Verzockte sich Ferrari in Australien im Kampf um den Sieg?
Die "Scuderia" brachte Mercedes mit einer grandiosen Startphase im Kampf um den Sieg ins Wanken. Eine VSC-Phase ermöglichte eine Pitstop-Chance, aber Ferrari entschloss sich dagegen.
Ferrari will endlich wieder um die WM-Krone kämpfen. Ein erster Schritt ist getan.
Nach fast zwei Jahrzehnten hofft die "Scuderia" wieder auf einen WM-Titel. Mit einer hervorragenden Beschleunigung in der Startphase pilotierte Charles Leclerc seinen Boliden beim Mercedes-Doppelsieg in Melbourne vom vierten Startplatz binnen weniger Sekunden an die Spitze.
Über mehrere Runden entwickelte sich zwischen dem Monegassen und dem späteren Rennsieger George Russell (Mercedes) ein wahrer Kampf um die Führung. Zudem konnte auch Lewis Hamilton zum Führungs-Duo aufschließen und sorgte sogar für einen Dreikampf.
Ein technischer Defekt von Isack Hadjar (Red Bull) ließ den Spannungsfaktor aber platzen. Denn Ferrari entschloss sich bei der folgenden VSC-Phase gegen einen Boxenstopp. Mercedes wechselte hingegen auf die Mediums.
Natürlich lag das Ferrari-Duo damit in Führung, aber Leclerc und Hamilton mussten ihren obligatorischen Pitstop noch erledigen und verpassten es, sich einige Sekunden zu ersparen. Letztlich landete Leclerc vor dem Briten am Podium.
Siegeschancen verspielt? "Ich glaube nicht, aber ...."
Daraufhin kam das Ferrari-Duo zur Rennmitte an die Box und musste sich schließlich gegenüber Mercedes klar geschlagen geben.
Wäre ein Rennsieg mit dem Pitstop während dem virtuellen Safety Car realistisch gewesen? "Ich glaube nicht, aber vielleicht irre ich mich", meinte Leclerc im Interview nach dem Grand Prix. "Mercedes hatte mehr Tempo als wir, aber nicht so viel wie gestern", fügte der Monegasse hinzu.
Hamilton war hingegen mit der Pitstop-Strategie während des Rennens unzufrieden. "Wir hätten zumindest einen reinholen sollen", funkte der siebenfache Champion unmittelbar nach der VSC-Phase.
Hamilton ziemlich zufrieden: "Großartige Arbeit, ich bin stolz"
Letztlich war der 105-fache Rennsieger mit der Leistung von Ferrari dennoch sehr zufrieden. "Ich bin sehr stolz auf das Team. Wir haben großartige Arbeit geleistet", so der 41-Jährige.
Nur ganz knapp verpasste er schließlich im teaminternen Kampf die erste Podestplatzierung bei einem Grand Prix für Ferrari. "Es gibt viele positive Aspekte, die wir mitnehmen können. Wir sind mitten im Kampf dabei und müssen einfach weiter Druck machen", fügte Hamilton hinzu.
Bereits am kommenden Wochenende wird Ferrari in Shanghai (natürlich in unserem LIVE-Ticker) wohl versuchen, die "Silberpfeile" weiter unter Druck zu bringen.