Darum wird der GP von Österreich nicht fad

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Es war eines der langweiligsten Formel-1-Rennen aller Zeiten. Die Meinung vieler Experten und Fans nach dem Grand Prix von Frankreich am vergangenen Sonntag war eindeutig.

Mercedes hat saisonübergreifend die jüngsten zehn Rennen gewonnen, wobei Lewis Hamilton in den vergangenen vier zum Sieg fuhr. In Le Castellet dominierten die Silberpfeile zuletzt jede Trainingssession und jede Qualifying-Phase, bevor man im Rennen jede Runde anführte.

Die anfänglichen Hoffnungen der Formel-1-Fans auf eine heiße Saison haben sich nicht erfüllt. Drei Monate nach der Testphase, in der Ferrari im Vorteil schien, ist Mercedes überlegen wie nie.

Hamilton wirkt auf dem Weg zu seiner sechsten Weltmeisterschaft (WM-Stand) so unaufhaltsam, dass viele den Fokus schon auf 2020 gerichtet haben. Doch auch kommende Saison wird mit jenem komplexen Hybrid-Turbomotor gefahren, den die Ingenieure der "Sternenflotte" am besten hinbekommen haben. Es ist im Wesentlichen die gleiche Formel, die seit 2014 in Kraft ist. Seit damals hat Mercedes 82 von 108 Grands Prix gewonnen, das ergibt fast aberwitzige 76 Prozent.

In Spielberg jagt Mercedes am Sonntag (15:10 Uhr im LIVE-Ticker) den elften Sieg in Folge. Das ist erst einmal einem Rennstall gelungen: McLaren-Honda dominierte in der Saison 1988 nach Belieben.

Aber wird nun ausgerechnet Spielberg der Ort, an dem die Siegesserie von Mercedes endet? Diese Gründe sprechen zumindest dafür, dass das Rennen spannender wird als zuletzt in Frankreich:

Die Schwachstellen

"Österreich ist für uns auf dem Papier nicht so gut wie Frankreich", erklärt Teamchef Toto Wolff vor seinem Heimrennen. Es sei nicht zu erwarten, dass Mercedes ähnlich dominiert wie in Frankreich.

"Weil es eine Powerstrecke ist, steil den Berg hinaufgeht und es heiß werden soll. Das sind unsere beiden Schwachstellen gegenüber Ferrari", verweist der Wiener auf mögliche Schwachpunkte im diesjährigen Mercedes-Paket: Kühlung und Geraden-Speed.

Wolff führt aus: "Die Wettervorhersage für Österreich sagt Temperaturen von mehr als 30 Grad Celsius voraus. Gemeinsam mit der geringeren Luftdichte durch die Höhenlage der Strecke bedeutet dies, dass die Kühlung in Spielberg eine echte Herausforderung darstellen könnte. Wenn man dann noch die kurze Streckenlänge und die engen Abstände auf diesem Kurs in Betracht zieht, ist unsere Richtung klar: wir müssen weiter sorgfältig arbeiten, ruhig bleiben und alles geben."

Denn Ferrari habe hingegen "richtig Power auf den Geraden und auch keine Sorgen mit der Kühlung. Das ist unsere Achillesferse."

Stats: Mercedes beim GP von Österrreich

Starts Siege Podiums Poles DNF
Mercedes 5 4 6 4 2
Hamilton 5 1 3 2 1
Bottas 5 1 2 2 1

Die Zweifel

Wolffs Vorschau auf das Hitze-Heimrennen ist deshalb von Vorsicht geprägt. "Bisher war unsere Zielankunftsquote in diesem Jahr gut. Aber es wäre selbstgefällig, die Tatsache zu ignorieren, dass unsere Mechaniker nun an zwei Rennwochenenden hintereinander das Pendant zu einer 'Operation am offenen Herzen' an unseren Autos durchführen mussten."

Heißt so viel wie: Im Hintergrund ist bei Weitem nicht alles so perfekt wie es vielleicht nach außen hin scheint. In Kanada und Frankreich traten an beiden Autos Probleme auf.

"Wir hatten eine Reihe an verschiedenen Schwierigkeiten an unterschiedlichen Komponenten, von denen jede leicht einen Ausfall hätte verursachen können", gesteht Wolff. "Deshalb müssen wir diese Herausforderung so schnell wie möglich lösen."

Der Tiefpunkt 2018

Dabei denkt Wolff wohl auch an das katastrophale Rennen im Vorjahr in Spielberg, als beide Mercedes trotz der Startplätze eins und zwei ausfielen und letztlich Max Verstappen im Red Bull triumphierte. Nach einem Hydraulikschaden bei Valtteri Bottas musste auch Hamilton seinen Boliden aufgrund eines Problems mit dem Benzindruck abstellen.

"Unser Abschneiden beim Großen Preis von Österreich war der Tiefpunkt der vergangenen Saison. Ein Doppelausfall nach zwei vielversprechenden Startplätzen in der ersten Reihe führte dazu, dass wir viele Punkte liegen ließen. Das Rennen war eine grausame Erinnerung daran, wie schnell die Dinge in unserem Sport falsch laufen können und dass Zuverlässigkeit sowie Performance in der Formel 1 Hand in Hand gehen", betont Wolff. "Wir müssen diesmal bessere Arbeit abliefern als vor zwölf Monaten."

Auch bei Hamilton ist das Rennen 2018 noch im Hinterkopf: "Im Vorjahr sind wir beide ausgeschieden. Da haben wir jetzt nicht gerade das allergrößte Selbstvertrauen."

Denn so konstant und stark Mercedes bisher in der Saison auch aufgetreten ist, so schnell schleicht sich ein Defekt ein. Es wäre bei Mercedes nicht das erste Mal in Spielberg.

Textquelle: © LAOLA1.at

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