Steigerung in Basis-Statistiken
Die Steigerungen in den Grundstatistiken sind offensichtlich: Mehr Minuten, mehr Punkte, mehr Rebounds, mehr Blocks, bessere Wurfquote.
Pöltl, der im Grunddurchgang der letzten Saison 28 Mal zusehen musste, wurde von Coach Dwane Casey bislang in jedem Spiel eingesetzt.
Auch wenn die Spielzeit auf der Center-Position oft auf drei bis vier Spieler aufgeteilt wurde, ist der Wiener mittlerweile etablierter Backup von Jonas Valanciunas.
Während er bei Rebounds pro Minute sein hohes Niveau halten konnte, hat er seine Gefährlichkeit in der Offense extrem erhöht - er schließt nicht nur viel öfter ab, sondern trifft auch viel hochprozentiger.
SAISON | MIN | PKT | REB (OR) | BLK | AST | STL | TO | Foul | FG% | FT% | 3P% | PER (Eff) |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 2017/18 | 16,8 | 7,1 | 4,4 (2,0) | 1,00 | 0,4 | 0,36 | 0,8 | 2,3 | 68,5 | 50,0 | 50,0 | 19,6 |
| 2016/17 | 11,6 | 3,1 | 3,1 (1,4) | 0,37 | 0,2 | 0,31 | 0,5 | 2,1 | 58,3 | 54,3 | - | 12,2 |
Die oft angesprochene Verbesserung im Finishing unter dem Korb ist auch in Zahlen klar messbar - zehn Prozent mehr sind geradezu sensationell. Der 2,13-Meter-Mann profitiert sicher auch von der mannschaftsdienlicheren Spielanlage der Raptors in der neuen Saison.
Pöltl hat sich auch zu einem respektablen Shot-Blocker gemausert. Konnte er im Vorjahr schon durch sein Stellungsspiel in der Defense überzeugen, räumt er nun zusätzlich immer häufiger gegnerische Würfe direkt ab.
Größte offensichtliche Schwäche bleibt der Freiwurf: 50 Prozent sind für einen Spieler mit gutem Ballgefühl und solider Technik fast unerklärbar wenig.
Top-Werte auch im Liga-Vergleich
Der Fortschritt gegenüber seinen Werten von 2016/17 war zu erhoffen und bis zu einem gewissen Grad auch zu erwarten.
Womit nicht zu rechnen war, ist die Tatsache, dass Pöltl in einigen Statistik-Kategorien sogar ligaweit im absoluten Spitzenfeld liegt.
Zwar kommt der Raptor nicht ganz auf die Gesamt-Anzahl an Würfen, um bei den Leadern offiziell aufgeführt zu werden, doch der Wiener ist tatsächlich ein elitärer Finisher.
Nur ein einziger Spieler in der gesamten NBA, der mehr Würfe als Pöltl genommen hat, schließt besser als der Österreicher ab: Clint Capela von den Houston Rockets versenkt 68,7 Prozent (5,9/8,6) gegenüber 68,5 (3,2/4,6) von Pöltl.
| Kategorie | Wert | Rang in der NBA |
|---|---|---|
| Effective Field Goal Percentage | 68,8 | 2. |
| True Shooting Percentage | 67,4 | 6. |
| Field Goal Percentage | 68,5 | (5.) |
| Contested 2P per 36 Min. | 15,6 | 2. |
| Contested Shots per 36 Min. | 18,0 | 5. |
| Offensive Rebound Rate | 14,2 | 10. (ESPN) |
| Offensive Rebound Percentage | 13,4 | 13. |
| Offensive Rebounds per 36 Min. | 4,3 | 14. |
| Offensive Rebounds | 2,0 | 33. |
| 2nd Chance Points | 2,0 | 45. |
| Block Percentage | 56,0 | 17. |
| Blocks per 36 Min. | 2,1 | 22. |
| Blocks | 1,00 | 39. |
| PER (Player Efficiency Rating) | 19,63 | 48. (ESPN) |
| Screen Assists per 36 Min. | 5,2 | 19. |
Die offizielle Rangliste in "Effective Field Goal Percentage", eine Statistik, die den Wert des Dreipunkters in der Feldwurfquote berücksichtigt, führte Pöltl zwischendurch an. Derzeit liegt er hinter Nemanja Bjelica, einem weiteren Ex-ABL-Spieler, auf Platz zwei.
In der "True Shooting Percentage", die Freiwürfe miteinbezieht, weist ihn die Bestenliste auf Rang sechs aus.
Auch in den sogenannten "Hustle-Stats" ist der Österreicher ganz weit vorne vertreten: So gibt es nur einen Spieler in der gesamten Liga, der pro Minute Zweipunkte-Würfe öfter "contestet", also stört/verteidigt.
Weitere offizielle Top-Positionen - wie eben auch in der "normalen" Feldwurfquote - verhindert noch die zu geringe Spielzeit. Das könnte und sollte sich in den kommenden Jahren ändern.
Raptors sehr stark unterwegs
Was vielleicht am erfreulichsten ist: Das rot-weiß-rote NBA-Idol liefert diese Stats nicht bei irgendeinem Nachzügler oder Durchschnittsteam, sondern beim aktuell fünftbesten unter 30 Teams.
Die Raptors erzielen in ihren Spielen im Schnitt um 8,5 Punkte mehr als ihr jeweiliger Gegner - drittbester Wert in der NBA und bester im Osten.
Der Spielplan spricht im weiteren Saisonverlauf für die Kanadier: 16 Auswärtsspielen (9-7) stehen bislang erst zwölf Heimspiele (11-1) gegenüber. Nur noch drei Auswärtspartien gegen Teams aus der Western Conference stehen auf dem Programm, alle nur eine Stunde Zeitverschiebung entfernt.
Der Weg scheint zu stimmen, die Hürden Boston Celtics und Cleveland Cavaliers in der Eastern Conference sind jedoch hoch.
Die Raptors dürfen jedenfalls zumindest von den NBA Finals träumen - und Jakob Pöltl trägt keinen unwesentlichen Teil dazu bei.