QB Prescott mit WR Cooper, Gallup und Lamb sowie RB Elliot auf das Feld schicken können. Hinzu kommt eine der besten, wenn nicht die beste O-Line der NFL. Namen wie La’el Collins oder Zack Martin sind vielen ein Begriff.

Defense:

Auf der anderen Seite des Balles herrscht vor allem auf der LB-Position mit van der Esch, Keanu Neal und First-Round-Pick Micah Parsons ein Überangebot. Dafür gibt’s auf anderen Positionen, vor allem im Backfield, mehr oder weniger große Baustellen.

Ausblick:

Die Rückkehr von QB Prescott sollte dem Team gut tun, jedoch sollten seine Verletzungsprobleme in der Vorbereitung die Alarmglocken laut schrillen lassen: Hat er doch erst einen großen Vertrag über vier Jahre und 160 Mio Dollar unterschrieben. Sollte der Star-QB der Cowboys für einige Wochen ausfallen, sehe ich eine weitere Horror-Saison mit Pleiten, Pech & Pannen auf Americas Team zukommen. Sollten sich die Verletzungssorgen um Prescott als unbegründet herausstellen, traue ich den Cowboys trotz des lückenhaften Kaders eine ausgeglichene Saison zu, was aber zu wenig sein wird für die Playoffs und die Ansprüche in Texas. Damit wird’s auch die letzte Saison von McCarthy in Dallas. Prognose 8-9.

New York Giants (2020: 6-10)

Bei den Giants schaut es genau umgekehrt aus wie bei den Cowboys: Starke Defense und schlechte Offense, dazu die Verletzung von Saquon Barkley im Vorjahr, die Stagnation von QB Daniel Jones. Damit war nicht viel zu machen.

Offense:

Auf der offensiven Seite des Balls wird viel vom Comeback des Star-RB Barkley abhängen. Kann er QB Jones entlasten und für regelmäßige Big Plays sorgen? Wie entwickelt sich Jones weiter? Wie fügt sich WR Kenny Golladay ein, der WR-Abgang Golden Tate ersetzen soll? Hier wird HC Joe Judge auch kreative Spielzüge finden müssen, um den Gegnern Kopfzerbrechen zu bereiten.

Hierzulande war auch der Tiroler RB Sandro Platzgummer ein großes Thema. Leider hat er es vorläufig nur auf den Practice Squad der Giants geschafft. Von dort könnte er jedoch – wenn sich ein anderer RB der Giants im Laufe der Saison verletzt – aktiviert und in der Folge auch eingesetzt werden.

Defense:

Die Defense sollte sich im oberen Mittelfeld der Liga etablieren. Mit CB Adoree Jackson und EDGE Azeez Ojulari gab es in diesem Mannschaftsteil einen enormen Talentnachschub. Mit Xavier McKinney, Julian Love oder James Bradberry (alle Backfield) gab es dort schon vorher gute Spieler mit Potenzial. Soll heißen: Die Offenses der Gegner sollten es in diesem Jahr schwerer haben, gegen die Giants zu Punkten, vor allem durch die Luft.

Ausblick:

Ich bin von QB Daniel Jones nicht überzeugt und deswegen rechne ich mit einer eher schwächeren Saison der Giants. RB Barkley muss nach seiner Verletzung erst wieder der dominante Spieler werden, der er war. Und die hochveranlagte aber durch die Bank junge Defense der Giants wird die Franchise (noch) nicht alleine in die Playoffs tragen können. Unterm Strich kommt eine weitere schwere Saison auf die Giants zu, welche die Antwort liefern sollte, ob QB Daniel Jones der Mann der Zukunft in New York ist – ich zweifle wie gesagt daran. Prognose 6-11.

Washington Football Team (2020: 7-9, Wild Cards)

Das Washington Football Team weiß wohl selbst nicht, wie es letztes Jahr mit nur 7 Siegen in die Playoffs gespült wurde. Aber die schwache Division mit vier Minus-Recorden half dabei sehr stark. Das quasi ohne wirklichen QB mit NFL-Niveau. Man könnte von Glück sprechen und der schwachen Division. Doch da ist weitaus mehr.

Offense:

Nach der QB-No-Show in der vergangenen Saison und der fehlgeschlagenen Verpflichtung von QB-Star Aaron Rodgers in der Offseason versucht man diesmal sein Glück mit einer wahren Wundertüte. Ryan Fitzpatrick wird der Starting QB beim Football Team heißen. Fitzmagic verspricht zumindest Unterhaltung und man darf gespannt sein, ob er als Fixstarter das Team in die Playoffs führen kann. Eine solide O-Line sowie Passempfänger wie TE Logan Thomas, RB JD McKissic oder WR Terry McLaurin, die im letzten Jahr bei teilweise konfusem QB-Spiel ihr Potenzial aufblitzen ließen, sollten helfen.

Defense:

Washington zeichnet sich durch eine harte Defense, vor allem im Pass Rush, aus. Besorgniserregend wenn man bedenkt , dass sie in ihrer aktuellen Entwicklung noch nicht am Ende ist. Die Defense ist wohl noch mindestens eine Stufe über die Verteidigung der Giants zu stellen und wird auch in dieser Saison zu den besten der NFL gehören. Die QB der Gegner fürchten sich wohl jetzt schon, wenn sie dem Quartett DE Chase Young, DT Daron Payne, DE Montez Sweat und DT Jonathan Allen gegenüberstehen. Da ist es zu verschmerzen, dass es im Backfield trotzdem noch Steigerungspotenzial für die kommende Saison gibt.

Ausblick:

Die gefährliche Defense und das QB-Upgrade auf Fitzmagic werden ausreichen, um die NFC East zu gewinnen – diesmal sogar mit einer positiven Bilanz. Den Conference Titel sehe ich nicht in Washington. Die offenen Fragen sind, ob HC Ron Rivera die nötige Konstanz in das Spiel seines QB bringen kann und wie anfällig sich das Backfield präsentieren wird. Prognose 10-7.


NFC South (von KloisG)

Atlanta Falcons (2020: 4-12)

Was war das letzte Team, das die NFC South gewonnen und nicht New Orleans Saints geheißen hat? Richtig: Atlanta Falcons. Allerdings war das in der Saison 2016 der Fall. Die schlechte letzte Saison kostete Head Coach Dan Quinn und General Manager Thomas Dimitroff – bereits in Woche 5 der vergangenen Saison – den Job. Mit Arthur Smith – nach der Saison von Tennesse geholt – als neuen Coach und einer Offseason soll es besser werden.

Offense:

Matt Ryan kann werfen, das wissen wir, auch mit 36 Jahren. Aber zu wem soll er werfen? Nachdem Julio Jones die Franchise Richtung Tennessee verlassen hat, soll es Kyle Pitts richten. Wer als 4th Overall Pick im Draft als TE gezogen wird, hat zu liefern und Pitts wird liefern, zumal Ryan neben Ridley nicht viele Optionen bleiben. Das Backfield ist nicht das Beste, der Starter heißt Mike Davis. Viele Hoffnungen ruhen auf dem neuen HC Arthur Smith. Er soll der Mastermind hinter Ryan Tannehill und Derrick Henry gewesen sein.

Defense:

Ok, im Draft wurde mit Richie Grant ein Safety gedraftet und natürlich wurden auch noch andere Spieler geholt, aber die 29th Defense der vergangenen Saison muss sich schon sehr strecken, um in die obere Hälfte des Rankings zu kommen. Und als Außenstehender wüsste ich auch nicht, warum das passieren sollte.

Ausblick:

Atlanta hat es schwer. Die Division ist gut und Konstanz traue ich Atlanta noch keine zu. Es werden ein paar Shootouts mit Highlight-Catches von Pitts dabei sein, aber am Ende bleibt eine 4-13 Saison über.

Carolina Panthers (2020: 5-11)

Das Jahr eins nach Cam Newton war hart, fiel doch auch Star-Running-Back Christian McCaffrey verletzt aus. Zumindest heuer könnte er wieder Yards und Punkte machen. Ob es für einen besseren Record reicht, hängt von Sam Darnold, dem neuen Starting-QB, ab.

Offense:

Eine gesamte Offense auf zwei Personen zu minimieren ist gemein, in diesem Fall aber sehr naheliegend. McCaffrey kann alles und wird es auch zeigen müssen, eine so große Tiefe hat Carolina nicht. Von McCaffrey weiß man zumindest, was man sich erwarten kann, anders sieht es bei Sam Darnold aus. Nach drei Saisonen mit insgesamt 45 TDs und 39 INTs ist Schluss bei den New York Jets. Das Talent sollte da sein, die Frage ist nur, ob OC Joe Brady Darnolds Turnovers ausmerzen kann und ob seine College-Style-Offense Darnold besser liegt.

Defense:

Nachdem im Draft 2020 bereits alles Defense-Spieler gezogen wurden, war auch der erste Pick im 2021 Draft ein Defense-Spieler. Mit CB Jaycee Horn wurde ein zukünftiger Pro Bowler ausgewählt. Mit ihm und einer ansonsten jungen und guten Defense könnte spannender Football anstehen.

Ausblick:

Die Panthers haben Potenzial, sind aber vermutlich noch nicht die zweite Kraft in der Division. Mein Tipp: 6-11. Mit der jungen Defense könnte es die nächsten Jahre aber interessant werden. Geht der Darnold-Schachzug auf, ist auch mehr drin.

New Orleans Saints (2020: 12-4, Divisional Round)

Die größte Storyline: Wer folgt Drew Brees als Starting-QB nach? Spoiler, erstmals seit 2008 wird der Starting-QB nicht Brees sondern Jameis Winston heißen. Nach dem vierten NFC South Title in Folge war abermals früh in den Playoffs Schluss. Tampa warf die Saints raus. Der Roster ist weiter talentiert, die Frage ist, was ohne das „Hirn“ Brees geleistet werden kann.

Offense:

Alvin Kamara, Alvin Kamara, Alvin Kamara. Na gut, es gibt auch noch andere gute Spieler, aber mit Jameis under center wird auch heuer wieder genug Arbeit für Alvin Kamara bleiben. Viel Hilfe von seinen Receivern kann man – am Papier zumindest – nicht erwarten. Thomas ist verletzt und wird vermutlich die ersten sechs Spiele ausfallen. Dahinter wird es dünn. Mein Sleeper: Marquez Callaway.

Defense:

Man glaubt es kaum, aber die Saints sind zu einer wirklich guten Defense-Mannschaft geworden. Platz vier im vergangen Jahr sollte keine Eintagsfliege gewesen sein. Großes Fragezeichen: Wer spielt CB neben Lattimore – wenn dieser nicht noch wegen unerlaubten Waffenbesitzes gesperrt wird.

Coaching:

Mit Jameis Winston hat Sean Payton wieder einen Quarterback, welcher auch tiefe Bälle werfen kann.

Ausblick:

Die Frage ist nur, wie gut kann Payton Winstons Turnover-Affinität unter Kontrolle bringen. Gelingt das, könnte das erste Jahr ohne Brees kein schlechtes werden. 10-7 und Platz zwei in der Division. Als Division-Sieger hat man zwar einen schweren Schedule, aber es gibt alleine in der NFC South vier „einfachere“ Matches, wobei Division Matches nie einfach sind. Interessant ist außerdem der Fakt, dass die Saints 2019 5-0 (Bridgewater) und 2020 3-1 (Hill) auch ohne Brees gar keinen so schlechten Football spielen können.

Tampa Bay Buccaneers (2020: 11-5, Super Bowl Champion)

Der Super-Bowl-Sieger des vergangenen Jahres schickt sich an seinen Coup zu wiederholen. Obwohl letztes Jahr „nur“ 11-5 und als Platz zwei in der Division abgeschlossen, marschierte man bis zum Titel durch. Das Beängstigende: Alle 22 Starter inklusive Coaches konnten gehalten werden.

Offense:

Natürlich, Tom Brady wird nicht jünger, aber hat man seine paar Preseason-Pässe gesehen, weiß man, dass auch ein 44-Jähriger gute Bälle werfen kann. Das WR-Corps ist zwar nicht das jüngste, aber mit Evans, Godwin und Brown sicher einer der besten der Liga. Hinzukommen noch Namen wie TE Gronkowski, RB Fournette, TE O.J. Howard, RB Ronald Jones und RB Giovanni Bernard.

Defense:

Eigentlich könnte man hier mit einer Aufzählung des Who‘s-Who weitermachen: Lavonte David, Devin White, Jason Pierre-Paul, Vita Vea, Ndamukong Suh, Antoine Winfield Jr. … und im Gegensatz zur Offense ist vor allem die Secondary noch recht jung. Für mich gibt es keinen Grund, warum die 6th Defense der letzten Saison nicht auch wieder auf einem ähnlichen Niveau agieren soll.

Ausblick:

Repeat? Warum nicht? Es wäre alles angerichtet. Eine eingespielte Mannschaft, gutes Coaching, eine ruhige Offseason, einzig die Super Bowl findet dieses Jahr nicht in Tampa statt. Den Heimvorteil gibt es also nicht mehr. Wobei ein gewisser Tom Brady aus Kalifornien kommt, wo auch das SoFi Stadium, das Zuhause der Super Bowl LVI, beheimatet ist.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

KOMMENTARE..