Formel 1 bei ServusTV: Erste Details enthüllt

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Heimische Formel-1-Fans können sich ab nächster Saison auf eine neue Vergleichsmöglichkeit im TV freuen: Statt bisher zwischen ORF, RTL und Sky nun Österreich-intern: Einmal ServusTV, einmal ORF. Das Ausweichen auf RTL entfällt bekanntlich, da die Kölner keine Rechte mehr besitzen und die Formel 1 nach über einem Vierteljahrhundert aufgeben (müssen).

Was passiert nun, vier Monate vor dem geplanten Saisonstart (21. März 2021, Melbourne), beim F1-Neuling ServusTV? Bestätigt wurde bisher außer der Erwerbung der österreichischen Hauptrechte und der konzilianten Teilung mit dem ORF als Zweitrechtenutzer nichts.

Fest steht intern, wer das neue Team von ServusTV aufbauen und die Redaktionsleitung F1 übernehmen wird: Tanja Bauer. Die begann, wie ServusTV-Sportchef Christian Nehiba, auch beim ORF, hatte bei Gerhard Bergers letztem Heim-GP im September 1997 auf dem A1-Ring ihre Boxenreporter-Premiere. 2001 war die heute 51-jährige Burgenländerin zu Premiere (später Sky) gewechselt und hat somit über zwei Jahrzehnte Erfahrung im Umgang mit dem F1-Zirkus. Zuletzt war sie als Freelancerin in die Produktion von Social-Media-Inhalten für das Mercedes-F1-Team von Toto Wolff engagiert. Bauer ist bereits in die Stadt Salzburg übersiedelt. Ihr zur Seite stehen soll Rene Bauer (nicht verwandt) aus dem „Sport & Talk“-Team.

Ex-F1-Fahrer als Experte?

Wie die weitere Mannschaft aussehen wird, ist (noch) geheim. Die erfolgreiche MotoGP-Crew um Andrea Schlager, Christian Brugger, Gustl Auinger, Alex Hofmann usw. wird bei den Zweirädern bleiben. An Bewerbungen für das F1-Team mangelt es ServusTV jedenfalls nicht, war zu hören, mit einer Bekanntgabe soll jedoch nicht vor Jahresbeginn 2021 zu rechnen sein.

Man darf spekulieren: Der F1-erfahrene Ex-ORF-Mitarbeiter Andreas Gröbl, seit Jahren routinierter Moderator bei "Sport & Talk", wird wohl im Boot sein. Es gibt Hinweise, dass sich ServusTV mit Nico Hülkenberg als Experte arrangieren könnte, wenn der Ex-Le-Mans-Gewinner kein Stammcockpit für die Saison 2021 in der Formel 1 bekommt. Der heurige Edelersatz bei Racing Point durfte ja zuletzt als Gast im Hangar-7 „schnuppern“.

Die heimischen Ex-F1-Fahrer Patrick Friesacher, Christian Klien und Karl Wendlinger sind wohl nur Außenseiter. Fix ist, dass aus dem freiwerdenden Reservoir der RTL-Haudegen niemand übernommen wird: "Zu deutsch in der Sprache" wird da als Grund gegen Florian König, Kai Ebel und Heiko Waßer genannt. Bliebe lediglich der exzellente Analytiker und Kommentator Christian Danner, der als Münchner vom Idiom her passen würde, doch der wurde bisher offenbar nicht kontaktiert.

Renn-Aufteilung zwischen ServusTV und ORF nimmt Formen an

Auch die Aufteilung der Rennübertragungen ist noch offen, da man zuerst einmal die offizielle Kalenderbekanntgabe durch die FIA abwarten will. Fix scheint, dass ServusTV mit dem Start in Melbourne "on air" gehen wird und eine Woche später in Bahrain der ORF zum Zug kommt – da parallel die MotoGP in Katar startet und sich "ServusTV sicher nicht selbst zerfleischen wird", wie ein Insider bestätigt.

Fährt die Formel 1 tatsächlich 23 Rennen und übertragen beide heimischen Sender den Österreich-GP, wäre eine 11:11-Aufteilung möglich – wobei der ORF wohl immer bei Überschneidungen mit MotoGP zum Zug käme.

Apropos Grand Prix von Österreich: Bisher wurde die Vertragsverlängerung zwischen Formel-1-Management und Red Bull Ring noch nicht kommuniziert, der Österreich-GP scheint aber wie erwartet im Kalenderentwurf für 2021 auf. Und ohne Heim-GP hätte wohl ServusTV aus dem Haus Red Bull auch nicht nach den Rechten gegriffen. Indessen bestätigte Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko auf Nachfrage: "Der GP-Vertrag wurde mehrjährig verlängert."

Das ist auch ein Indiz, dass Red Bull auch nach 2021 in der Formel 1 dabei ist. Trotz noch offener Frage, mit welchem Antriebsstrang.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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