Traute Zweisamkeit im Mercedes-Rennstall

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Bei Mercedes ist nach dem Rekordstart in die Formel-1-Saison alles eitel Wonne. Valtteri Bottas und Lewis Hamilton teilten sich in den bisherigen vier Rennen ihre Siege brüderlich und lobten vor dem Großen Preis von Spanien überschwänglich das Teamgefüge. Eine traute Zweisamkeit mit Ablaufdatum?

"Wir unterstützen uns gegenseitig so gut es geht", sagte Hamilton und schien es wahrlich ernst zu meinen. "Ich glaube wirklich, dass es hinsichtlich des Respekts und wie wir abliefern, die beste Paarung ist, die ein Team in der Formel 1 je hatte."

Dass nicht er, sondern Bottas die Fahrerwertung mit einem Zähler anführt, scheint dem fünfmaligen Weltmeister derzeit nichts auszumachen. Er habe sich als Mensch und Teamplayer entwickelt. "Natürlich kommt jeder hierher, um zu gewinnen. Aber letztlich werden wir dafür bezahlt, als Team aufzutreten und zu gewinnen."

Das Titelrennen sei völlig offen, Ferrari ebenbürtig. "Sie hatten das stärkere Paket für zwei Rennen, wir hatten das stärkere Paket für zwei Rennen. Aber wir haben in vier geliefert." Die Energie im Mercedes-Lager sei unglaublich. "Alle arbeiten wie Getriebene, sie inspirieren mich. Ich habe das Gefühl, wir werden immerzu besser."

Hamilton lobt Kollegen

Für seinen Kollegen hatte Hamilton viel Lob übrig, Bottas' Leistungen würden ihn nicht überraschen. "Er ist jede Saison stark gestartet. Sein Ziel ist sicher, das heuer über die ganze Saison so durchzuziehen." In den vergangenen zwei Jahren fehlte dem Finnen aber das Stehvermögen, um den britischen Superstar über eine Saison hinweg herauszufordern.

Am Donnerstag verwies Hamilton gleich öfter darauf, dass sein "zweiter Ingenieur" nun Bottas" Chefmechaniker sei. Und dass dies seinen Teamkollegen sicher noch einmal besser mache. Abgesehen davon - und vom bärtigeren Erscheinungsbild - habe sich der Kompagnon nicht allzu viel geändert. "Er wirkt vielleicht noch mehr fokussiert. Aber ansonsten ist er noch immer der starke Finne, der auch im letzten Jahr schon war."

Oft wird Hamilton dieser Tage auf die Saison 2016 angesprochen, als in Barcelona der Zweikampf zwischen ihm und Nico Rosberg in einem Crash eskalierte. In dieser Partnerschaft seien Dinge geschehen, die der Öffentlichkeit bis jetzt nicht bekannt seien, sagte Hamilton. Ins Detail wollte er aber nicht gehen. "Vielleicht verrate ich es, wenn ich einmal ein Buch schreibe", sagte Hamilton und schloss eine Wiederholung des teaminternen Zanks aus. "Erwartet nicht, dass das noch einmal passiert."

Keine lange Party für Hamilton

Vor allem Bottas aber wirkt ähnlich hungrig, wie damals Rosberg - und durchaus selbstbewusst: "Es ist im Moment ein guter Kampf mit Lewis", erklärte er. Ob er glaube, dass ihn dieser als ebenbürtigen Titelkonkurrenten sehe? Bottas: "Davon gehe ich aus." Hamilton indes wäre kein fünffacher Weltmeister, hätte er nicht das Siegergen - Egoismus inklusive. Dies blitzte zuletzt in Baku bereits durch, als er in der Startkurve "zu nett" zu Bottas gewesen sei.

Zuletzt gönnte sich Hamilton wieder einmal einen Abstecher in New York, die Met Gala und Posieren im exzentrischen Outfit einer gelben Mamba waren angesagt. Doch während seine Freunde die ganze Nacht über Party machten, wäre er früh zu Bett gegangen. Hamilton fühlt sich ausgeschlafen. "Zuletzt waren wir eher auf kühlen Strecken unterwegs. Mal schauen, wie sich Valtteri schlägt, wenn es heißer wird."

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