news

User Endzone: Wie sehr kann man ein Team vercoachen?

Episode #12: Die Goff-Milchmädchenrechnung. Josh Allens Kopfscherzen. Die Zukunft der QB-Position. Eine "blandende" Pick-6 - und eine historisch peinliche.

User Endzone: Wie sehr kann man ein Team vercoachen? Foto: © getty

Da sind wir wieder!

Auch in der NFL-Saison 2023 gibt es viel zu besprechen, speziell nach Week 12.

Gut also, dass es die "User Endzone" gibt - das NFL-Format von EUCH für EUCH.

Zwei User geben in verschiedenen Kategorien ihre Expertisen, Meinungen und Ansichten zum besten.

Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen und gerne auch Anregungen, schließlich will auch dieses Format weiterentwickelt werden.

Die Hosts in Week 12: "Neo" und "TheLuky".

<<<Das "Archiv" der User Endzone>>>

THELUKY:

Philadelphia Eagles (10-1) vs. Buffalo Bills (6-6) 37:34 OT

Super-Bowl-Hangover, Niederlage gegen die Jets (ohne vernünftigen Quarterback) – man könnte meinen, die Eagles haben ein schwieriges Jahr vor sich. Lange Zeit wusste man auch nicht, wo man die Philadelphia Eagles einordnen soll. Nach Siegen gegen die Cowboys, Chiefs und jetzt gegen die Bills weiß man es aber: Die Eagles sind for real und der absolute Favorit auf den Titel.

Aber von vorne weg: Für die Buffalo Bills ging es vor allem darum, den Anschluss an die Playoffplätze nicht zu verlieren und genauso gingen sie auch in das Spiel und konnten den Eagles von Anfang an Paroli bieten. Doch in Führung gingen - wie sollte es anders sein? - die Eagles mit einem meiner Meinung unfairen Spielzug (wer soll denn das verteidigen?!), dem Tush Push.

Nach einem anschließend guten Drive der Bills inkl. Field Goal warf Hurts eine Interception und die Mannen aus Buffalo konnten durch einen in MVP-Form agierenden Josh Allen in Führung gehen, welche Stefon Diggs, nach einem Fumble von Hurts, sogar noch weiter ausbaute und somit die 17:7 Halbzeitführung herstellte.

Kurz nach der Halbzeit vergeigte Tyler Bass sein zweites Field Goal an diesem Abend, was sich später noch rächen sollte, denn nun gipfelte alles in einem offenen Schlagabtausch. Es folgten drei Touchdown-Drives in Folge, zwei von den Eagles und einen Scramble Touchdown durch Allen.

Doch dann passierte das, was den Bills bereits öfters passierte, sie gaben ein Spiel durch unnötige Fehler aus der Hand, mit einem Point Differential von +101 sollte man eigentlich keine negative Bilanz aufweisen. Philadelphia bestrafte dies und ging Mitte des 4ten Quarters in Führung. Danach wurde es dramatisch, denn die Bills eroberten kurz vor Ende des Spiels mit einem Touchdown-Pass auf G. Davis die Führung zurück. Danach sah man allerdings, was ein guter Kicker im Team für einen Unterschied ausmachen kann, denn Jake Elliott versenkte das Leder aus 59 Yards eiskalt und rettete somit sein Team in die Overtime.

Eine Overtime, die bei Josh Allen wohl bereits vor dem Kickoff für Kopfschmerzen sorgt, denn dieser verlor in seiner sechsten Overtime bereits zum sechsten Mal, Jalen Hurts sorgte mit seinem 5. (!) Touchdown an diesem Abend für die Entscheidung.

So wird es für die Bills sehr schwierig, den Weg in die Playoffs noch zu finden. Für die Eagles hingegen deutet vieles auf den TOP-Seed in der NFC hin.

Denver Broncos (29:12-Sieg gegen die Cleveland Browns)

1-5 Record, ein 20:70 Debakel gegen die Miami Dolphins, recht viel Schlimmer hätte die Saison der Denver Broncos nicht beginnen können. Die Medien zerrissen die Broncos und Head Coach Sean Payton in der Luft. Doch mit dem, was danach folgte, hätte keiner gerechnet, denn die Denver Broncos gewannen die darauffolgenden 5 Spiele (darunter Siege gegen Topteams wie die Kansas City Chiefs und die Buffalo Bills) und stehen nun mitten im Playoff-Rennen.

Eindrucksvoll ist vor allem, dass sowohl die Offense - diese Woche schenkten sie der wohl besten Defense der Liga immerhin 29 Punkte ein -, als auch die Defense immer besser in Fahrt kommt.

So kann es für Payton und Co. sogar mehr als nur die Playoff-Teilnahme geben, nein so können sie auch in der Postseason jeden Gegner ärgern.

Kyren Williams (RB, Los Angeles Rams - 143 Rushing Yards, 61 Receiving Yards, 2 TDs)

Ich habe mich diese Woche für Kyren Williams entschieden und das, obwohl er mir als mein Gegner in der Fantasy Liga 520 Punkte einschenkte.

Er ist es, der als Newcomer das Laufspiel wieder ankurbelt und zu einem richtig starken macht, ebenfalls ist er als Receiving-Back immer wieder eine wichtige Anspielstation für seinen Quarterback. Die Rams stehen zwar noch immer bei einer negativen Bilanz, sollte aber Williams seine Form beibehalten und somit für noch einige weitere Siege der LA Rams sorgen, könnte am Ende sogar noch die Playoff-Teilnahme herausspringen.

Brandon Staley (Head Coach Los Angeles Chargers)

Wie sehr kann man eine wirklich gute Mannschaft (sowohl Offense als auch Defense) vercoachen?

Brandon Staley: Ja!

Ja gegen diese Ravens kann man verlieren, ja die Defense der Ravens ist eine der stärken Units in der NFL, ABER mit dieser Niederlage können die Chargers die Playoff-Hoffnungen nun endgültig begraben. Und das liegt nicht an der Niederlage gegen die Baltimore Ravens.

Mit vielen Vorschusslorbeeren kam Staley von den Rams zu den Chargers, diesen wurde er aber bisher bei weitem nicht gerecht. Sein Steckenpferd, die Defense, macht einfach viel zu wenig aus ihren Starspielern (immerhin reden wir hier von einem Khalil Mack & Joey Bosa – um nur einmal zwei zu nennen) und auch die Offense, mit jede Menge Talent gesegnet und einem Quarterback, den wohl die meisten Head Coaches mit offenen Armen empfangen würden, holt einfach viel zu wenig raus.
Hinzu kommt ein oftmals schlechtes Playcalling und vor allem ein desaströses Clock-Management, das viele vermeidbare Niederlagen bescherte.

Nachdem mit Frank Reich von den Carolina Panthers der zweite Head Coach in der Saison seine Segel streichen musste, wird es bei den Chargers nun ebenfalls zu evaluieren sein, ob der Weg mit Brandon Staley noch der richtige ist.

ROOKIE IM FOKUS: JAYDEN REED (Green Bay Packers)

Hier habe ich mir nach Rashee Rice in Week 6 ebenfalls für einen weiteren Wide Receiver entschieden. Nachdem über Jahre hinweg bei den Green Bay Packers die Baustelle der Passempfänger ignoriert wurde, wurde dieses Mal im Draft in Runde 2 ein ebensolcher ausgewählt.

Und das dankt er mit immer besser werdenden Leistungen und hält mittlerweile bei 497 Yards und 5 Touchdowns bei 36 Reception in dieser Saison und trug vor allem bei dem doch überraschenden Sieg gegen die Detroit Lions (hierzu wird ja mein Schreiber-Kollege mehr sagen können :-) ) mit 16 Rushing Yards und 34 Receiving Yards samt Touchdown einiges bei.

Wenn er so weiter macht, kann er Jordan Love, um einiges erleichtern, das Rodgers Erbe anzutreten.

ALLE SPIELER DER WOCHE:

Week Spieler 1 Spieler 2
1 T.J. Watt Tyreek Hill
2 John Metchie III Mike Evans
3 Adam Thielen Keenan Allen
4 David Montgomery Damar Hamlin
5 Zack Moss Fred Warner
6 Trey Hendrickson Raheem Mostert
7 D'Onta Foreman National Tight End Day
8 Tyreek Hill DeAndre Hopkins
9 C.J. Stroud Joshua Dobbs
10 Geno Smith CeeDee Lamb
11 Jalen Ramsey Trevor Lawrence

ALLE VERLIERER DER WOCHE

Week Loser 1 Loser 2
1 Joe Burrow Chiefs-Receiver
2 Minnesota Vikings Denver Broncos
3 Chicago Bears Dallas Cowboys
4 Mac Jones New Orleans Saints
5 Sean Payton Buffalo Bills
6 Jimmy Garoppolo Chicago Bears
7 Washington Commanders Buffalo Bills
8 Chiefs-Receiver Jets und Giants
9 N"if"L Arizona Cardinals
10 New York Jets Offense Tennessee Titans
11 Bengals-Verletzungen Los Angeles Chargers

NEO:

Houston Texans (6-5) vs. Jacksonville Jaguars (8-3) 21:24

Auf dieses Spiel habe ich mich eigentlich schon die ganze Woche gefreut: Die Zukunft der NFL auf der QB-Position im direkten Division-Duell, in anderen Worten: Trevor Lawrence vs. C. J. Stroud.

Beide Teams sind meiner Meinung nach (noch) als Rebuild Projekte anzusehen, wobei die Jaguars ihren Franchise QB schon zwei Jahre länger am Roster haben und er somit in diesem QB-Prestige-Duell schon fast als Veteran gilt, denn: Bei Trevor Lawrence weiß man ja mittlerweile schon, dass er das QB-Spiel in den kommenden Jahren prägen wird. Zu gut war seine letzte Saison, zu gut agiert er in einer unausgeglichenen Offense.

Ähnlich sieht die Situation bei C.J. Stroud aus, der diesjährigen Rookie Sensation: Er spielt nicht nur wie ein Veteran, sondern scheint wirklich ein Volltreffer für die Texans zu sein und wird deren QB-Suche wohl auf Jahre beenden, sollte es keine unvorhersehbaren Vorkommnisse (Verletzungen, usw) kommen – soweit lehne ich mich mittlerweile aus dem Fenster, Stroud hat mich in der bisherigen Saison nach Zweifel beim Draft vollends überzeugt, nicht zuletzt im ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams im September, als die Texans die Jaguars 37:17 abfertigten.

Doch das Duell sollte diesmal auch halten, was es versprach: Beide QB lieferten über weite Strecken des Spiels ab und warfen jeweils über 300 Yards. Bemerkenswert fand ich, dass „Rookie“ C.J. Stroud 4 Sacks einstecken und sehr oft unter Druck agieren musste, und trotzdem ein beinahe fehlerfreies Spiel sowohl durch die Luft als auch am Boden ablieferte, während Lawrence doch eine Interception einstreute. Das QB-Duell ging daher für mich an diesem Abend an C.J. Stroud.

Spielt der eigene QB besser, heißt das aber noch lange nicht, dass man das Spiel am Ende gewinnt: Das mussten die Texans an diesem Abend leidvoll erfahren: Zwei vergebene Field Goal Versuche von Texans Kicker M. Ammendola aus jeweils mehr als 50 Yards Entfernung machten den Unterschied zu Gunsten der Jaguars in diesem packenden Spiel aus – kein Vorwurf an dieser Stelle, der letzte Versuch hätte auch locker reingehen können - Doink:

Ein wenig gestört haben mich einige Flaggen der Refs in diesem Spiel: Die Pass Interference-Calls insbesondere in der zweiten Halbzeit waren schon sehr abenteuerlich und auch das hat das Spiel meiner Meinung nach ein wenig zu Gunsten der Jaguars entschieden – Schade! Am Ende hatte ich aber doch auch das Gefühl, dass neben dem unglücklichen Flaggen und den Miss-Kicks doch die Jaguars am Ende das aggressivere und auch das abgezocktere Team waren, nach einem Duell auf Augenhöhe.

Die Jaguars stehen somit bei einem 8-3 Record und werden sich wohl den Division-Sieg in der AFC South nicht mehr nehmen lassen. Dem Team ist auch zuzutrauen, in den Playoffs Alarm zu machen. Bei den Texans glaube ich nicht, dass es in diesem Jahr schon für Playoffs reicht – das Spiel gegen die Broncos kommende Woche wird uns diesbezüglich mehr Auskunft geben - ABER: Der Rookie of the year award dürfte C.J. Stroud nicht mehr zu nehmen sein und der Ausblick in die mittelfristige Zukunft mit der geschlossenen QB-Baustelle ist dadurch keine schlechter.

Baltimore Ravens (20:10-Sieg gegen die Los Angeles Chargers)

Wer ist derzeit der Top Seed in der AFC? Natürlich die Chiefs, Dolphins, Jaguars Baltimore Ravens! Und damit war das Team der Woche für mich schnell gefunden. Die Ravens haben sich für mich nun endgültig zu einem “Contender” gemausert: Man hat bisher bis auf ein Spiel mit mehr als einem Score gewonnen und die Niederlagen gegen die Colts (WTF), Steelers (WTF 2) und Browns hat man mit nur einem Score verloren. Spiele die man eigentlich nicht verlieren darf, aber wenn dann lieber in der Regular Season als in der Offseason.

Mir taugt das Konstrukt der Ravens: Eine aggressive & harte Defense (ligaführend mit 47 Sacks!), welche schon seit Jahren die Stärke des Teams darstellt, trifft auf QB Lamar Jackson, der X-Faktor des Teams, der jedes Spiel in Alleingang entweder mit seinem (konstanter) werdenden Arm oder mit seiner außergewöhnlichen Athletik gewinnen kann. Das ist einfach ein Spielerprofil, das seinesgleichen sucht.

Dementsprechend gewinnen die Ravens auch mit ihm im Lineup konstant, man kann nur hoffen, dass Lamar die Saison durchspielen kann – sein Spielstil ist zwar spektakulär, aber wohl nicht sonderlich gesundheitsfördernd. Ich freue mich schon darauf, dieses extrem unangenehm zu bespielende Team in den Playoffs zu sehen, denn davon gehe ich Stand heute aus auch wenn es noch keine “Gmahte Wiesn” ist.

Insgesamt sind die Ravens in den letzten Jahren immer unter ihrem Wert geschlagen worden – meist auf Grund des Verletzungsteufels, auch in diesem Jahr muss man z.B. schon auf Star-TE Mark Andrews auf Grund einer Knöchelverletzung für den Rest der Saison verzichten, einer Lieblingsanspielstation von QB Jackson.

Es wartet nun in Woche 13 eine Bye Week auf die Ravens, wo man sich entspannt anschauen kann was die Konkurrenz so treibt. Dann geht es gegen die Rams, Jaguars und in Week 16 gegen die 49ers - nicht gerade gegen Fallobst der Liga. Insbesondere auf das Spiel gegen die 49ers freue ich mich sehr, das sollte eine echte Standortbestimmung in Richtung Playoffs werden.

DaRon Bland (CB, Dallas Cowboys - Pick-6, 10 Tackles)

Wer hält den Rekord für die meisten Pick 6 in einer NFL Saison? Seit dem diesjährigen Thanksgiving DaRon Bland von den Dallas Cowboys. Und das Ende November, es wird noch eineinhalb Monate Regular Season Football gespielt und es stehen noch 6 Spiele aus! Genug Zeit also, um den Rekord weiter auszubauen.

Um die Zahl ein wenig in Relation zu setzen: Hinter WR CeeDee Lamb (6 TD) hat Bland (5 TD) als DEFENSIVSPIELER bisher die zweitmeisten Touchdowns des Cowboys-Roster gescort – noch vor RB Pollard, WR Cooks, TE Ferguson und wie die Offensiv-Stars alle heißen. Und das ist nicht alles: Er führt folgerichtig mit insgesamt 7 abgefangenen Bällen auch die Interception-Statistik der Liga an. Für einen # 167 Overall-Pick ist das keine schlechte Ausbeute, wenn man bedenkt, dass der Kerl in seiner Rookie-Saison im Vorjahr schon 5 Interceptions produziert hat.

Daher war für mich natürlich klar, dass Bland in dieser User-Endzone-Ausgabe der Spieler der Woche werden muss. Nachfolgend darf ich euch das heurige Highlight-Video von Daron Bland zum Zurücklehnen und genießen ans Herz legen und bedenkt: Der Typ ist kein Receiver sondern ein CB und ein # 167 overall pick.

Americas Team performt nicht nur Dank DaRon Bland bisher ganz gut, auch der von mir schon oft kritisierte QB Dak Prescott zeigt in dieser Saison zwar schwankende Leistungen, aber zuletzt doch aufsteigende Form. Der Restschedule mit Seahawks, Eagles, Dolphins & Lions in den nächsten 4 Spielen hat es aber in sich und da wird man wohl dann sehen, ob mit den Cowboys in den Playoffs zu rechnen sein wird.

Detroit Lions (22:29-Niederlage gegen die Green Bay Packers)

Ja, ich weiß, letzte Woche sprach Peter Altmann noch von einem "guten Team, das auch nach einer schlechten Leistung" gewinnt. So geschehen gegen die Bears. So nicht geschehen gegen die Packers an Thanksgiving. Da hat man völlig verdient verloren und man war in vielen Belangen unterlegen, was ja an und für sich nicht schlimm ist, denn bei einer 8-3 Bilanz steht man insbesondere in der schwächelnden NFC-North immer noch gut da.

Dennoch muss man ganz klar resümieren: Sowohl gegen die Bears, als auch die Ravens & nun auch gegen die Packers wurde den Lions ganz klar ihre Schwachstellen aufgezeigt: Pressure! Pressure! Pressure! Wenn die Lions O-Line an der Line of Scrimmage nicht absolut dominiert, ist die Offense sehr limitiert. Unter Druck funktioniert Goff einfach nicht, das hat er bei den Rams schon gezeigt und das kann man auch bei den Lions beobachten, auch wenn er insgesamt eine gute Saison spielt. Sein Verhalten, wenn er unter Druck gesetzt wird, wird nicht mehr besser und das ist auch der Hauptgrund, warum Rams HC McVay Goff (und viel Draft-Munition) gegen QB Stafford getauscht hat (und mit dem Move auch die SB geholt hat). Unterm Strich ergibt das eine einfache Milchmädchenrechnung:

Dominante O-Line + Goff = Kann gute Ergebnisse bringen und lässt Goff wie einen Elite QB aussehen.

Keine dominante O-Line + Goff = Bringt schlechte Ergebnisse und bringt das „wahre“ Gesicht von Goff zum Vorschein.

Dies und die Defense, die seit Jahren selbst kaum konstanten Druck an der Line of Scrimmage erzeugt gepaart mit der oft zweifelhaften Passverteidigung zeigen ganz klar auf, wo die Lions wirklich stehen: Und zwar vor einer möglichen Playoffteilnahme, aber weit weg von den potenziellen Contender a’la Eagles, Chiefs, Ravens, 49ers usw.

Klar: Der Record schaut (noch) gut aus für die Lions und der Schedule meint es ebenfalls gut. Aber alle, die die Lions auf Augenhöhe mit den Eagles oder den 49ers gesehen haben, sollte nun die Augen geöffnet worden sein. Ich bin daher gespannt wie der Coaching Staff mit den schon länger bekannten Problemzonen in den nächsten Wochen umgeht – die Konkurrenz wird sich bestimmt die letzten beiden Spiele + die Watschen gegen die Ravens anschauen und ihre Schlüsse ziehen. Die Division ist noch lange nicht in trockenen Tüchern und es könnte nochmal eng werden.

ROOKIE IM FOKUS: BYRON YOUNG (Los Angeles Rams)

Ja, QB-Rookie C.J. Stroud braucht sich unter normalen Umständen den Offensive Rookie of the Year Award zurecht nur mehr abholen und auf defensiver Seite steht wohl DT Jalen Carter (Eagles) bereit, der seinerseits eine historische Rookie-Saison auf seiner Position hinlegt. Aber diese Rubrik dient auch dazu, gut performende Rookies dem Gelegenheitsleser der User-Endzone (also hoffentlich bei jeder Gelegenheit 12 ) näher zu bringen: Und ein Neuling, welcher mir in dieser Saison schon öfter positiv aufgefallen ist, ist LB Byron Young von den Rams.

Zunächst mal muss die Rams-Scouting-Abteilung ein weiteres Mal gelobt werden: Die greifen trotz Mangel an Erst- und Zweitrunden Draft-Picks aufgrund der aggressiven Trades rund um Ihr SB-Jahr immer wieder Juwelen in den hinteren Draftrunden ab, wie z.B. einer der Draftsteals der letzten 10 Jahre, Cooper Kupp (69 overall 2017), die RBs Cam Akers (52 overall 2020) & Darrell Henderson (70th overall 2019) und WR Van Jefferson (57 overall 2020) um nur einige wenige zu nennen. Die Rams hatten seit Jared Goff (2016!) keinen First Round Pick mehr und es sieht so aus, als hätten die Rams im 2023er Draft mit WR Nacua (177 overall) und LB Young (77 overall) zwei weitere Treffer gelandet.

Ja, Defensivspieler haben oft weniger „Fame“ als die Leute, die in der Offensive scoren und ja, die LB Position verliert vielleicht momentan etwas an Wichtigkeit, wo doch die halbe Liga gefühlt ausschließlich nach brutalen Linienspielern, die Druck auf die Offensive des Gegners ausüben, oder aggressive Ballhawks in der Secondary suchen. Aber Young spielt mit 5 Sacks und vielen wichtigen Tackles eine starke Rookie-Saison und steht fast zu Unrecht ein wenig im Schatten von Rookie-Kollegen WR Nacua. Er ist jedenfalls auf dem besten Weg dazu, sich als weitere Säule neben Top-Star Aaron Donald (DT) zu etablieren, auch wenn dieses unausgeglichenen Rams Team noch einige Lücken hat.

Bei den äußerst unkonstanten Rams traue ich mir für den weiteren Saisonverlauf keine Prognose zu. Von den Gegnern her kommen mit den Browns und den Ravens zwei harte Spiele. Danach warten eigentlich 3 „must win Games“ (gegen Washington, New Orleans und den Giants) und zum Abschluss der Saison in Week 18 geht es noch gegen die 49ers, für die es in diesem Spiel um nichts mehr gehen könnte. Ich glaube, nach den Ravens Spiel kann man sagen, ob die Reise der Rams noch in die Playoffs führen kann.

ALLE ROOKIES IM FOKUS:

Week Rookie 1 Rookie 2
1 Zay Flowers Anthony Richardson
2 Puka Nacua Bijan Robinson
3 De'Von Achane Tank Dell
4 Puka Nacua C.J. Stroud
5 Brandon Aubrey Sam LaPorta
6 Jalen Carter Rashee Rice
7 Josh Downs Tyson Bagent
8 Jordan Addison Will Levis
9 Keaton Mitchell Tank Dell
10 Dawand Jones Jahmyr Gibbs
11 Tommy Devito Ivan Pace Jr.

PETER ALTMANN:

1.) Ich muss mich diese Woche aus diversen Gründen kurz fassen, aber da wir diese Szene wahrscheinlich auch in einigen Jahren noch zu sehen bekommen werden, sollten wir sie auch herzeigen.

Die New York Jets haben ihren legitimen Nachfolger vom Butt Fumble produziert - eine Hail Mary Pick 6 muss man erst mal zusammenbekommen. Na servas!

Ein überschaubar witziger Typ hat mal irgendwas gelabert, dass er sich ja wirklich nicht jede Woche über die Detroit Lions lustig machen möchte, aber...

Season 2 handelt in dieser Serie von den New York Jets...

2.) Kann man einen soeben gefeuerten Coach eigentlich mit einem ärgeren "F... you" bloßstellen als die Offense der Pittsburgh Steelers Matt Canada?

Kaum ist der umstrittene OC entlassen, schaut dieser Angriff aus wie ein echte NFL-Offense. Dass man aus diesem Auftritt gegen die Bengals mehr Punkte generieren muss? Ja eh, aber geschenkt!

Ich bin bekanntlich ein Freund der Kontinuität, aber in diesem Fall hat es schon Sinn gemacht, die Reißleine zu ziehen und den umstrittenen Coach zu feuern. Denn dass aus dieser Einheit mehr rauszuholen sein muss, war schon vor diesem Lebenszeichen klar.

3.) Vor zwei Wochen habe ich die Offense der Steelers thematisiert - und lange hat es nicht gedauert bis zur Entlassung von Matt Canada. Letzte Woche habe ich die Problematik bei den Carolina Panthers samt ungeduldigen Owner David Tepper erwähnt, schon ist Head Coach Frank Reich Geschichte. Ich bin eigentlich kein geheimer AMS-Scout.

Aber gut, irgendwelche Wünsche, über wen ich nächste Woche schreiben soll :-) ?

Wenn Reich einfach nicht der richtige Coach für Einser-Pick Bryce Young war, kann das passieren. Ich bin mir aber weiter echt nicht sicher, ob das ein Head-Coach-Problem war.

Mal abgesehen davon, dass ich es nicht mag, wie diese Franchise geführt wird, gibt es hier noch so viele andere Problemfelder. Ich vermute, dass die gute zweite Saison-Hälfte 2022 ein wenig den Blick getrübt hat - so nach dem Motto: Wir sind einen guten Quarterback vom nächsten großen Schritt entfernt, warum also nicht alles, was wir haben, nach Chicago für den Nummer-1-Pick schicken?

Tja. Was für ein Debakel für Carolina.

Aber bei den Bears freut man sich vermutlich, 2024 den Einser-Pick zusätzlich zum eigenen Pick nachholen zu können (auch wenn dies eine schwere Entscheidung in Sachen Justin Fields mit sich bringen wird - aber mit Caleb Williams oder Drake Maye warten Spielmacher, die man sich kaum entgehen lassen darf).

Und Bryce Young? Vielleicht kann ihn ein neuer Coaching-Staff fixen. Aber was, wenn unser "mundafinga" recht hat und Young einfach kein "Baller" ist...?

4.) Wer Stand jetzt euer Super-Bowl-Favorit ist, wollten wir vergangene Woche in unserer Umfrage wissen. Die Antwort ist überraschend deutlich.

Alle übrigen zur Auswahl stehenden Teams rangieren noch weiter abgeschlagen.

Ich würde derzeit auch diese vier Teams favorisieren, aber in dieser Deutlichkeit gehe ich da nicht mit, weil die 49ers zwei Spiele hinter den Eagles liegen und somit derzeit bei einem etwaigen Playoff-Showdown nach Philly reisen müssten.

Aber praktisch ist eure Wahl schon, wenn man daran denkt, dass die NFC-Schwergewichte aus Philadelphia und San Francisco am kommenden Wochenende im direkten Duell aufeinandertreffen.

Das legt ja fast schon die Frage nach den beiden Schlüsselarbeitskräften auf - mal ein "Vergleich" verschiedener Offensiv-Positionen:



Kommentare