Carolina Panthers (8-9)
Playoff-Gegner: Heimspiel gegen Los Angeles Rams (10.1./22:30 Uhr)
Gratulation an die Carolina Panthers und ihre erstmalige Qualifikation für die NFL-Playoffs seit 2015 – das ändert aber nichts daran, dass sie der Traumgegner eines jeden Playoff-Teams sind.
Die NFC South war heuer abermals die schlechteste Division der Liga. Dass es die Panthers mit einem negativen Record in die Playoffs schaffen, sagt eigentlich schon alles aus. Tatsächlich hat man die letzten beiden Spiele sogar verloren. Mit einem Sieg gegen die Tampa Bay Buccaneers vergangenen Samstag hätte man das Ticket für die Playoffs buchen können, stattdessen unterlag man den Bucs 14:16 und schaffte es ausschließlich dank Schützenhilfe der Atlanta Falcons in die Postseason.
Natürlich ändert das nichts daran, dass die Playoff-Teilnahme ein gewaltiger Erfolg für die Panthers ist. Head Coach Dave Canales hat in seinen zwei Jahren im Amt Großes geleistet, die Karriere von Bryce Young gerettet und mit der Playoff-Teilnahme etwas geschafft, das vor der Saison wohl kaum jemand für möglich hielt.
Gegen die Rams sind die Panthers Außenseiter - aber ein gar nicht so großer, wie man vielleicht meinen mag. Das liegt selbstverständlich am sensationellen 31:28-Heimsieg, den Carolina Ende November gegen die Rams einfuhr. Man weiß also, was es braucht, um Matthew Stafford und Co. zu schlagen. Eine riesige Überraschung wäre ein neuerlicher Panthers-Sieg nichtsdestotrotz.
Pittsburgh Steelers (10-7)
Playoff-Gegner: Heimspiel gegen Houston Texans (13.1./2:00 Uhr)
Die AFC North war heuer auch nicht gerade die hochklassigste Division. Letztlich haben sich die Pittsburgh Steelers mit einem 10-7-Record durchgesetzt – auch weil man gegen Ende der Saison (das Browns-Spiel ausgenommen) seinen besten Football auspackte und beide direkten Duelle gegen die Baltimore Ravens gewann.
Der 26:24-Sieg gegen die Ravens im großen Regular-Season-Finale war an Spannung kaum zu überbieten – und gibt wohl auch eine Menge Selbstvertrauen für die Playoffs. Aaron Rodgers ist vielleicht nicht mehr der Quarterback, der er einmal war, hat aber gezeigt, dass er nach wie vor in der Lage ist, Großes zu leisten, wenn man ihn unbedingt braucht. Kein schlechtes Gefühl direkt vor den Playoffs.
Von einem perfekten Team sind die Steelers jedoch weit entfernt. Sie sind stark abhängig von Takeaways und offensiv nicht gerade für ihre Explosivität bekannt. Die Rückkehr von DK Metcalf gibt auf jeden Fall einen Boost vor dem Wildcard-Duell gegen Houston – dennoch ist es für mich nur schwer vorstellbar, dass sich die Texans-Defense von einem 42-jährigen Quarterback schlagen lässt. Ich erwarte einen eher schwierigen Arbeitstag für Aaron Rodgers und Co. – und eine Verlängerung der Steelers-Playoff-Unserie (kein Playoff-Sieg seit 2017).
Green Bay Packers (9-7-1)
Playoff-Gegner: Auswärtsspiel gegen Chicago Bears (11.1./2:00 Uhr)
Die Packers befinden sich vor den Playoffs in einer recht komischen Situation. Nicht nur hat man die vergangenen vier Spiele verloren, sondern auch der Starting-Quarterback – Jordan Love – hat seit ein paar Wochen kein Spiel mehr absolviert.
Letztmals stand Love bei der 16:22-Overtime-Niederlage gegen die Chicago Bears am Feld. Seitdem musste er wegen einer Gehirnerschütterung pausieren. Die Bears sind es auch, die in den Playoffs als Gegner warten. Wenn man so auf das unglückliche Ende des letzten Aufeinandertreffens zurückblickt, denke ich, dass man sich in Green Bay durchaus berechtigte Chancen auf ein Weiterkommen ausrechnet.
Die Frage wird sein, ob es die Packers schaffen, ihren Fokus zu wiederzufinden. Vier Niederlagen am Stück machen doch etwas mit einem – auch wenn die letzten Auftritte, ob des eingesetzten Packers-Personals, vielleicht nicht von größter Relevanz sind.
Los Angeles Chargers (11-6)
Playoff-Gegner: Auswärtsspiel gegen New England Patriots (12.1./2:00 Uhr)
Die Chargers haben sich über weite Strecken dieser Saison etwas unter dem Radar bewegt. Obwohl sie stets einen guten Record hatten, sind sie seit Woche fünf nicht mehr in den Top 10 meines Power Rankings aufgetaucht. Das hatte zum großen Teil mit den Verletzungsproblemen innerhalb der Chargers-Offensive-Line zu tun. Doch Justin Herbert hat es wirklich gut geschafft, die Offense auf einem stabilen Level zu halten.
Die Chargers-Defense war im Laufe der Saison etwas "hit and miss", ist im Großen und Ganzen jedoch eine solide Einheit, die durchaus in der Lage ist, in den Playoffs über sich hinauszuwachsen.
L.A. geht zwar mit zwei Niederlagen am Stück in die Postseason, das letzte Regular-Season-Spiel (3:19 gegen die Broncos) war jedoch zu vernachlässigen, da gleich mehrere Starter der Chargers eine Pause bekamen und für die Playoffs geschont wurden.
In New England sind die Chargers dennoch leichter Außenseiter.
Philadelphia Eagles (11-6)
Playoff-Gegner: Heimspiel gegen San Francisco 49ers (11.1./22:30 Uhr)
Auch die Eagles haben einem Großteil ihrer Star-Spieler eine Pause gegönnt in der letzten Woche der Regular Season. Von dem her ist die 17:24-Niederlage gegen die Washington Commanders auch nicht wirklich ein Spiel, mit dem man sich lange aufhalten muss.
In den Wochen davor konnte Philadelphia drei Spiele in Folge gewinnen. Die Probleme, die sich bei den Eagles durch die gesamte Saison ziehen, haben sich aber auch im letzten Spiel mit Jalen Hurts "under Center" gnadenlos gezeigt. Die Eagles-Offense ist und bleibt ein riesiger Unsicherheitsfaktor vor den Playoffs.
Von dem Team, das in der vergangenen Saison einen gewaltigen "Run" hinlegte, ein Playoff-Spiel nach dem anderen gewann und auch in der Super Bowl nicht zu stoppen war, sind wir heuer weit entfernt. Die Eagles-Defense präsentiert sich auch in dieser Saison auf sehr gutem Niveau, ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass das alleine reichen wird.
Mit den San Francisco 49ers hat man in der ersten Playoff-Runde einen überaus starken Gegner bekommen. Seid nicht überrascht, wenn wir den amtierenden Champion heuer nicht allzu lange in den Playoffs sehen werden.
Chicago Bears (11-6)
Playoff-Gegner: Heimspiel gegen Green Bay Packers (11.1./2:00 Uhr)
Die Bears haben ihr großes Ziel, den Gewinn der NFC North, bereits vor ihrem Spiel in Woche 17 erreicht, das Ende der Regular Season haben sie sich aber bestimmt anders vorgestellt.
Anstatt mit einer kleinen Siegesserie und einem guten Gefühl in die Playoffs reinzugehen, hat man nun die vergangenen beiden Spiele verloren. Und es ist jetzt nicht so, als wäre es in diesen Partien um nichts mehr gegangen, immerhin spielte man noch um das wichtige Playoff-Seeding.
Vor dem San-Francisco-Spiel wäre selbst der #1-Seed noch möglich gewesen, gegen Detroit ging es dann nur mehr darum, den #2-Seed abzusichern – was man letztlich dank Mithilfe der Philadelphia Eagles auch schaffte. Selbst verlor man nämlich mit 16:19 gegen die Detroit Lions und wirkte über weite Strecken des Spiels schläfrig. Erst im letzten Viertel gelang es, Punkte aufs Bord zu bekommen. Nicht gerade die besten Vorzeichen vor den Playoffs.
Dort wartet mit den Green Bay Packers ein bekannter Gegner. Gegen den Divisionsrivalen verlor man Saisonspiel Nummer eins 21:28, gewann jedoch das letzte Aufeinandertreffen Ende Dezember mit 22:16 nach Overtime. Spiele gegen Divisionsgegner sind nie leicht und schwierig vorherzusagen.
San Francisco 49ers (12-5)
Playoff-Gegner: Auswärtsspiel gegen Philadelphia Eagles (11.1./22:30 Uhr)
Der #1-Seed, eine Bye-Week und Heimvorteil durch die gesamten Playoffs hätten es sein können - geworden ist es letztlich nur der #6-Seed.
Ein Sieg in Woche 18 gegen die Seattle Seahawks hätte die gesamten Playoff-Vorzeichen der San Francisco 49ers auf den Kopf gestellt, im alles entscheidenden Spiel um Platz eins in der NFC West legten die Niners jedoch einen enttäuschenden Bauchfleck hin.
3:13 unterlag man den Seahawks in Santa Clara. Vor allem die Offense, die in den vergangenen Wochen noch unaufhaltbar schien, versagte kläglich. Brock Purdy kam nicht über 127 Passing Yards hinaus und auch Christian McCaffrey blieb bei 23 Rushing Yards stecken. Und wenn die Offense mal nicht liefert, dann hat San Francisco im Grunde bereits verloren. So gut, um die Unzulänglichkeiten der Offense auszubessern, ist die 49ers-Defense in dieser Saison nämlich nicht.
In Philadelphia muss die Niners-Offense definitiv ein anderes Gesicht zeigen, will man den Traum von der Heim-Super-Bowl am Leben halten.
Buffalo Bills (12-5)
Playoff-Gegner: Auswärtsspiel gegen Jacksonville Jaguars (11.1./19:00 Uhr)
In einer Postseason, in der weder die Kansas City Chiefs noch die Baltimore Ravens vertreten sind, sollten die Buffalo Bills eigentlich wie der große Favorit wirken - das entspricht jedoch nicht ganz der Realität.
Fakt ist, dass den Bills als #6-Seed der AFC toughe Playoffs bevorstehen, in denen - mit großer Wahrscheinlichkeit - jedes Spiel ein Auswärtsspiel sein wird. Und bereits in der Wildcard-Round wartet mit den Jacksonville Jaguars eines der formstärksten Teams der gesamten NFL.
Die Hoffnungen der Bills ruhen natürlich auf Josh Allen. Der MVP der Vorsaison wurde zuletzt aber etwas von einer Fußverletzung gebremst. Wenn Allen fit ist, haben die Bills definitiv in jedem Spiel ihre Chancen.
Gut ist, dass man im letzten Regular-Season-Spiel (35:8-Sieg gegen die NY Jets) die Gelegenheit hatte, mehreren Spielern eine Pause zu gönnen, darunter auch Allen. Die eine oder andere Verletzung (Matt Prater, Maxwell Hairston, Cam Lewis) bereitet dennoch Sorgen.
Houston Texans (12-5)
Playoff-Gegner: Auswärtsspiel gegen Pittsburgh Steelers (13.1./2:00 Uhr)
Kein anderes Team zieht mit einer längeren Siegesserie in die Playoffs ein als die Houston Texans. Neun Spiele in Folge hat Houston gewinnen können. Für den Gewinn der AFC South hat es zwar nicht gereicht, dafür ist man der bestplatzierte Nicht-Divisionsieger in der AFC und hat als #5-Seed den Vorteil, gegen das vermeintlich schwächste AFC-Playoff-Team spielen zu dürfen.
Auch der eine oder andere Starter konnte im letzten Regular-Season-Spiel geschont werden - was zum Teil auch ein Mitgrund dafür war, dass die Siegesserie am Sonntag nochmals ordentlich ins Wanken geriet.
Gegen die Indianapolis Colts setzte man sich letztlich aber 38:30 durch. C.J. Stroud spielte zwar nicht das gesamte Spiel, konnte mit seiner Leistung aber dennoch gut Selbstvertrauen tanken für die Playoffs. Die Texans-Defense hat vielleicht mehr Punkte zugelassen als ihr lieb war, ist und bleibt aber eine der gefürchtetsten - wenn nicht sogar die gefürchtetste - der NFL.
Los Angeles Rams (12-5)
Playoff-Gegner: Auswärtsspiel gegen Carolina Panthers (10.1./22:30 Uhr)
Die Rams haben pünktlich vor dem Start der NFL-Playoffs in die Spur zurückgefunden. Nachdem man in den vorherigen Wochen gegen Seattle und Atlanta verlor, gab es vergangenen Sonntag wieder mal einen deutlichen Sieg für L.A.: 37:20 wurden die Arizona Cardinals abgefertigt.
Vor allem die Offense um Matthew Stafford setzte nach einem etwas langsamen Start ein wichtiges Statement. Der MVP-Kandidat warf vier Touchdowns und auch das Laufspiel hatte 143 Yards. Bringen die Rams ihre PS auf den Rasen, dann zählen sie nach wie vor zu den heißesten Anwärtern in der NFC.
Nicht von Nachteil ist auch der #5-Seed. Dieser hat zur Folge, dass man in der ersten Playoff-Runde gegen die Carolina Panthers - das einzige Team mit einem Losing-Record in diesen Playoffs - spielen darf.
Aber Achtung: Niemand sollte besser wissen, dass man die Panthers nicht unterschätzen darf, als die Los Angeles Rams, verlor man doch Ende November mit 28:31 in Charlotte.
Denver Broncos (14-3)
Playoff-Gegner: -
Die Broncos haben ihre Bye Week! Mit einem 19:3-Heimsieg gegen die Los Angeles Chargers hat man sich den #1-Seed in der AFC – und damit Heimvorteil bis zu einem möglichen AFC Championship Game gesichert.
Das ganz große Ausrufezeichen war der Sieg gegen die Chargers, die vielen Startern eine Pause vor den Playoffs gönnten, jedoch nicht. Die Broncos-Offense war wieder mal relativ enttäuschend, konnte keinen einzigen Touchdown erzielen. Stattdessen ging der einzige Denver-Touchdown auf das Konto der Defense (Pick-Six von Ja’Qan McMillan), die nach wie vor der große Trumpf der Broncos bleibt.
Zwischendurch sah es in dieser Saison bereits so aus, als hätte die Denver-Offense endlich ihren Rhythmus gefunden, in den letzten paar Spielen war davon jedoch recht wenig zu sehen. Es sieht so aus, als müsste es wohl doch die Defense richten.
Jacksonville Jaguars (13-4)
Playoff-Gegner: Heimspiel gegen Buffalo Bills (11.1./19:00 Uhr)
Kaum ein anderes Team hat derzeit so viel zu lachen wie die Jacksonville Jaguars. Acht Spiele in Folge konnte man in den vergangenen Wochen feiern und sich damit auch erstmals seit 2022 den Gewinn der AFC South sichern.
Fixiert wurde dieser erst am vergangenen Wochenende mit einem 41:7-Heimsieg gegen die Tennessee Titans. Trevor Lawrence setzte seinen starken Lauf der letzten Wochen eindrucksvoll fort und beendete die Regular Season mit 19 Passing- und fünf Rushing-Touchdowns in den letzten acht Spielen.
In dieser Form sind die Jaguars für jeden Gegner ein Problem. In der Wildcard-Round wartet allerdings ein richtiger Brocken auf Liam Coens Mannschaft. Josh Allen und die Buffalo Bills in Zaum zu halten, wird nicht leicht, die Jaguars haben jedoch definitiv das Rüstzeug, um in diesen Playoffs ganz weit zu kommen.
New England Patriots (14-3)
Playoff-Gegner: Heimspiel gegen Los Angeles Chargers (12.1./2:00 Uhr)
Die Patriots haben pünktlich vor den Playoffs einen großen Boost bekommen. Mit Defensive Tackle Milton Williams und Left Tackle Will Campbell gaben gleich zwei Schlüsselspieler vergangenen Sonntag gegen die Miami Dolphins ihr Comeback.
Während einige andere Teams ihren Startern vor den Playoffs nochmal eine Pause verschafften, machte Mike Vrabel beim 38:10-Sieg das Gegenteil. Immerhin hatten die Patriots auch noch eine Chance auf den #1-Seed - da Denver jedoch nichts anbrennen ließ, muss man sich in New England mit dem #2-Seed zufriedengeben.
Das ändert natürlich nichts daran, dass die Patriots mit breiter Brust in die Playoffs reingehen. Bei einem jungen Quarterback, wie Drake Maye, gibt es vor den ersten Playoffs zwar immer das eine oder andere Fragezeichen, die Patriots machen auf mich jedoch einen sehr gefestigten und hungrigen Eindruck.
Seattle Seahawks (14-3)
Playoff-Gegner: -
Die Seattle Seahawks haben mit einem 13:3-Auswärtssieg gegen die San Francisco 49ers den #1-Seed fixiert – und sich damit in meinen Augen auch als der klare Super-Bowl-Topfavorit in der NFC etabliert.
Es gibt aktuell kein formstärkeres Team in der NFC. Sieben Regular-Season-Siege in Folge konnte die Mannschaft von Head Coach Mike Macdonald zuletzt einfahren. Darunter auch immens wichtige, wie gegen die Los Angeles Rams und vergangenen Samstag gegen San Francisco.
Sam Darnold hat in diesen Spielen vielleicht nicht seine besten Saison-Leistungen abgeliefert, hat jedoch genug gemacht, um seine Mannschaft zum Sieg zu führen. Der wahre Star der Seahawks ist in dieser Saison nämlich ohnehin die Defense. Diese fackelte auch im großen Regular-Season-Finale gegen die 49ers eine Show ab, ließ weder das Passing- noch das Running-Game des Gegners zur Entfaltung kommen.
Bringt die Seahawks-Defense ihre PS auch in den Playoffs auf den Rasen, dann kann sich jeder Gegner warm anziehen.