Aston Martin: So schnell funktionierte der Wechsel

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Gegen Entwicklungen in der internationalen Automobil-Wirtschaft ist auch ein Formel-1-Team nicht gefeit. Das weiß man nun auch bei Red Bull Racing. Denn das österreichisch-britische Team verliert mit Ende der kommenden Saison seinen Titelsponsor Aston Martin.

Warum? Die finanziellen Probleme des britischen Nobel-Sportwagenbauers, der erst 2018 erstmals seit Jahren Gewinne schrieb – aber jetzt wieder dringend Investoren braucht – machten die Suche nach solchen nötig.

Und man wurde bei einem Sportwagen- und Rennsport-"verrückten" Milliardär fündig: Lawrence Stroll. Der Kanadier ukrainischer Abstammung (eigentlich Lawrence Sheldon Strulovitch) hat seinem Sohn Lance eine Motorsportkarriere finanziert, die bis in die Formel 1 führte – und derzeit bei Racing Point stagniert.

Aston Martin dringend auf Geld angewiesen

Das frühere Force-India-Team benötigte Stroll als Investor ebenso dringend und verkaufte ihm Anteile. Nun wird Stroll sen. auch Investor bei Aston Martin Lagonda, wo man große Erwartungen in das neue Sport-SUV DBX und elektrifizierte Modelle (inklusive der Wiederbelebung der Marke Lagonda) setzt. Für den DBX bauten die Briten sogar ein eigenes Werk in St. Athans.

Das alles kostet viel Geld. Da kommt ein Investor wie Stroll gerade recht: Der 60-Jährige wird 16,7 Prozent der Anteile für umgerechnet 204 Millionen Euro erwerben. Das wird Stroll, der mit seinem Investment in die Luxusmarken Pierre Cardin, Ralph Lauren, Tommy Hilfiger und Michael Kors reich wurde, kaum hart treffen: Sein Vermögen betrug 2019 laut "Forbes" 2,6 Mrd. US-Dollar.

In seiner Privat-Garage stehen etliche Ferrari, McLaren und Ford – da passt der eine oder andere Aston noch gut dazu.

Mercedes ist sicher nicht böse

Und so wandert auch das Aston-Martin-F1-Budget zwangsläufig zu Racing Point ab der Saison 2021 – heuer wird Aston Martin noch auf den Red-Bull-Boliden zu sehen sein. Die Verbindung, die 2016 in Melbourne verkündet und begonnen wurde, wird aber nicht ganz abreißen: "Aston Martin und Red Bull Advanced Technologies (das ist die ebenfalls in Milton Keynes angesiedelte Hightech-Tochter) werden weiter am gemeinsamen Valkyrie-Projekt arbeiten", heißt es.

Das ist der von Adrian Newey (Red Bull) und Marek Reichman (Aston Martin) konzipierte Supersportwagen, der in Rennversion in der Langstrecken-WM (WEC) debütieren wird.

Der Deal zwischen Racing Point und Aston Martin soll auf zehn Jahre abgeschlossen sein, mit einem Sponsorvertrag über vorerst vier Saisonen (2021-24). Aston Martin erwirbt dadurch Anteile an Racing Point.

Racing Point hat einen langfristigen Motoren-Vertrag mit Mercedes. Dort wiederum ist die Sportwagenabteilung AMG seit Langem mit Aston Martin verbunden – technisch wie finanziell.

Seit Red Bull Racing mit Aston Martin als Titelsponsor unterwegs war, gelangen zwölf Siege.

Textquelle: © LAOLA1.at

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