Ferrari-Präsentation im Theater, Druck für Vettel

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Nur rund 30 Kilometer vom Hauptquartier in Maranello entfernt stellt Ferrari am Dienstagabend (18:30 Uhr) sein neues Formel-1-Auto vor.

Der Nachfolger des SF90 wird im Theater Romolo Valli in Reggio Emilia präsentiert. Jene Stadt in der Provinz Emilia-Romagna war vor 223 Jahren der Geburtsort der dreifarbigen italienischen Flagge. Theater ist bei Ferrari also schon beim Eröffnungsakt garantiert.

Dazu kommt der Erwartungsdruck an das Traditionsteam, das seit 2007 (Kimi Räikkönen/FIN) auf einen Fahrertitel in der Motorsport-Königsklasse wartet. Vor allem für Sebastian Vettel steht heuer extrem viel auf dem Spiel.

Denn anstatt in seinem fünften Ferrari-Jahr genauso wie einst sein Idol und Landsmann Michael Schumacher erstmals mit den Italienern die WM zu gewinnen, schloss der vierfache Ex-Weltmeister die Saison nur als Fünfter ab. Damit lag der Deutsche sogar noch direkt hinter seinem Stallrivalen Charles Leclerc, der Vettel in seiner Premierensaison bei Ferrari ein ums andere Mal klar in den Schatten stellte.

"Es gibt Potenzial, dass wir uns steigern können, dass wir Kleinigkeiten besser machen können und müssen, die dann eine relativ große Auswirkung haben", erklärte deshalb Vettel und meinte damit zum Beispiel die Arbeit bei den Boxenstopps. "Als Team müssen wir uns steigern, als Einzelner muss ich mich steigern", weiß der 32-Jährige, dessen Vertrag bei Ferrari am Jahresende ausläuft. Er kämpft also um eine Zukunft bei den Italienern, die Mercedes nach sechs Konstrukteurs- und Fahrer-Weltmeisterschaften in Serie endlich stürzen wollen.

"Das Team ist in der Lage, sich zu entwickeln, und bewegt sich in die richtige Richtung", beteuerte Teamchef Mattia Binotto. "Wenn wir etwas aus der vergangenen Saison gelernt haben, dann dass wir perfekt in allen Bereichen sein müssen, um zu siegen." Der bisher letzte WM-Titel von Ferrari datiert aus dem Jahr 2008, als das Team aus Maranello die Konstrukteurswertung gewann. Deshalb muss neben Vettel auch Binotto in diesem Jahr liefern, will er seinen Posten behalten.

Der Nachfolger des SF90, der 2019 an die Gründung der Scuderia Ferrari 90 Jahre zuvor durch Enzo Ferrari erinnerte, muss daher nach dem Willen der Ferrari-Bosse endlich der große Wurf sein. In der vergangenen Saison hatte der Motor sogar mehr Power als der von Mercedes. Dennoch sprach Binotto von "ziemlich erheblichen Änderungen" am Antrieb. So soll der neue Ferrari über deutlich mehr Anpressdruck verfügen, um besser durch die Kurven zu kommen. Das war 2019 eine eklatante Schwachstelle.

Textquelle: © LAOLA1/APA

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