F1: Die Tage, an denen rechnen intensiver wird

F1: Die Tage, an denen rechnen intensiver wird Foto: © getty
 

Max oder Lewis? Wieder Red Bull oder schon wieder Mercedes? Bei acht Punkten Differenz zwischen den Titelrivalen vor den letzten beiden Rennen in Jeddah und Abu Dhabi, bei denen theoretisch 52 Zähler zu holen sind, ist alles offen. Und noch mehr bei den Konstrukteuren, da hat Mercedes nur fünf Zähler Vorsprung auf die Rivalen.

Unabhängig von der technischen Ausgangslage, die Mercedes und Hamilton in Bezug auf den zuvor in Brasilien dominant eingesetzten neuen "Supermotor" auf dem neuen Kurs an der Corniche von Jeddah mit einer extrem langen Geraden favorisiert: Verstappen hat dort vier Möglichkeiten, vorzeitig Weltmeister zu werden.

  • Wenn er mit schnellster Rennrunde gewinnt und Hamilton nicht besser als Sechster wird;
  • Wenn er gewinnt und Hamilton nicht besser als Siebenter wird;
  • Wenn er mit schnellster Rennrunde Zweiter wird und Hamilton nicht besser als Zehnter wird;
  • Wenn er Zweiter wird und Hamilton ohne Punkte bleibt.

Wobei alle vier Varianten nach jüngsten Ergebnissen höchst unwahrscheinlich sind.

Dass Verstappen Saudi-Arabien mit 26 Punkten Vorsprung auf Hamilton verlässt, ist kaum anzunehmen.

Vor allem die Sache mit der schnellsten Rennrunde wird kaum funktionieren, denn beide Teams würden ihre zweiten Piloten – wenn sie nicht vor den Titelrivalen fahren – "opfern", um mit einem letzten Reifenwechsel die schnellste Rennrunde mitsamt Zusatzpunkt dem WM-Konkurrenten wegzunehmen.

Interessant wird es, sollte Hamilton in Jeddah mit schnellster Rennrunde gewinnen und Verstappen Zweiter werden. Dann wäre Punktgleichstand vor Abu Dhabi gegeben.

Das würde bedeuten: Bleiben beide im Finalrennen ohne Zähler, wäre Verstappen mit dann 9:8 Siegen Weltmeister. Man denke an Senna gegen Prost in Japan – eine zarte Kollision samt Ausscheiden könnte auch die WM entscheiden.

Doch das will sicher niemand.

Wem liegt die Strecke in Saudi Arabien mehr?

Es wäre möglich, dass Mercedes erstmals in acht Saisonen ohne WM-Titel abschließt. "Für uns gibt es nichts zu verlieren, sondern nur die Attacke", erklärt Teamchef Toto Wolff. Dessen Selbstbewusstsein dank der jüngsten Form von Hamilton wieder einmal zugelegt hat.

Bei Red Bull hingegen macht sich mehr und mehr Skepsis wegen des Streckenlayouts in Jeddah breit. Dennoch: Red Bulls Motorsportboss Helmut Marko glaubt, dass es mit strengerer Überprüfung der Heckflügel durch die FIA nun weniger Vorteile für Mercedes geben werde.

Streckendesigner Hermann Tilke wirft außerdem ein: "Keine Frage, dass ein leistungsstarker Motor hilft, aber es gibt auch einige schnelle Kurven, die den RB16B bevorzugen."

Und der frühere F1-Pilot und TV-Kommentator Marc Surer ergänzt: "Wie oft nahmen wir heuer an, diese Strecke bevorzugt den einen oder anderen, und gekommen ist es genau umgekehrt?"

Freuen können sich die F1-Macher von Liberty: Hohe Einschaltquoten weltweit sind für die letzten Rennen garantiert. In Saudi-Arabien wird Sonntag um 18:30 MEZ gestartet (Flutlicht), in Abu Dhabi am 12. Dezember um 14 Uhr MEZ ("Twilight"-Rennen in den Sonnenuntergang und in die Nacht).


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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