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Scaloni weint: "Heute müssen wir groß in der Niederlage sein"

Argentiniens Coach stand als einziger Rede und Antwort - bis ihn die Tränen übermannten. Die Zukunft von Lionel Messi ist noch nicht ausgesprochen.

Scaloni weint: "Heute müssen wir groß in der Niederlage sein" Foto: © IMAGO / EPA

Kein Torschuss in 120 Minuten - so wird es nichts mit einer Titelverteidigung.

Auch Argentinien gelingt der zweite WM-Titel en suite nicht, wie schon allen Nationen seit Brasilien 1962 nicht mehr. Zum zweiten Mal in zwölf Jahren nach dem Endspiel 2014 endet ein Finale mit einer Niederlage der "Albiceleste".

Lionel Messi trieb es die Tränen in die Augen, als er von den Fans noch einmal gefeiert wurde. Mit 39 Jahren ist eine weitere Endrunde für ihn wohl nicht mehr realistisch.

Rede und Antwort stand nach dem Spiel aber vorerst nur der Trainer, Lionel Scaloni.

"Heute zeigen wir, dass wir wissen, wie man richtig verliert"

"Ich bin traurig, aber weiß, dass wir dort draußen alles liegen gelassen haben. Ich hätte so viel über unseren Weg hierher zu sagen. Ich möchte diesen Jungs danken, dass sie uns noch ein WM-Finale geschenkt und bis zum Ende alles gegeben haben", hielt er den Kopf oben.

Und musste dem Gegner gratulieren: "Spanien war heute besser - das ist die Wahrheit. Aber ich werde in Erinnerung behalten, was meine Spieler geleistet haben, was es gebraucht hat, um hierher zu kommen. Und dem müssen wir hohen Wert zumessen, weil es viel braucht."

Sie seien groß im Sieg, "aber heute müssen wir groß in der Niederlage sein. Heute zeigen wir, dass wir wissen, wie man richtig verliert. Wir haben das Spiel verloren und wir werden das verkraften", sagte Scaloni, konnte damit aber kaum das Verhalten von Leandro Paredes meinen>>>.

Pressekonferenz abgebrochen

Dann blieb da noch die Frage nach der Zukunft seines größten Superstars, die auch der Trainer nicht beantworten konnte: "Ich habe nicht mit Leo gesprochen", sagte er. Es sei aber "kristallklar, dass er so lange spielt, wie er es möchte. Ich hoffe, dass jeder auf ihn stolz ist und darauf, was er erreicht hat. Er ist der beste Fußballer der Geschichte. Was er während dieser WM geleistet hat, ist unglaublich."

Die Pressekonferenz nach dem Spiel musste er trotz erhobenen Hauptes schließlich abbrechen. "Es ist sehr schmerzhaft, es tut mir sehr leid", sagte der Coach heftig weinend und eilte von der Bühne.

"Ich habe mir schon in der Kabine die Augen ausgeweint, deswegen weine ich jetzt nicht", sagte Scaloni. Wenig später musste er aber dennoch weinen und erhielt aufmunternden Applaus von argentinischen Journalisten.

Zu seiner eigenen Zukunft hielt sich Scaloni zunächst bedeckt. Zuletzt hatte es Berichte gegeben, dass sich der Weltmeistertrainer von 2022 mit dem Verband auf eine Verlängerung seines auslaufenden Vertrags bis 2030 geeinigt habe. Er werde mit dem Verbandspräsidenten sprechen.

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