User Endzone: Alarmglocken in Dallas

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Wahnsinn, was für ein NFL-Wochenende - im positiven wie im negativen Sinn!

Es gibt viel jedenfalls zu besprechen. Gut also, dass es ab dieser Saison die "User Endzone" gibt - das NFL-Format von EUCH für EUCH.

Zwei User geben in verschiedenen Kategorien ihre Expertisen, Meinungen und Ansichten zum besten.

Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen und gerne auch Anregungen, schließlich will auch dieses Format weiterentwickelt werden.

Die Hosts in Week 2: "neo" und "muehli17":

USER MUEHLI17:

About muehli17:

San Francisco 49ers Fan seit der ersten Stunde, oder eher seit der Super Bowl Niederlage 2013 gegen die Ravens, was auch gleichzeitig mein erstes Footballspiel in ganzer Länge im Fernsehen war.

Seit den letzten zwei Jahren auch großer College Football Fan mit den Lieblingsteams Texas A&M und Clemson.

Am Gameday sind drei technische Geräte im Gebrauch: Der Fernseher mit dem Livespiel auf Prosieben Maxx bzw. Puls4; der Laptop – NFL Redzone Konferenz auf DAZN und das Handy mit der fast schon legendären Touchdown Tuesday League.

Dallas Cowboys (1-1) vs. Atlanta Falcons (0-2) 40:39

Man braucht kein Hellseher oder gar NFL Coach zu sein, um auf die Trainingsschwerpunkte der Atlanta Falcons diese Woche zu tippen: 1) Nach einer haushohen Führung auch mal als Sieger vom Platz zu gehen und 2) Regelkunde bzw. Regelauffrischung für das Special Team bei einem Onside Kick.

Nach der schmerzhaften Niederlage in Super Bowl LI gab Atlanta den Sieg diesmal nach einem 20:0 bzw. 29:10 zur Halbzeit noch aus der Hand. Der Grund der hohen Führung war zunächst nicht die herausragende Leistung der Falcons, nein, eher das Unvermögen der Cowboys. Vier der ersten fünf Drives endeten stets in Turnovers.

Dallas kam aber noch mit einem blauen Auge davon und setzte zu einer wilden Aufholjagd an. Als es dann knapp zwei Minuten vor Schluss zu einem denkwürdigen Special Team Play kommt. Dabei schien es so, als ob die Spieler der Falcons nicht realisierten, dass sie den Onisde Kick von Greg Zuerlein einfach hätten sichern müssen. Diese Szene ist schwer in Worte zu fassen….

Angesichts der eigenen hohen Ansprüche in Dallas müssen aber nach diesem Sieg die Alarmglocken läuten. Derart viele Eigenfehler darf man sich als Playoff-Kandidat nicht leisten.

Buffalo Bills (2-0)

In der AFC East war über Jahre eigentlich immer nur die Frage, welches Team hinter den Patriots den zweiten Rang belegen wird. Doch heuer könnte es zu einer Wachablösung in der Division kommen.

Wie bereits am ersten Spieltag zeigte Josh Allen gegen die Miami Dolphins eine starke Leistung. Sowohl seine 417 Passing Yards als auch seine 4 Passing Touchdowns waren neue Karrierebestleistungen für den 24-Jährigen. Auch Wide Receiver Stefon Diggs lässt alle Kritiker nach dem teuren Trade verstummen.

Klar, mit 3 Punkten Unterschied gegen die Dolphins zu gewinnen, ist keine Meisterleistung, doch in Buffalo wächst etwas heran. Die nächsten beiden Wochen (gegen die LA Rams und die Oakland äähm Las Vegas Raiders) werden die Richtung vorgeben.

Mein Tipp: Wenn man gegen die Patriots zumindest einmal gewinnt und auch solche Pflichtsiege wie gegen die New York Jets mit (Noch-)Trainer Adam Gase eintütet, dürfen sich die verrückten Bills Fans auf zumindest ein weiteres Januar Football Game wie letzte Saison freuen.

Russell Wilson (21/28, 288 YDS, 5 TD, INT)

Ob der Quarterback der Seattle Seahawks nach dieser Galavorstellung endlich mal eine Stimme bei der MVP Wahl bekommt?

In den Spielen zwischen den Seahawks und den Patriots passiert in der jüngsten Vergangenheit immer so einiges. Wie auch wieder an diesem Wochenende!

In dieser Verfassung ist Russell Wilson klarer MVP Favorit. Trotz der frühen Pick Six, wobei hier die Schuld eindeutig bei Tight End Greg Olsen lag, sah man keine Schwächen in seinem Spiel. Egal ob mit Screens, tiefen Pässen oder den eigenen Scrambling Fähigkeiten, Russell Wilson marschierte mit seiner Offense über das ganze Feld.

Wie es scheint, haben HC Pete Carroll und sein OC Brian Schottenheimer zu lange an ihrem geliebten Laufspiel festgehalten. Der Wunsch vieler Fans "Gebt Russell Wilson den Ball und lass ihn machen", wird diese Saison erhört. Wie man sieht kein allzu großer Fehler.

Verletzungen in Week 2

Nick Bosa, Saquon Barkley, Solomon Thomas, Drew Lock, Malik Hooker und Anthony Barr. Nur ein kleiner Auszug an Spielern, die sich am 2. Spieltag (schwerer) verletzt haben. Leider gehören Kreuzbandrisse und Co. zum Footballsport dazu, doch ist daran wirklich nur die verkürzte Pre-Season schuld?

Arik Armstead von den - mitunter am stärksten betroffenen - San Francisco 49ers glaubt einen anderen Grund dafür zu wissen: "Trash met life turf". Ob an der Kritik am Untergrund direkt nach dem Spiel etwas Wahres dran ist oder dann doch die Enttäuschung über die immer längere werdende Injured Reserve List überwiegt, bleibt abzuwarten.

Es ist sowohl für die NFL Teams selbst wie auch für die Fans bitter, dass solche Leistungsträger und Persönlichkeiten bereits so bald in der Saison zum Zuschauen verdammt sind. Woche 2 war hoffentlich eine Ausnahme, da nahezu im Minutentakt Meldungen über verletzte Spieler die Runde machten.

SB Prediction:

Green Bay Packers gegen Kansas City Chiefs

Wenn es der Plan der Packers Verantwortlichen war, Aaron Rodgers nochmals zu einer Überform zu pushen, indem sie einfach im Draft einen Nachfolger picken, dann haben sie alles richtig gemacht. In diesem Jahr kann alles möglich sein, ja auch Green Bay in der Super Bowl!


USER NEO:

About neo:

Das Wichtigste zuerst: Verneigt euch, denn zu euch schreibt der aktuelle Champ der legendären Touchdown Tuesday Fantasy League (*Augenzwinker*). Nach dem unglücklichen dritten Platz 2018 konnte ich letztes Jahr alle Kollegen nass machen (*doppel-Augenzwinker*). Dieser Stachel scheint so tief zu sitzen, dass in diesem Jahr die Draft-Zeit kurzfristig geändert wurde und der Fantasy-Server für mich die Auswahl vornahm – aber ich werde trotzdem kämpfen.

Ansonsten bin ich gebeutelter Lions-Fan (danke an dieser Stelle an Peter Altmann, der mich zu Europas größtem Lions-Fan adelt – das ist traurigerweise das größte Erfolgserlebnis, was mir mein Team in den letzten fünf Jahren bescherte) und verfolge seit der Jahrtausendwende die NFL und etwa seit 2008 College Football. Zu den Lions kam ich übrigens über die Sitcom "Hör mal wer da Hämmert" und "Der Beverly Hills Cop" – da fand ich das Team sofort sympathisch, leider wusste ich dort noch nicht, worauf ich mich einlasse. Außerdem war Matthew Stafford einer der ersten "Prospects", zu denen ich mal einen "scouting-report" (natürlich nur über Videos) in einem englischen Forum schrieb.

In Zeiten von Streaming ist es natürlich einfacher die NFL zu verfolgen als um die Jahrtausendwende – f*** bin ich alt. Normalerweise kaufe ich mir immer den Gamepass und einige Freunde gucken zwei bis drei games pro Wochenende bei mir, die anderen Spiele hab ich mir dann je nach Interesse mit dem "play-after-play" Modus reingezogen. Da ich jedoch im Herbst umziehe, gabs diesmal keinen GamePass. Daher müssen heuer andere Streamingangebote herhalten. Meist schau ich aber wie bisher zwei bis drei Spiele an einem WE und nebenher läuft auch bei mir mittlerweile – wie bei Mühli – die "Red Zone" von DAZN, um möglichst wenig zu verpassen.

PS.: Matt Patricia ist hoffentlich zu Thanksgiving arbeitslos. Achja: Schade, dass es als Fan keine "Corona Option Out"-Möglichkeit gibt, wie für die Spieler *facepalm*

Los Angeles Chargers (1-1) vs. Kansas City Chiefs (2-0) 20:23 OT

Wer hätte vor der Saison gedacht, dass LA Chargers vs. Kansas City Chiefs ein OT-Nailbiter wird? Sicher kaum jemand, ich jedenfalls nicht. Und nicht nur deswegen ist es für mich das Game of the week, denn gleich vorweg:

Klar haben die Chiefs beim 23:20-OT-Win am Sonntag keinen Sahnetag erwischt, aber man spielt eben nur so gut, wie es der Gegner zulässt. Und ehrlich: Wer hat sich bitte so eine bärenstarke Defense der Chargers erwartet? Die D-Line um Bosa war vor allem in der ersten Halbzeit perfekt auf die Chiefs eingestellt und brachte Mahomes ein ums andere Mal gehörig ins Schwitzen.

Und nicht nur das: Die Coverage gegen die schnellen Chiefs-Receiver war eine Augenweide und man war auf das Offensive-Playcalling von Kansas City sehr gut vorbereitet. Das sollte als Lehrvideo für die anderen Teams dienen, welche die Chiefs noch vor der Brust haben.

Doch auch die Offense lief phasenweise gut. Selbst als QB Tyrod Taylor verletzungsbedingt passen musste, ließen sich die Chargers nicht beirren. Backup-QB & diesjähriger 6th overall pick Justin Herbert gab eine Talentprobe ab und fügte sich gut ein. Er bekam von seinem HC zahlreiche Screen-Plays angesagt, die Herbert brav exekutierte. Am Ende hatte Herbert eine Statistik von 22 Completions bei 33 Würfen, 311 Passing Yards, TD & INT und ein QB-rating von 94,4 stehen - nicht übel für den ersten Auftritt in der NFL. Das macht definitiv Lust auf mehr (unverständlich, warum die Chargers nach dem Spiel trotzdem Tyrod Taylor – sofern fit – als Starter für die nächsten Spiele bestätigten).

An dieser Stelle muss man wohl ein Lob an Chargers-HC Anthony Lynn aussprechen, der jedoch später seine Arbeit versaute, indem er meiner Meinung nach viel zu konservativ spielen ließ: Anstatt auf den TD zu gehen, lässt er spät im 4. Quarter das FG schießen (was ja noch eine vertretbare Entscheidung ist) und gibt damit keinem Geringeren als QB Mahomes die Chance für einen Game-Winning-Drive, anstatt selbst die Uhr zu kontrollieren.

Warum HC Lynn dann jedoch in der mit Glück erreichten OT nach gewonnen Coin-Toss in der ersten Possession beim 4. Versuch für 1 yard (!) punten lässt, ist mir ein Rätsel. Wenn man gegen den amtierenden SB-Champ was reißen will, muss man auch mal riskieren - das war leider nicht der Fall, sondern viel mehr "Angsthasen-Football" in Reinform.

Die Chiefs hingegen spielen in ihrer OT-Possession einen 4. Versuch erfolgreich aus und gewinnen damit das Spiel – Risiko wird eben oft belohnt. Abschließend gibt es zur Partie nur mehr zu sagen: Cool, cooler, Harrison Butker: Zweimal das Ei aus 53 & 58 Yards so eiskalt in der OT zu versenken (nachdem es beim ersten Versuch eine Flagge gegen die Chiefs gab) ist aller Ehren wert – da haben sich andere Kicker schon "patscherter" angestellt.

Los Angeles Rams (2-0)

Nach dem Erreichen der Super Bowl 2018 und einer eher enttäuschenden Saison 2019, garniert mit einigen hochkarätigen Abgängen in der Offseason, waren sich die Experten eigentlich einig: Die L.A. Rams haben ihr Titelfenster verspielt und werden in der diesjährigen Saison maximal zu den Mittelständern der NFL gehören. Pustekuchen!

Was die Rams in der laufenden Saison bisher am Feld zeigen, erinnert sehr stark an die ersten beiden Seasons unter dem 35-jährigen HC Sean McVay: Eine wiedererstarkte Defense (angeführt von DT Donald & CB Ramsey) und ein bestens aufgelegter QB Jared Goff katapultieren die Erfolge von 2018 wieder ins Gedächtnis.

Auf den knapper als nötigen Würgesieg gegen die Cowboys in Week 1 folgte ein auf allen Ebenen beeindruckender 37-19 Victory gegen die Philadelphia Eagles am Wochenende - beide Kontrahenten sind jetzt nicht gerade als "Jausengegner" bekannt, auch wenn die Eagles sich in der laufenden Saison bisher wirklich desolat präsentieren (siehe "Loser of the week").

2:0 nach zwei Wochen kann sich durchaus sehen lassen, es gibt sicher nicht viele, die darauf gewettet haben. Zwei Spiele sind zwar – wie man in den USA sagt – "small-sample-size", aber die Richtung stimmt und ich bin gespannt wohin die Reise für die Rams heuer geht.

Honorable Mention: Las Vegas Raiders

Eigentlich waren wir bereits am Montag "fertig", aber der historische erste Sieg der Las Vegas Raiders im MNG (34:24 gegen die New Orleans Saints) muss natürlich Erwähnung finden.

Nachdem in Week 1 RB Josh Jacobs mit drei TD die Panthers quasi in Alleingang erlegte, waren die Raiders (Record: 2:0!) beim Home-Opener und erstem Spiel in Nevada überhaupt einfach das Team, das weniger Fehler machte. Da sich die "Heiligen" zehn Strafen für 129 yards leisteten (Vergleich: drei Fouls für 13 yards bei den Raiders) und Drew Brees äußerst "rusty" agierte und insgesamt einen schwachen Abend hatte, reichte eine durchschnittliche Leistung von QB Derek Carr für den Sieg.

Hervorzuheben ist nach dieser Partie jedenfalls Raiders TE Darren Waller, der Pässe für 103 Yards fing, einen wichtigen (Momentum-)TD erzielte und als Blocker einiges an "Dirty Work" erledigte, um Platz für seine Kollegen zu schaffen – Chapeu!

Ob die Raiders "for real" sind, wird man nächste Woche gegen die New England Patriots sehen, das könnte ein richtig geiles Match werden!

Kareem Hunt und Nick Chubb (Cleveland Browns)

Welcher RB hat in den vergangenen zwei Spielen 55 Laufversuche für 340 Yards aufs Statboard gebracht, macht dabei 6,1 Yards/average und erzielte 3 TD bei nur 2 Fumbles? Kleine Hilfe: Die Rede ist nicht von einem RB, sondern vom derzeit besten RB-Duo der NFL.

Darf ich Vorstellen: Die Herren Kareem Hunt und Nick Chubb lassen es derzeit für die Cleveland Browns richtig krachen und bilden derzeit wohl den gefährlichsten 1-2-Punch der Liga auf der RB-Position. Das ist auch dringend notwendig, denn Baker Mayfield ist (noch) nicht wirklich heiß gelaufen und bei den QB-Startern mit seinem Passer-Rating von 81,9 im unteren Viertel zu finden.

Hunt & Chubb sind der Hauptgrund, warum die Browns nach zwei Wochen bei einer ausgeglichenen Bilanz halten und nicht auch gegen die Bengals verloren wurde. Ob das jetzt ein Grund zur Freude ist, dass man gegen die sich im Rebuild befindenden Bengals knapp gewonnen hat, sei dahin gestellt, but a win is a win is a win… Böse Zungen behaupten jedoch, die Browns befinden sich im Dauer-Rebuild (ok – als Detroit fan sollte ich hier den Rand halten).

Aber wie dem auch sei: Während sich Nick Chubb bislang abseits des Platzes kaum etwas zu Schulden kommen hat lassen, hat vor allem Kareem Hunt in den letzten Jahren für viele Schlagzeilen gesorgt. Nach einem Disziplinarverfahren aufgrund häuslicher Gewalt gegen eine Frau (das Video kursiert auf Youtube, jeder kann sich selbst ein Bild von machen), wurde er von den Chiefs entlassen und von der Liga gesperrt. Später erwischte man den zweifelsfrei talentierten RB mit Marihuana, seine Karriere drohte den Bach runter zu gehen. Zu allem Überfluss musste der 25-Jährige im Frühjahr zuschauen, wie seine ehemaligen Kollegen die Super Bowl holten (mal ganz ehrlich: da würd ich mir aus Frust schon auch einen anzünden). Trotz allem hielten die Browns Hunt bis zuletzt die Stange. Zwar waren 2019 seine Zahlen nicht wirklich berauschend, jedoch scheint die Nr. 27 jetzt mit seinem kongenialen Partner Chubb groß aufzuspielen.

Wenn sich jetzt auch noch Baker Mayfield positiv entwickelt, könnte zumindest die Offense richtig Spaß machen. Jedenfalls gönne ich den Browns wie keinem anderen Team eine gute Saison, auch wenn die bisherigen Defensiv-Leistungen nicht sehr vielversprechend aussehen. Aber eine Nominierung zum "player of the week" haben sich die beiden Browns-RB in week 2 definitiv verdient.

Hunt: 2 GP, 23 Laufversuche für 156 YDs, 6,9 Yards/Average, 1 TD, 1 Fum

Chubb: 2 GP, 32 Laufversuche für 184 YDs, 5,8 Yards/Average, 2 TD, 1 Fum

Minnesota Vikings & Philadelphia Eagles

Hier könnte jetzt ein Text über die Lions stehen. Da mir diese Aufgabe Kollege Altmann letzte Woche dankenswerterweise abgenommen hat, widme ich mich einem anderen Thema: Habt ihr den desolaten Start der Minnesota Vikings & der Philadelphia Eagles und vor allem derer Quaterbacks verfolgt? Für mich sind beide Franchises und deren Spielmacher in dieser Woche klar die Verlierer der Woche – noch vor den Lions (aber vielleicht hinter Matt Patricia *augenzwinker*)

Was ich von den beiden Franchises in den ersten beiden Partien gesehen habe, ließ mich erstaunt zurück, aber im negativen Sinne. Zunächst mal zu den Vikings, welche für mich auf dem Papier aufgrund des starken Kaders eines der besten Teams in der NFL stellen MÜSSTEN: Klar kann man den Opener gegen "Vintage Aaron Rodgers" (© Peter Altmann) und seine Packers verlieren. Aber was war das bitte für eine desolate Leistung gegen die Colts, gegen die man sang und klanglos 11:28 verlor?

In der Offense wollte rein gar nichts funktionieren, QB Kirk Cousins (QB rating über zwei Spiele: 61,9!) präsentierte sich absolut indiskutabel (vor allem under pressure) und hat alleine in diesem Spiel 3 Interceptions verteilt und nur 113 yards erworfen. Bei seinem Cap-Hit muss man sich einfach mehr erwarten. Auch die Defense zeigte sich alles andere als stark. Tank for Lawrence oder schaffen die "Queens" den Turnaraund?

Noch düsterer schaut es bei den Philadelphia Eagles aus, ihres Zeichens immerhin SB-Champ von 2017: QB Carson Wentz (QB-Rating nach zwei Wochen 64,4!) geht in sein letztes Vertragsjahr und kassiert danach 30 Millionen Dollar pro Saison. Da möchte man meinen, dass der gute Mann so richtig aufdreht, schließlich muss er beweisen, dass dieser hohe Cap-Hit gerechtfertigt ist. Derzeit empfiehlt sich Herr Wentz nicht wirklich für diesen Monster-Vertrag in Philadelphia oder überhaupt als Starter.

Ungenaue Pässe, einige INTs (schon 4!), die teilweise klar auf seine Kappe gehen und darunter "boneheaded plays" wechseln sich derzeit laufend ab – ein richtiger Slapstick, was die Eagles bisher aufs Feld bringen, es scheint als würden sich die anderen Mannschaftsteile von der schlechten Leistung ihres QB mitziehen lassen. Wirklich schade um eine großartige Franchise, die vor wenigen Jahren noch so begeisternden Football anbot und eigentlich in eine rosige Zukunft blickte…

Während "Minny" nächste Woche zu den noch ungeschlagenen, aber nicht restlos überzeugenden Titans muss, warten auf die Eagles die ebenfalls sieglosen Bengals – mit der derzeitigen (Un)Form ihrer Quarterbacks sind für die Vikings & Eagles diese Aufgaben wohl kein Zuckerschlecken. Für beide Teams gilt jedoch: Die Saison ist noch jung, aber da wartet noch verdammt viel Arbeit auf die beiden HC Zimmer & Pedersen.

SB Prediction:

Baltimore Ravens vs. New Orleans Saints


PETER ALTMANN:

SENF DER WOCHE:

"Senf der Woche" hieß es im Konzept der User für dieses neue Format - selbigen solle ich doch bitte als Touchdown-Tuesday-Pensionist Woche für Woche beisteuern, als so eine Art roter Faden in jenen Episoden, in denen ich keinen kompletten Teil schreibe. Als "Rausschmeißer" quasi. Eine Rolle, die sich entwickeln wird. Diesmal halte ich mich inhaltlich jedoch vornehm zurück, denn die Bühne gehört "muehli17" und "neo", die ihr Debüt ebenso wie "MatB" in Week 1 hervorragend gemeistert haben, oder?

Die eine oder andere Bemerkung am Rande sei jedoch erlaubt: 1.) Sorry, dass letzte Woche ausgerechnet bei der Premiere am Dienstag und teils auch noch am Mittwoch die Kommentar-Funktion gestreikt hat - und DANKE, dass so viele ihr Feedback nachgetragen haben. 2.) Schön, dass die Los Angeles Chargers als einziges Team vor gleich viel Heim-Fans wie immer spielen. 3.) Tom Brady ist nicht im Alleingang die NFL - ich finde es in Ordnung, dass er trotz seines erstens Siegs als Buccaneer keine Erwähnung fand, auch das muss erlaubt sein.

4.) Weil sich "neo" hier zurecht als amtierender Champ der Touchdown-Tuesday-Liga feiern lässt, sei fairerweise zu Protokoll gegeben, worüber man eigentlich für immer schweigen müsste. Sein Vorgänger ist nämlich ein gewisser Herr Ex-Kollege Kastler. Hintergrund ist ein historischer Irrtum von Glücksgöttin Fortuna im September 2018 , die der ansonsten in Sachen Fantasy traditionell nicht allzu vom Erfolg verwöhnten TT-Legende einen gewissen Patrick Mahomes bescherte. Ursprünglich selbstverständlich als Backup-QB eingeplant, weil damals noch eher unbekannt. Der Rest ist Geschichte und wohl die Rache für den einen oder anderen Spruch, den er hier über all die Jahre einstecken musste...

So, und jetzt ein wenig Senf: Großes Verständnis für den Frust, den die vielen Verletzten erzeugen, aber ich möchte als "Rausschmeißer" ein positives Beispiel für ein Comeback bringen: Jerick McKinnon.

2018? Kreuzbandriss in der Vorbereitung. 2019? Saisonende noch während des Trainings-Camps. Erst im dritten Vertrags-Jahr konnte der Running Back also sein Debüt für die San Francisco 49ers geben und bereits im zweiten Spiel gelang ihm etwas, das in diesem Jahrtausend noch keiner schaffte: Er holte ein First Down bei 3rd and 31!

Okay, es war gegen die Jets, deren Spieler social distancing von ihrem eigenen Head Coach betreiben zu scheinen, aber dennoch ein großartiger Lauf. Seit Aufzeichnungsbeginn dieser Statistik im Jahr 1994 gab es nur einen vergleichbaren Spielzug - 1999 lief Leroy Hoard für die Vikings gegen Denver bei 3rd and 37 für 53 Yards.

Jep, das ist extrem nerdig. Trotzdem bitte zurücklehnen und zwei einzigartige Läufe genießen - erst 1999, dann 2020:


Textquelle: © LAOLA1.at

Ist Rapid an Ex-Mainzer und Bulgaren-Stürmer Todor Nedelev dran?

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