Bei der am Sonntag zu Ende gegangenen Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko hat es keine relevanten Vorfälle mit Fans aus Österreich gegeben. Das wurde am Montag bei einem Hintergrundgespräch im Innenministerium (BMI) betont.
Rund 3.500 bis 4.500 österreichische Anhänger besuchten die Spiele, fünf heimische Polizeibeamte waren koordinierend vor Ort. Die Sicherheit der ÖFB-Spieler, -Betreuer und der Fans "war zu jeder Zeit gegeben", sagte Innenminister Gerhard Karner (ÖVP).
Wie bei vorangegangenen Großereignissen wurde eine Taskforce eingerichtet, deren Vorbereitung mit der erfolgreichen Qualifikation des österreichischen Nationalteams für die Weltmeisterschaft begann. Vertreten waren darin das BMI, Außenministerium, Österreichischer Fußball-Bund (ÖFB), ORF sowie die Sportjournalistenvereinigung Sports Media Austria.
Bei der Fußball-EM 2008 in Österreich und der Schweiz sei zum ersten Mal beschlossen worden, alle Stakeholder an Bord zu holen, erinnerte Günther Marek, Leiter der Taskforce, der Ende August in Pension geht.
Vorbereitung auf Naturkatastrophen
Die Herausforderung diesmal lag unter anderem in den drei Austragungsländern mit unterschiedlichen gesetzlichen Grundlagen, teils auch innerhalb der USA mit ihren Bundesstaaten und eigenen Gesetzen, erläuterte Marek, Gruppenleiter für Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsmanagement und Sportangelegenheiten im BMI.
Für den Fall von möglichen Naturkatastrophen seien ebenfalls Vorbereitungen seitens der Taskforce getroffen worden. Diese wurde nach einem Erdbeben der Stärke 5,6 im Norden Kaliforniens am 24. Juni aktiv. Da die Erschütterungen im Base Camp des Nationalteams in Santa Barbara nicht zu spüren waren, wurde dieses jedoch ohne Unterbrechung freigegeben.
"Die Aufgabe war durchaus anspruchsvoll", berichtete Ernst Albrecht, Referatsleiter und Verbindungsbeamter zum österreichischen Nationalteam, der bei der WM als einer der österreichischen Polizeibeamten vor Ort war.
In den USA gebe es "18.000 verschiedene Polizeibehörden". Es habe aber alles "sehr gut funktioniert", der Umgang mit den ausländischen Kollegen sei zuvorkommend und wertschätzend gewesen.
"Einzelne Unverbesserliche"
Gemeinsam mit dem Außenministerium waren für die WM Verhaltenstipps für die ÖFB-Fans herausgegeben worden. Die Anhängerinnen und Anhänger wurden aber auch direkt von den österreichischen Beamten angesprochen und darauf hingewiesen, dass Alkoholkonsum und Urinieren in der Öffentlichkeit nicht erwünscht sind, berichtete Albrecht.
Auch das Wort "Gaucho" sei kein Synonym für alle Argentinier und komme in Fangesängen gegen Österreichs Gegner negativ an, so ein weiterer Hinweis an die Fans, der gut angenommen wurde.
Es habe keine Schlägereien mit österreichischen Fans oder untergriffige Sprechchöre der ÖFB-Anhänger gegeben, betonte Albrecht, der diesen daher "ein gutes Zeugnis" ausstellte. Natürlich habe es "einzelne Unverbesserliche" gegeben.
So hatten zwei alkoholisierte Österreicher an einem Getränkestand argentinische Anhänger provoziert. Die österreichischen Beamten schritten ein und brachten die Provokateure in ihren Sektor.
Einige Fans seien auch "überrascht gewesen, dass sie mich gesehen haben", sagte Albrecht, der als früherer Kommandant der Wiener Sondereinheit WEGA viele Jahre Erfahrung bei Einsätzen in Fußballstadien hat.
Sicherheitsgefühl gesteigert
Die Taskforce habe sich "als Erfolgsmodell bestätigt", betonte Peter Scheibner, Leiter der Abteilung für polizeiliche Sondereinsätze in der Bundespolizeidirektion. Es sei "extrem wichtig, auf kurzem Weg zu kommunizieren", bedankte sich auch ÖFB-Geschäftsführer Bernhard Neuhold bei allen Beteiligten.
Das Sicherheitsgefühl für das Team sei gesteigert worden. Es sei "alles gutgegangen", die Bilanz zeige aber auch, dass es, "wenn es Themen gegeben hätte, wir bestmöglich vorbereitet waren".