Formel 1 wird grün – Aston Martin macht den Anfang

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Ein Schuss Umweltfreundlichkeit zur allgemeinen Beruhigung, das haben die Formel-1-Macher schon länger auf ihre Fahnen geheftet. Ein wenig Bio in den Treibstoff, Hybridmotoren seit 2014. Was als Einstieg in die E-Mobilität verkauft wird, trägt nicht zum Sparen bei, sondern ist allein auf Leistungsförderung ausgerichtet – wie im richtigen (Auto)Leben halt.

Irgendwann in einigen Jahren will die Formel 1 „klimaneutral“ werden (bin gespannt, wer dies erleben wird und wie es umgesetzt wird), und einige Teams, allen voran die im Vorjahr schwarz gewordenen Silbernen, wollen dies auch erreichen. Nun gut. Dass es in absehbarer Zeit mit Biofuels weiter vorangehen wird, ist wohl anzunehmen.

Doch einer prescht schon 2021 voran und wird „grün“. Optisch halt. Denn aus dem pinken Racing Point mit 30 Mill. Euro Titelmitgift aus Mondsee wird Aston Martin.

Und eine britische Traditionsmarke kann nur in „British racing green“ antreten, oder etwa nicht? Also wird Sebastian Vettels neues Arbeitsgerät in dezentem Dunkelgrün auftreten, und der größte Schriftzug darauf wird nicht mehr BWT lauten, sondern Cognizant.

Das ist der neue Hauptsponsor

Nie gehört? Das wird sich für F1-Fans rasch ändern. Die Firma aus Teaneck, New Jersey, bietet ihren Klienten umfangreiche IT-Lösungen an, ist 26 Jahre jung (Aston Martin wird heuer 108!), aber beschäftigte im zweiten Quartal 2020 281.500 Mitarbeiter in 166 Niederlassungen weltweit.

Umsatz 2019: 16,8 Mrd. Dollar bei einem Nettogewinn von 1,84 Mrd. Dollar. Und ist Teil des NASDAQ-100.

Wie geht es mit BWT weiter?

Und BWT? Da gibt man sich von Mondsee bis Silverstone bedeckt.

Verhandlungen seien im Gang, hieß es, und eine Fortsetzung der Partnerschaft sei durchaus möglich – wenngleich auf anderer Basis als bisher, als der Salzburger Firmenboss Andreas Weißenbacher Racing Point vor der Saison 2020 mit einem aufgestockten Engagement aus einer schwierigen Position (weil Verlust des vorherigen Hauptsponsors) rettete.

Rückkehr zu den Wurzeln

Und ein grüner Aston Martin ist gleichsam eine Rückkehr zum Anfang: Das Team geht ja auf Jordan GP (Debüt 1991 mit Andrea de Cesaris und Bertrand Gachot) zurück.

Und auch da war der Wagen grün: Nicht so sehr wegen dem Gründer Eddie Jordan, der von der Grünen Insel (Irland) stammt, sondern wegen des damaligen Hauptsponsors: Auch die 7-Up-Dosen waren grün. Dazu gab es auf dem Heckflügel rot-weiß wegen Fuji (Filme). Da wäre pink mit grün auch nicht mehr so unmöglich vorstellbar….

"Racing green" lange nicht präsent

Dass das traditionelle Renngrün der Briten in den vergangenen Jahrzehnten fast verschwand, ist schon merkwürdig, geht aber auf das Ende der 1960er-Jahre zurück, als immer mehr Sponsoren ihre Farbschemen den Teams auferlegten und der Automobilverband von der Verpflichtung zu „Nationalfarben“ abrückte.

Grüne Boliden sah man zuletzt von Jaguar Racing in der F1 (2000-2004), kurz vom Lotus-Team des Malaysiers Tony Fernandes (2010) und von Bentley in Le Mans 2001-03 – mit dem Triumph 2003 in den 24 Stunden. Und auch Aston Martin rückte im GT-Sport phasenweise mit grünen DBR9 aus.

Textquelle: © LAOLA1.at

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