F1: Mercedes setzt Zeichen und lackiert Autos um

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Mercedes setzt ein Zeichen gegen Rassimus und Diskriminierung:

In der neuen Saison, die coronabedingt erst am Samstag mit dem Rennen in Spielberg starten wird, werden die "Silberpfeile" von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas bis zum Saisonende mit schwarzer Lackierung fahren.

Die beiden Piloten tragen schwarze Rennanzüge und werden auch ihr Helm-Design anpassen.

Wegen der jüngsten Vorfälle in den USA startet die gesamte Formel 1 unter dem Motto "#WeRaceAsOne". Die nunmehrige Mercedes-Kampagne "End racism" geht in eine ähnliche Richtung und wurde stark von Hamilton angestoßen, der auch eine dementsprechende Kommission gebildet hat.

Viele Gespräche mit Lewis Hamilton

(Text wird unter dem Video fortgesetzt)

"Lewis und ich haben in den vergangenen Monaten viel über dieses Thema gesprochen. Ich versuche so gut wie möglich zu verstehen, in welcher Situation er sich befindet", erklärt Mercedes-Teamchef Toto Wolff am Montag, warum man dieses Jahr in Schwarz fährt. "Vorstand und die Sponsoren haben sofort mitgemacht."

Das Momentum hinter der aktuellen Bewegung sei sehr stark, so Wolff. "Die Themen Diskriminierung, Vielfalt, Integration und Gleichheit waren für uns im Team zwar immer extrem wichtig, aber insgesamt waren wir in der gesamten Formel 1 nicht sehr divers", meint Wolff in seiner Heimatstadt Wien. Wolff verwies dabei auch darauf, dass sich bei Mercedes nur drei Prozent der Belegschaft als Angehörige ethnischer Minderheiten identifizieren und nur 12 Prozent der Angestellten Frauen sind. Was ein Mangel an Vielfalt sei und neuer Ansätze bedürfe.

Schwarze Autos sind nur der Anfang

Die schwarzen Autos sind für Wolff nur der Anfang. "Und kein PR-Stunt für nur ein Rennen." Besonders wichtig sei auch zu verstehen: "Die richtige Geisteshaltung ist nicht genug, wenn wir stumm bleiben."

Die Initiative soll laut Wolff auch ganz konkrete Maßnahmen setzen, um die Gleichheit im Mercedes-Team zu erhöhen. So will man künftig Personal nicht nur an den klassischen Technik-Universitäten wie Oxford oder Cambridge rekrutieren, sondern auch in andere Städte und an andere Ausbildungsstätten gehen.

Wolff: "Wollen Jugend zeigen, dass Türen nicht verschlossen sind"

"Wir wollen der Jugend zeigen, dass für sie die Türen zur Formel 1 nicht verschlossen sind", sagt Wolff. "Man muss über den Tellerrand hinausschauen und Talente auch auf anderen Unis identifizieren. Die Vielfalt der Meinungen und andere Blickwinkel sind ein Performance-Thema. Umso mehr Meinungsvielfalt, umso besser die Entscheidung und umso schneller wird dein Auto fahren."

Der mit Ex-Rennfahrerin Susi Wolff verheiratete Österreicher geht beim Thema Gleichberechtigung sogar noch einen Schritt weiter und sprach auch die subtilen Formen dieser aktuellen Themen an. "Susi wird immer sofort die Frage gestellt, wie sie Familie und Job unter einen Hut bringt. Mir hat noch nie jemand diese Frage gestellt."

Die am Sonntag in Österreich beginnende Formel-1-WM ist für Wolff eine "Riesen-Herausforderung". Mercedes ist zwar Serien-Weltmeister, aufgrund der speziellen Situation sei es aber doch auch eine Fahrt ins Ungewisse.

Wolff: "Es kommt Freestyle dazu"

"Mir taugt das aber extrem", betonte Wolff. "Die letzten zehn Jahre ist immer alles strukturiert über die Bühne gegangen. Jetzt sind die Fahrer seit Februar nicht mehr im Auto gewesen. Es kommt also ein bisschen mehr Freestyle dazu." Es gehe einerseits um Haltbarkeit und Punkte. "Wer gleichzeitig die stärkste Lernkurve hat, wird am Ende vorne sein."

Die Favoritenrolle von Mercedes dürfe man auch nicht überbewerten. "Das gilt nur, wenn man die Tests im Februar hernimmt. Wir ruhen uns aber nicht auf den Rundenzeiten aus, die unter anderen Voraussetzungen gefahren worden sind." Er hoffe, dass Mercedes nach zwei Red-Bull-Siegen in Folge für Max Verstappen dieses Mal in Österreich besser aufgestellt sei. "Ich vermag aber derzeit nicht zu sagen, wo wir stehen. Hoffentlich sind wir ganz vorne mit dabei."

Wolff wird wegen der strengen Corona-Auflagen im Motorhome an der Strecke nächtigen. "Ich bin stolz, dass der Saisonauftakt in Österreich stattfindet. Die Regierung hat allen Unkenrufen zum Trotz alles richtig gemacht", ist Wolff überzeugt, dass Österreich im Gegensatz zu anderen Ländern eine sehr günstige Situation vorweisen kann. "Bei uns dürfen wir nun sogar wieder Rennen fahren, wenn auch unter strengen Auflagen."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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