"Wir werden so langsam fahren, dass das kein Problem darstellen wird."
Der Italiener dachte dabei an seinen Trainingsunfall Ende Mai in Suzuka, bei dem er mit hohem Tempo in die Streckenbegrenzung krachte und nebst weiterer Verletzungen u.a. eine ausgekugelte linke Hüfte erlitt.
Sein Landsmann Francesco Bagnaia meinte wiederum schon in Spielberg, dass das Thema Sicherheit gar nicht aufkommen werde. "Wir werden so langsam fahren, dass das kein Problem darstellen wird", urteilte der Ducati-Star.
Doppel-Weltmeister spottet über Strecke
Der zweifache Weltmeister war zudem der Meinung, dass die aktuellen MotoGP-Bikes "für Kurse wie diesen" nicht geeignet wären. "Wir werden vom ersten bis zum fünften Gang fahren. Da wird es keinen Zeitpunkt geben, an dem der sechste benutzt wird", spottete der zweifache Champion der Königsklasse.
Ist der Balaton Park Circuit überhaupt nicht tauglich für Rennen der Königsklasse? Bagnaia wollte sich nicht in Schwierigkeiten bringen, betonte aber süffisant: "Sagen wir es so: Sie (die Strecke, Anm.) ist sehr interessant."
Die Zuschauer werden sich wohl auf sehr wenig Rennaction einstellen müssen. Rookie Fermin Aldeguer sagte: "In manchen Kurven und Schikanen kannst du vielleicht überholen, aber in anderen nicht, da wird es schwierig. Und es gibt keine lange Gerade, wo man angreifen kann."
Der technisch anspruchsvolle Kurs dürfte aufgrund seiner vielen Schikanen - davon zwei sehr langsame - und dem Stop-and-Go-Charakter auch zur physischen Herausforderung werden. Zumindest die Temperaturen meinen es mit den Motorrad-Stars gut und sind von über 30 auf knapp über 20 Grad runtergepurzelt.
Marquez äußert Vorfreude
Doch es gibt nicht nur Kritik, mancherorts herrscht auch Vorfreude auf den neuen Grand Prix im Rennkalender.
WM-Dominator Marc Marquez meinte nach einem Privattest von Ducati auf Superbikes: "Es ist eine enge Strecke, aber mir gefällt sie. In einer Weltmeisterschaft brauchst du verschiedene Arten von Kursen. Assen ist etwa schnell und flüssig, während diese mehr Stop-and-Go ist."
VR46-Kollege Fabio Di Giannantonio war von der Infrastruktur und dem Ort selbst beeindruckt. "Die Strecke macht Spaß, ist aber in zwei Sektionen sehr eng. Das wird interessant, wie die MotoGP da durchpassen wird", wies aber auch er auf den großen Streitpunkt hin.
Neue Kräfteverhältnisse - und ab 2027 besser?
Ducati-Teamchef Davide Tardozzi glaubte indes, dass die Kräfteverhältnisse durcheinander gewirbelt werden könnten. "Yamaha könnte hier besser sein. Sie beklagen ja immer mangelnden Grip. Hier gibt es sehr viel Grip - die M1 könnte also besser funktionieren." Am Red Bull Ring war das japanische Werk mit allen vier Fahrern auf den letzten Plätzen.
Der Italiener wagte überdies einen Blick in die Zukunft und meinte, die Strecke könnte ab 2027 besser zur MotoGP passen. Dann wird unter anderem der Hubraum von 1.000 auf 850 ccm reduziert und die Aerodynamik verkleinert.
Doch der Kurs muss sich bis dorthin bereits beweisen. Perspektivisch könnte die Motorrad-Königsklasse nämlich auf den Hungaroring übersiedeln, der ursprünglich auch für die MotoGP-Rückkehr nach Ungarn angedacht war. Die vor allem durch die Formel 1 bekannte Piste entspricht aber (noch) nicht den Sicherheitsstandards.