Während sich der Iran beim Quartier und der Logistik auf Kompromisse einließ, sind andere Umstände laut Tadsch nicht verhandelbar.
Die FIFA müsse sicherstellen, dass es bei den Spielen keine politischen Kommentare gegen die Mannschaft oder den Verband gebe, dass die offizielle Flagge der Islamischen Republik – und nicht die nationale Flagge der Opposition – gehisst werde und dass Spielern, Trainerstab und Funktionären umfassende Sicherheit garantiert werde.
Nur Tagesreisen
Die Vorbereitung verlief holprig. Zwei Testspiele wurden kurzfristig abgesagt, die politische Lage stellt alle weiteren Themen deutlich in den Schatten.
Und wenn es schlecht läuft, droht der FIFA auf der riesigen WM-Bühne ein Super-GAU.
"Wir haben der FIFA bereits mitgeteilt, dass die Verantwortlichen des Teams das Spiel abbrechen würden, sobald wir in den Stadien politische Parolen hören", warnte Sportminister Ahmed Donjamali.
Nach dem Auftakt gegen Neuseeland sind auch die Spiele gegen Belgien (21. Juni in Inglewood) sowie gegen Ägypten (26. Juni in Seattle) Stand jetzt als Tagesreisen geplant.
Das wird vor allem beim Gruppenfinale spannend, denn Seattle liegt über 2.000 Kilometer von Tijuana entfernt.
Brisanteste aller Partien droht
Im Sechzehntelfinale wäre ein sportliches Duell mit den USA möglich, falls beide Teams ihre Gruppe auf Platz zwei beenden. Die brisanteste aller denkbaren Partien fände am 30. Juni in Dallas statt - und würde das weitere sportliche Geschehen ziemlich zur Seite drücken.
Bereits vor vier Jahren hatte Irans Auftritt bei der WM für Debatten gesorgt. Inmitten der "Frau, Leben, Freiheit"-Proteste schwiegen die Profis vor den Partien zur Hymne und setzten damit ein Zeichen gegen die Machthaber.
Ein solches Szenario ist diesmal nicht realistisch, denn die Profis stehen extrem unter Druck.
Das zeigt auch das Beispiel Sardar Azmoun: Der in Dubai spielende Stürmer ist bei der WM nicht dabei, weil der 31-Jährige auf einem Foto mit Mohammed bin Rashid al-Maktoum, dem Emir von Dubai, zu sehen war. Das reichte den iranischen Machthabern, um Azmoun auszuschließen.