Leclerc nach Ferrari-Panne fassungslos

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Schlimmer hätte das Qualifying in Monaco für Charles Leclerc kaum enden können.

Nach seiner Bestzeit im dritten Training scheidet der Ferrari-Pilot ausgerechnet bei seinem Heimrennen bereits in Q1 aus und startet im Rennen am Sonntag (15:10 Uhr im LIVE-Ticker) nach der Strafversetzung von Antonio Giovinazzi nur von Platz 15.

Doch wie kam es dazu?

Sowohl Leclerc als auch Teamkollege Sebastian Vettel hatten in Q1 Probleme, der Druck in der Ferrari-Box wurde immer größer. Während Vettel wenige Minuten vor Ende noch einen frischen Satz Reifen holte, wurde Leclerc bei zunehmend besseren Streckenbedingungen immer weiter nach hinten durchgereicht. Die Scuderia verpasste es aber, den Monegassen auch noch einmal auf die Strecke zu schicken. Schließlich war es ausgerechnet Vettel, der Leclerc mit seiner schnellen Runde aus den Top 15 kickte.

Leclerc: "Hatten genug Zeit"

Leclerc stand ungläubig und mit Kopfschütteln in der Box. "Ich habe keine Erklärung dafür", sagt der 21-Jährige. Auch die Tatsache, dass sein Bolide zur FIA-Waage zurückgeschoben werden musste, weil er sie am Boxeneingang verpasst hatte, sei "nicht das Problem" gewesen.

"Wir hatten trotzdem genug Zeit. Als ich in der Box stand, hätten wir genügend Zeit gehabt, noch einmal rauszugehen", so Leclerc. "Die Strategie war, dass wir einen zweiten Satz (Reifen, Anm.) ziehen, wenn es eng werden sollte. Ich weiß nicht, warum wir das nicht gemacht haben."

Er gibt an, sogar noch nachgefragt zu haben, ob seine Zeit für die Qualifikation für Q2 reichen würde. "Sie sagten: 'Wir denken ja.'. Ich fragte, ob wir nicht noch einmal rausfahren sollten, aber es gab darauf nicht wirklich eine Antwort."

Diese forderte der 21-Jährige aber von seinem Team: "Es ist echt schwierig, ich brauche jetzt eine Erklärung", sagt er sichtlich niedergeschlagen.

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Ferrari gibt Fehleinschätzung zu

Diese Erklärung ließ aber einige Zeit auf sich warten: Unmittelbar nach dem Qualifying gab es erst einmal keine Stellungnahme von Ferrari. Teamchef Mattia Binotto beraumte erst später eine außerordentliche Pressekonferenz ein, um die Umstände aus seiner Sicht zu erklären.

"Wir haben einen Fehler gemacht", gibt es von Binotto keine Entschuldigung für den Ausgang des Qualifyings für seinen Lokalmatador im Auto. Die Zeit, von der man ausging, dass sie für Q2 reichen würde, sei völlig falsch angesetzt worden.

Diese Berechnung findet aufgrund realer Rundenzeiten in Verbindung mit einem Polster statt. Diesmal war dieser Polster zu klein. Einerseits eine klassische Fehleinschätzung, andererseits habe sich die Strecke schneller verbessert, als dies im Plan stand.

Gleichzeitig verteidigt der Teamchef dieses Risiko aber: Das bräuchte es eben, wenn man in der WM unter Zugzwang steht. Einen weiteren Reifensatz zu verbrauchen, hätte bedeutet, dass man die Konkurrenz in der späteren Phase nicht mehr so gut hätte fordern können.

Die Augen seien jedenfalls in der hektischen Phase nicht auf Sebastian Vettel gerichtet gewesen, der zu diesem Zeitpunkt auf dem "Schleudersitz" saß.

Vettel: Unfair, das Team zu kritisieren

Der Deutsche selbst ist im Anschluss an das Qualifying der Meinung, es sei "unfair", das Team zu kritisieren. Er gibt aber zu, dass die Scuderia derzeit einige ungelöste Probleme mit sich schleppt.

"Wir tun uns da im Moment schwer. Wir fallen manchmal rein und dann wieder raus aus dem Fenster", verweist der 31-Jährige auf das Dauerthema Reifen. "Wir probieren viele Sachen", es liege aber auch daran, "dass das Produkt sehr, sehr schwer zu verstehen ist".

Riskiert Leclerc einen Crash?

Für Leclerc ist das sicherlich kein Trost, an Startplatz 15 bei seinem Heimrennen ändert es erst recht nichts. Dass das Überholen in Monaco nahezu unmöglich ist, macht die Sache noch schwieriger.

"Hoffentlich regnet es, wenn es trocken bleibt wird es ein langweiliges Rennen. Ich werde viel Risiko eingehen müssen, vielleicht sogar einen Crash zu bauen", kündigt Leclerc an.

Textquelle: © LAOLA1.at

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