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Gewinnt Walkner "Dakar" auch in Saudi-Arabien?

Dakar-Triumphator 2018 zählt auch in Saudi-Arabien zu den Sieganwärtern.

Die "Dakar" bekommt nach Afrika und Südamerika einen neuen Schauplatz. Für Matthias Walkner - Triumphator 2018 und Zweitplatzierter 2019 - wird die 41. Auflage der extremen Marathon-Rallye in Saudi-Arabien wie für die übrigen Teilnehmer zu einer Fahrt ins Ungewisse.

Für Österreichs ehemaligen Motocross-Weltmeister Heinz Kinigadner ist der Salzburger Walkner ein "starker Sieganwärter".

"Keiner konnte trainieren, es herrschen für alle gleiche Bedingungen und es wartet eine richtig tiefe Wüste", erklärt KTM-Teammanager Kinigadner bei einem Pressegespräch in Wien.

KTM-Team mit Walkner, Toby Price und Sam Sunderland

KTM-Team mit Walkner, Toby Price und Sam Sunderland
KTM-Werkspilot und Sieger 2018 Matthias Walkner
Foto: © GEPA

Walkner ist einer von drei Werkspiloten des oberösterreichischen Herstellers, seine KTM-Teampartner sind Titelverteidiger Toby Price aus Australien und der Brite Sam Sunderland. "Alle fragen sich, 'was erwartet uns'. Es wird eine enorm zähe Dakar, die Saudis wollen alle Facetten ihres Landes zeigen", erklärt der 33-jährige Walkner.

Die Teilnehmer bekommen die - nicht immer exakte - Streckenbeschreibung jeweils erst kurz vor den insgesamt zwölf Etappen, die Navigation spielt im unbekannten Terrain daher eine entscheidende Rolle. Von den fast 8.000 Kilometern werden rund 5.100 als Sonderprüfungen bestritten.

Bekannt ist nur der Verlauf der Etappen. Vom Startort Jeddah geht es zunächst entlang der Küste des Roten Meeres nach Norden, dann in die Berge und "Mitte der Rallye in die richtig schwere Wüste mit Dünen", sagt Walkner vor seiner sechsten Dakar-Teilnahme.

Knorpelschaden im Sprunggelenk behindert den Dakar-Sieger 2018

Von einem Sturz bei der jüngsten Auflage vor einem Jahr hat er einen Knorpelschaden im Sprunggelenk davongetragen, der ihn immer noch behindert.

"Aber ich merke es überall mehr als auf dem Motorrad, ich bin körperlich auf einem ziemlich hohen Level", versichert Walkner. Nach der Motorrad-Zwangsabstinenz von rund sechs Monaten als Folge des Knöchelbruchs hat er zuletzt versucht, etwas aufzuholen und absolvierte lange Trainingseinheiten. Der Abschlusstest in Marokko sei "nach Plan" verlaufen.

"Seit meiner ersten Dakar war die Vorfreude nicht mehr so groß wie diesmal", betont Walkner. "Ich weiß nicht, wie ich in das Rennen reingehen soll, umso spannender wird es."

Es warten jedenfalls lange, anstrengende Tage, sieben Sonderprüfungen sind mehr als 400 Kilometer lang, die längste Etappe führt über insgesamt mehr als 800 Kilometer.

"Nach drei Stunden merkt man, wie die Performance und die Konzentration nachlässt. Nach sechs Stunden kann man die Infos vom Roadbook oft nicht mehr richtig wahrnehmen", schildert Walkner seine Erfahrungen von früheren Wüsten-Rallyes. "In den Dünen ist die Navigation keine Gaudi, wegen der hochstehenden Sonne nimmt man kleine Dünen nicht mehr wahr, wegen dem fehlenden Kontrast wird einem schlecht, viele Fahrer müssen sich übergeben."

Stürze sind an der Tagesordnung, oft sind es bis zu fünf pro Etappe.

KTM will 19. Sieg bei den Bikes, Honda härtester Gegner

Walkner glaubt, dass sieben bis acht Fahrer für den Sieg infrage kommen. Für Kinigadner ist Honda der härteste Rivale auf dem Weg zum angepeilten 19. Motorrad-Sieg des KTM-Teams.

Das zum KTM-Konzern zählende Husqvarna-Team stellt zwei Piloten. "Ich traue mir nicht zu sagen, wer gewinnen wird, aber unsere drei stelle ich ganz vorne hin", erklärte Ex-Motocross-Weltmeister Kinigadner.

Umstieg auf Auto ist für Walkner noch nicht interessant

Umstieg auf Auto ist für Walkner noch nicht interessant
Foto: © getty

Einen Umstieg in ein Auto bei der Dakar kann sich Walkner erst in der ferneren Zukunft vorstellen.

Als er gesehen habe, wie Piloten auf vier Rädern die Abrisskante einer Düne übersehen hätten und nach freiem Fall fünf Meter tiefer gelandet seien, habe das den Reiz reduziert.

"Aber wenn ich vor mich hinträume, 2023 (Marcel) Hirscher und ich in einem Auto, das wäre was", erklärt der Kuchler, der mit dem Ex-Ski-Star gut befreundet ist und den achtmaligen Gesamtweltcup-Sieger unbedingt für das "Dakar"-Abenteuer gewinnen will.

Die letzten Sieger in der Autowertung tragen bekannte Namen. Titelverteidiger Nasser Al-Attiyah ist ein Sportschütze aus Katar, der bei Olympia 1996 in Atlanta im Wurftaubenschießen antrat und auch 2000 in Sydney dabei war, Bei Olympia 2004 in Athen wurde Al-Attiyah Vierter und verpasste Bronze in einem Stechen hauchdünn.

Von 2004 bis 2013 nahm der Katari an der Rallye-Weltmeisterschaft teil und triumphierte 2011 sowie 2015 bei der Dakar, ehe er vor einem Jahr seinen dritten Sieg holte. Ex-Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (ESP) gewann 2018, Stephane Peterhansel (FRA) sicherte sich 2017 den Sieg.

Was hat Ex-Formel-1-Champion Alonso drauf?
Foto: © getty

Bei der Dakar 2020 - vom 5. Jänner bis 17. Jänner - versucht sich Ex-Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso in einem neuen Metier. Der Spanier hat in Marc Coma einen sehr guten (Motorrad)-Navigator zur Seite.

"Ich bin gespannt, wie er sich anstellt", meint Walkner. "Denn auch Sebastien Loeb, einer der besten Rallye-Piloten, hat drei bis vier Jahre gebraucht."

Als Privatfahrer ist der ehemalige Snowboard-Olympia-Teilnehmer Martin Freinademetz nach 2010 erneut mit einer KTM am Start.

Martin Freinademetz: "Dünen haben etwas mit Snowboarden zu tun."

Der Tiroler engagiert sich im Enduro-Sport, Extrem-Rallyes stellen aber andere Anforderungen. "Seit 2010 hat sich einiges geändert, das Roadbook wird eine große Herausforderung", erklärt Freinademetz. Die Vorfreude ist auch bei ihm groß.

"Die Wüste macht mehr Spaß, Dünen haben etwas mit Snowboarden zu tun."

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