Marc Marquez: Comeback weiterhin nicht in Sicht

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Marc Marquez wird beim ersten Grand Prix von Aragonien wieder durch Testfahrer Stefan Bradl ersetzt - das teilte das Repsol-Honda-Team gestern mit. Mittlerweile ist aber klar: Der achtfache Weltmeister wird im Oktober keine Rennen bestreiten. Somit wird er auch beim zweiten Grand Prix in Aragon weiterhin fehlen, ein Comeback ist derzeit noch außer Reichweite.

Nun stellen sich viele die Frage: Wird der Spanier heuer überhaupt noch ein Rennen bestreiten oder kehrt er rechtzeitig für die letzten drei Saisonrennen, zweimal in Valencia und zum Saisonabschluss in Portimao, zurück?

Es gab viele Gerüchte um die Rückkehr des Weltmeisters, viele spekulierten mit einem Comeback am kommenden Wochenende, da die Rennen in Aragon Marquez' Heimrennen sind und er mittlerweile gute Fortschritte in der Reha macht.

Überraschend kommt die Absage des Comebacks aber nicht - Marquez gab erst unlängst preis, dass er sich so viel Zeit nehmen werde, wie sein Körper diese verlange.

Comeback-Versuch nach Sturz fahrlässig

Im Nachhinein betrachtet war der Comeback-Versuch des Spaniers, nur vier Tage nach seinem Oberarmbruch und der darauffolgenden Operation, viel zu früh und vor allem gefährlich. Marquez habe bereits fünf Stunden nach der ersten Operation Liegestütze gemacht, wohl um seinen Konkurrenten zu zeigen, dass er so schnell wie möglich wieder zurückkehren wird.

Sein Arzt Dr. Xavier Mir habe ihm sogar erlaubt, sofort wieder mit dem Motorradtraining starten zu dürfen, also nur kurz vor dem Blitzcomeback beim zweiten Rennen in Jerez. Marquez musste aber schnell anerkennen, dass auch er nur ein Mensch und keine Maschine ist.

Bereits in den Trainings kündigten sich massive Oberarmprobleme an, er konnte seine 290 PS starke Repsol-Honda beim Bremsen und Beschleunigen kaum beherrschen. Nach dem ersten Outing in Q1 kam dann die Erkenntnis: So macht das keinen Sinn. Unerträgliche Schmerzen beendeten seinen Comeback-Versuch jäh.

(Text wird unter dem Video fortgesetzt.)

Zu frühe Belastung?

Am 3. August wurde dann bekannt, dass Marquez sich einer zweiten Oberarm-Operation unterziehen müsse. Offizieller Grund sei, dass beim Öffnen eines Fensters die eingesetzte Fixierungsplatte und Schrauben beschädigt wurden. Unterhält man sich mit Fachärzten steht eine andere Vermutung im Raum.

"Da muss vorher schon eine Beschädigung vorhanden gewesen sein. Vielleicht wurden durch die frühe starke Belastung bereits Schrauben rausgerissen. So könnte dann ein komplizierter Bruch entstanden sein."

"Spüre Fortschritte"

In einem Interview mit "The Race" meint der achtfache Weltmeister, angesprochen auf seine Comeback-Pläne: "Ich spüre Fortschritte, mittlerweile trainiere ich auch wieder im Fitnessstudio. Ich merke, dass ich bald wieder auf ein Bike steigen kann, das ist für mich das wichtigste."

"Ich weiß, dass wir auf einem guten Weg sind. Jedoch weiß ich nicht, wann ich wieder auf ein Motorrad steigen kann. Das kann in zwei Wochen, aber vielleicht auch erst in 2 Monaten der Fall sein. Diese Frage kann nur mein Körper beantworten", so der achtfache Weltmeister.

Zuvor räumt er ein, dass er die ersten Wochen kaum Feedback von seinem Körper bekam, er auch keine Verbesserungen spürte.

WM-Kampf offen wie nie

Erst mit der Absage des Spaniers ist nun fix, dass er keine Chance mehr auf den fünften WM-Titel in Folge hat. Theoretisch wäre die Möglichkeit bestanden, mit 5 Siegen aus 5 Rennen den WM-Leader Fabio Quartararo (Frankreich) noch einzuholen.

"El Diablo" führt die WM mit 115 Punkten nach bisher neun absolvierten Rennen an. Die Top-Ten in der Weltmeisterschaft sind nur durch 51 Punkte getrennt, in solch einer verrückten Saison wie dieser, wäre es absolut möglich ohne Rennsieg, die WM zu gewinnen.

Vor allem Joan Mir (Suzuki) besticht bisher mit seiner Konstanz, er ist der Fahrer mit den bisher meisten Podiumsplätzen in dieser Saison, aber noch ohne Rennsieg. Bessere Qualifiying-Ergebnisse, würden aber auch dieses Unterfangen erleichtern.

Auch wenn Marc Marquez schmerzlichst vermisst wird - die diesjährige MotoGP-Saison ist unberechenbarer und interessanter als je zuvor.

Textquelle: © LAOLA1.at

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