Wolff droht Red Bull mit Protest

Wolff droht Red Bull mit Protest Foto: © getty
 

Lewis Hamilton hat das Thema in Barcelona erstmals aufgebracht, nun werden die Töne rauer.

In der Diskussion um (zu) flexible Heckflügel bei einigen Teams stellt Mercedes-Teamchef Toto Wolff Proteste in den Raum. Auf Videos ist erkennbar, dass sich der Heckflügel bei Red Bull und Ferrari auf Geraden absenkt und dadurch den Luftwiderstand verringert.

Dies ist laut technischem Reglement verboten. Allerdings konnten die Regelhüter bei Untersuchungen bisher keinen Verstoß feststellen.

Reaktion vor Baku gefordert

Als Reaktion verschärft die FIA nun aber die Belastungstests - allerdings erst ab dem GP von Frankreich. Beim Rennen in Baku können die Teams den Flügel somit weiterhin zum Einsatz bringen.

Für Toto Wolff nicht verständlich, wie er in Monaco mit klaren Worten darlegt: "Wir räumen ein, dass es schwierig ist, in zwei Wochen stabilere Flügel zu bauen. Aber vier Wochen Vorlauf ist definitiv zu lang. Es absolut unverständlich, dass bis Baku nichts passiert."

Der Unmut ist aus Sicht von Mercedes nachvollziehbar, weist der Straßenkurs in Baku doch einige lange Geraden auf, wo sich der Vorteil durch die Flügelkonstruktion besonders auswirken kann. Das unterstreicht auch Wolff: "Das lässt uns im Niemandsland. Gerade auf der Strecke, auf der ein flexibler Flügel den größten Vorteil bringt."

Offizieller Protest gegen Flügel?

Der Mercedes-Teamchef schickt daher eine Mahnung an die Konkurrenz - und auch die Formel-1-Eigentümer. "Die FIA hat die Bewegung der Flügel als exzessiv eingestuft. Die Teams, die diese Flügel weiterhin fahren, riskieren also einen Protest", stellt Wolff in den Raum.

Dieser Protest könne sich über Wochen ziehen und bis zum obersten Sportgerichtshof laufen. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Formel 1 so etwas leisten will."

Der Anstoß müsste dabei nicht mal von Mercedes selbst kommen. "Es gibt mindestens zwei andere Teams, die ein großes Interesse daran haben, dass diese Flügel verschwinden", weiß Wolff. Dabei bezieht er sich auf McLaren und Aston Martin.

Red Bull: "Wie eine Regeländerung"

Die angesprochenen Teams sehen die Drohung gelassen. "Solche Diskussionen sind Formel-1-Folklore", meint etwa Mattia Binotto. Der Ferrari-Teamchef gesteht aber, dass ein Schlupfloch im Reglement gefunden und genutzt wurde. "Wenn es jetzt neue Richtlinien gibt, werden wir reagieren. Bei uns sind es aber nur kleine Korrekturen."

Aufwendiger scheint die Sache bei Red Bull, denn Teamchef Christian Horner spricht von Kosten bis zu einer halben Million Dollar.

Aktuell sieht er sich und sein Team aber auf der sicheren Seite: "Unser Auto hat bis jetzt alle Tests bestanden. Damit erfüllt es auch die Regeln. Wenn sich jetzt der Belastungstest ändert, ist das wie eine Regeländerung. Darauf werden wir reagieren."

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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