Todt-Nachfolger: Das andere Titel-Duell der FIA

Todt-Nachfolger: Das andere Titel-Duell der FIA Foto: © getty
 

Nur fünf Tage nach der Entscheidung im Duell der Formel-1-Titelanwärter wird morgen Freitag im Rahmen der Generalversammlung des Internationalen Automobilverbandes (FIA) in der Zentrale in Paris ein weiterer "Zweikampf" in der Königsklasse des Motorsports entschieden: Es geht um die Nachfolge des aus Altersgründen abtretenden Präsidenten Jean Todt.

Der 75-jährige Franzose lenkte in drei Perioden seit 2009 die Geschicke des Automobilverbandes – mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Verkehrssicherheit und den Kampf gegen Todesopfer im Verkehr. Dazu ist der ehemalige Rennfahrer, Formel-1-Teamchef und Ferrari-Geschäftsführer auch Berater der UNO.

Jean Todt war eine absolute Größe im Motorsport

Todt war vor seiner Präsidentschaft im Motorsport höchst erfolgreich: Er wurde Rallye-Team-Weltmeister 1981 als Co-Pilot von Guy Fréquelin im Talbot-Lotus, mit Achim Warmbold gewann er im BMW 2002 im Jahr 1973 die österreichische Alpenfahrt – den bisher einzigen Rallye-WM-Lauf in Österreich.

Als Teamchef steuerte er Peugeot vier Mal zum Rallye-Weltmeister, holte 14 WM-Titel mit Ferrari in der Formel 1, zwei Le-Mans- und vier Dakar-Siege mit Peugeot. Für seine Nachfolge kandidieren zwei Experten mit ihren unterschiedlichen Listen, die jeweils zehn Anwärter (Senatspräsident, Präsidenten und Vizes für Sport bzw. Mobilität etc.) umfassen (müssen).

Mohammed Ben Sulayem ist der Rallye-Held des Mittleren Ostens

Mohammed Ben Sulayem (im Bild mit ehemaligen Rallye-Weltmeister und Dakar-Sieger Carlos Sainz) ist der Rallye-Held des Mittleren Ostens schlechthin. Der Draufgänger aus Dubai ist insgesamt 14-facher Meister mit 61 Siegen bei internationalen Rallyes von 1983 bis 2002. Unter anderem gewann er vor 30 Jahren die Dubai-Rallye 1991, in der Raphael Sperrer mit Co-Pilot Ernest Loidl im Test-Einsatz mit dem Audi 200 quattro der MIG Linz Platz drei belegten. Der Emirati, der in den USA und in Großbritannien Wirtschaft studierte, ist seit 2005 Präsident des Automobilclubs der Vereinigten Arabischen Emirate, steht hinter dem F1-GP von Abu Dhabi, ist Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees seines Landes sowie Träger vielfacher Auszeichnungen von Ländern des Mittleren Ostens und Ehrendoktor der Universität Ulster.

Und Ben Sulayem - vor einem Monat 60 Jahre alt geworden - wurde erst kürzlich bei der Siegerehrung in Abu Dhabi sichtbar, als er Carlos Sainz die Trophäe für Platz drei überreichte.

Auf seiner Liste kandidiert unter anderem Bernie Ecclestones Gattin Fabiana als Vizepräsidentin für Sport in Südamerika. Insgesamt scheinen auf seiner Liste nur vier Europäer, aber sechs Nicht-Europäer auf.

Sulayems Konkurrent ist der britische Jurist Graham Stoker

Ben Sulayems Kontrahent ist der auf Sport spezialisierte britische Jurist Graham Stoker (69), ein langjähriger Funktionär im britischen Verband und seit 2009 FIA-Vizepräsident für Sport.

Stoker war auch Mitglied des FIA-Berufungssenats und Präsident der Anti-Doping-Kommission. Auf seiner Liste treten unter anderem der neunfache Le-Mans-Sieger Tom Kristensen als Vizepräsident für Sport und der Rosenheimer Hermann Tomczyk (Vater von Ex-DTM-Meister Martin) als Vizepräsident Sport Europa an. Auch beim Briten ist das Team-Verhältnis 6:4 für die Nicht-Europäer.

Übrigens: In der Wahl des FIA-Präsidenten 2009 in der Nachfolge von Max Mosley hatte sich Todt gegen den früheren Rallye-Kollegen Ari Vatanen durchgesetzt.

In Paris sind die Delegierten von 203 Mitgliedsverbänden stimmberechtigt. In weiteren Wahlen kandidiert auch der aktuelle ÖAMTC-Präsident Gottfried Wanitschek (66) für einen Sitz im Weltrat für Mobilität und Tourismus.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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