Die zwei Premieren des Christian Klien

Die zwei Premieren des Christian Klien Foto: © GEPA
 

Im Sport würde man sagen: Auf dem Transfermarkt hoch aktiv. Denn ServusTV musste eine "Mannschaft" für die erste Saison in der Formel 1 aufstellen. Und so gab Neuzugang Christian Klien Montag sein Debüt als Mitarbeiter der Salzburger.

Doch die Überraschung war nicht so sehr sein neuer Job als Interviewer in den Formel-1-Boxengassen, sondern eine Ankündigung seiner eigenen Rennpläne. "Ich werde wie im Vorjahr GT3-Rennen bestreiten", bestätigte der Hohenemser. Wieder mit dem erst im Vorjahr gegründeten deutschen JP-Team aus Erkelenz nahe Mönchengladbach, mit einem Mercedes AMG in der GT Open.

Und dann die überraschende Antwort auf die Frage nach einer Möglichkeit in der neuen DTM mit GT3-Autos: "Ja, es sind einige Einsätze in der DTM geplant."

Womit Klien dort Markenkollege, aber Kontrahent von Lucas Auer sein wird, der ebenfalls als Mercedes-Pilot (bei Winward) nach dem Vorjahres-Abstecher zu BMW zurückkehren wird.

Andere Erfahrungen als beim ORF

Dass sich ServusTV die F1-TV-Berichterstattung in Österreich mit dem ORF teilt, ist für Klien ein Vorteil, "denn eine gesamte Saison mit 23 Rennen plus eine eigene aktive Laufbahn wären sich nur schwer ausgegangen."

Der 38-Jährige freut sich auf die neue Aufgabe als Interviewer, denn seine bisherige ORF-Erfahrung war als Kommentator. Und zum ORF: Seine "Scheidung" hat er seinem bisherigen TV-Partner Ernst Hausleitner noch nicht mitgeteilt…

"Ich freue mich auf die volle F1-Saison, denn nur drei oder vier Rennen vor Ort zu sein, gibt dir nicht den tiefen Einblick in wichtige Details und Hintergründe."

Klien sieht derzeit keinen Nachfolger

Als Mitarbeiter von ServusTV kehrt Klien auch in die Red-Bull-Familie zurück, in die er 1997 als Kart-Jungspund aufgenommen worden war. 2004 bis 2006 fuhr er für Jaguar und Red Bull Racing sowie 2010 für HRT in der Formel 1 und ist damit der letzte Österreicher in einem F1-Renncockpit.

Klien 2010 im HRT: Bislang letzter F1-Österreicher
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Ob er einen Nachfolger irgendwo ausmachen könne? "Derzeit nicht. Aber es gibt sehr erfolgreiche Österreicher in anderen bedeutenden Serien, wie Auer, Eng, Habsburg, Lietz, Binder usw."

In der Formel-1-Saison 2021 erwartet Klien wie viele "keine großen Überraschungen, obwohl einige wohl noch enger zusammenrücken werden".

Und dass die Autos um zwei Sekunden pro Runde wegen des beschnittenen Unterbodens langsamer werden, zweifelt er nach einem Gespräch mit AlphaTauri-Chef Franz Tost auch an: "Er ist zuversichtlich, dass die Einbußen anderswo wettgemacht werden können."

Vettel: Wird Stroll zum Karriereende?

Worin Klien neue Spannung sieht, "sind einige sehr interessante Fahrerpaarungen." Für Red Bulls Neuen, Checo Pérez, "wird es wichtig sein, sich möglichst schnell einzuleben. Vielleicht tut er sich anfangs im Qualifying schwer, aber in den Rennen hat er oft ausgezeichnete Form bewiesen, und er ist einer der besten 'Reifenflüsterer' der Formel 1."

Durch eine gute Strategie mit Pérez könne Red Bull den Druck auf Mercedes erhöhen. Und auch durch das Wissen über den Mercedes-Motor, dass er seinem neuen Team weitergeben wird. "Auch wenn Red Bull beim Auto eine eigene Philosophie verfolgt, werden Checos Informationen interessant sein."

Und dann blickt Klien noch mit Spannung auf Sebastian Vettel. "Er hat die Chance bei Aston Martin zum kompletten Reset. Aber er muss Lance Stroll im Griff haben. Seb hatte immer mentale Probleme, wenn der Teamkollege sehr stark war wie mit Ricciardo oder Leclerc. Wenn er Stroll nicht im Griff hat, könnte seine Karriere schnell beendet sein", wagt Klien zu prophezeien.

Neben Klien und Nico Hülkenberg gibt es bei ServusTV einen weiteren Piloten als neuen Mitarbeiter: Der Salzburger Philipp Eng wird ab dem dritten GP, der zweiten Übertragung von ServusTV (aus Portugal), die Freitag-Trainings mit Andreas Gröbl kommentieren. Von seinem Heim in Mondsee hat er ja nur 20 Minuten ins Studio des Salzburger Senders.

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