ÖFB-Gegner Messi wird auch mit fast 39 noch gefürchtet
Das ÖFB-Team bekommt es am Montag mit Argentinien und Messi zu tun. Dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört, zeigte er mit dem Hattrick gegen Algerien.
Österreichs Nationalteam bekommt es am Montag in Dallas (ab 19 Uhr im LIVE-Ticker>>>) mit einem Gegenspieler zu tun, der zu den Allzeitgrößen des Weltfußballs zählt.
Kein Geringerer als Lionel Messi schickt sich an, die ÖFB-Defensive durcheinanderzuwirbeln und Argentinien vorzeitig ins Sechzehntelfinale zu führen.
Der große Star des Titelverteidigers wird zwei Tage nach der Partie 39 Jahre alt, zum alten Eisen zählt er aber noch lange nicht, wie sein Triplepack zum WM-Auftakt gegen Algerien (3:0) zeigte.
Meistertitel mit Inter Miami
Auch bei seinem aktuellen Arbeitgeber Inter Miami liefert Messi beständig starke Leistungen ab, Lohn dafür war der Meistertitel in der Major League Soccer (MLS) im vergangenen Dezember.
Seit Sommer 2023 spielt er für den Verein aus Florida, mittlerweile hält er bei 90 Toren und 51 Assists in 104 Partien. Seine 200 Länderspiele und 120 Tore für die "Albiceleste" sind einsamer Rekord.
Messi hat noch weitere beeindruckende Zahlen zu bieten: 46 Titel heimste der Offensivmann ein, er hat von Champions League und Klub-Weltmeisterschaften über Meistertitel in Spanien, Frankreich und den USA bis hin zu Olympiagold, Copa America und Weltmeisterschaft alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt.
Acht Mal, so oft wie kein anderer, wurde Messi zum Weltfußballer gekürt, unerreicht sind auch seine sieben Ballon d'Or-Ehrungen.
Mehr als nur ein Torjäger
Und dennoch definiert sich Messi über weit mehr als nur Zahlen und Bestmarken. Während sich sein Dauerrivale Cristiano Ronaldo verbissen von Treffer zu Treffer hantelt, ist Messi trotz über 900 Karrieretoren nicht nur Goalgetter - er ist Einfädler und Assistgeber, auch ein Mann für den letzten und vorletzten Pass.
Dank seines "gottgegebenen Talents" (O-Ton Xaver Schlager) kann Messi blitzschnell mehrere Kontrahenten schachmatt setzen. Er verfügt wie wenige andere in der Fußball-Historie über die Fähigkeit, den Ball auch im Höchsttempo eng am Fuß zu führen. Der erste Kontakt sitzt praktisch immer, seine abrupten Richtungsänderungen sind bei Verteidigern gefürchtet.
An technischem Vermögen ging im fortgeschrittenen Fußballeralter nichts verloren, nur die Schnelligkeit nahm ab, obwohl Messi auf den ersten Metern auch jetzt noch deutlich jüngere Defensivspieler hinter sich lassen kann.
Selbst einem Gegner hinterherzulaufen, liegt dem Argentinier weniger. Schon in jungen Jahren beteiligte er sich ungern an Abwehrarbeit und schlich dafür oft minutenlang auf dem Platz umher, ehe er Räume fand und zuschlagen konnte.
Chance und Gefahr für ÖFB-Team
Genau dieses Verhalten bedeutet für die ÖFB-Auswahl gleichzeitig Chance und Gefahr.
Im Ballbesitz gilt es für die Österreicher, einen Argentinier weniger zu berücksichtigen, doch wenn der Ball zu Messi kommt, kann es schnell einmal brenzlig werden.
Dass der 1,69 m kleine Argentinier mit dem Spitznamen "La Pulga" (der Floh) einmal zu den größten Sportstars der Welt aufsteigen sollte, war noch nicht absehbar, als er im Jahr 2000 von seiner Geburtsstadt Rosario nach Barcelona übersiedelte.
Der Sohn eines Fabrikarbeiters und einer Putzfrau galt damals als hochveranlagt, litt aber an einer Wachstumsstörung.
900 Dollar pro Monat kostete die Behandlung - zu viel für Messis Eltern und seinen Verein Newell's Old Boys. Abhilfe brachte ein Probetraining beim FC Barcelona. Klubdirektor Carles Rexach war sofort überzeugt und ließ den Vertrag mit dem Rohdiamanten auf der Rückseite einer Serviette unterschreiben. Das fußballhistorische Dokument wurde 2024 von einem unbekannten Privatsammler um eine knappe Million Dollar ersteigert.
Messi als Sport-Milliardär
Summen wie diese zahlt Messi, der seit 2017 mit Jugendliebe Antonela verheiratet ist und mit ihr drei Söhne hat, mittlerweile aus seiner Portokassa. Sein Vermögen wird auf 1,1 Milliarden Dollar geschätzt, damit zählt der Argentinier zu den wenigen Sport-Milliardären der Geschichte. 80 Millionen Dollar pro Jahr überweist Inter Miami, der Vertrag läuft noch bis 2028.
Dann könnte Messis Karriere als Fußballprofi zu Ende gehen, aber sicher nicht jene als Werbestar. Im US-TV gibt es keine WM-Übertragung, die ohne einen Spot mit dem Edeltechniker auskommt. 55 Millionen Dollar pro Jahr verdient er nur mit Werbung, Messis lebenslanger Vertrag mit Adidas hat einen Gesamtwert von einer Milliarde Dollar.