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Falkland-Banner: So wurden politische Gesten bisher bestraft

Die britische Politik fordert nach dem Falkland-Inseln-Banner eine Untersuchung der FIFA. So reagierten die Verbände bisher auf ähnliche Vorfälle:

Falkland-Banner: So wurden politische Gesten bisher bestraft Foto: © IMAGO / MB Media Solutions

Die britische Regierung erwartet vom Fußball-Weltverband FIFA eine Untersuchung zu der Provokation mit einem politischen Banner nach dem WM-Halbfinal-Aus Englands gegen Argentinien.

Spieler des südamerikanischen Landes hatten nach ihrem 2:1-Triumph in Atlanta ein Banner mit der Aufschrift "Las Malvinas son Argentinas" ("Die Falkland-Inseln sind argentinisch") gezeigt. Politik müsse aus dem Fußball herausgehalten werden, sagte der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle.

"Trophäe mag uns nicht gehören, die Falkland-Inseln aber definitiv"

"Wir erwarten von der FIFA, dass sie das untersuchen", meinte Kyle im BBC-Fernsehen.

Der Sprecher des britischen Premiers Keir Starmer sagte zu der Provokation: "Die WM-Trophäe mag uns nicht gehören, die Falkland-Inseln aber definitiv."

Spanien-Spieler vor zwei Jahren gesperrt

Die FIFA verbietet Spielern und Offiziellen rund um die WM-Spiele, politische Botschaften zu präsentieren. Dem argentinischen Team könnte damit Ärger drohen.

Die möglichen Sanktionen für die Spieler können sich je nach Fall unterscheiden, wie in den FIFA-Regularien festgelegt wurde: "Bei einem Verstoß gegen diese Bestimmung wird der Spieler und/oder das Team durch den Wettbewerbsorganisator, den nationalen Fußballverband oder die FIFA sanktioniert."

Bei der EM 2024 gab es rund um das Duell der Spanier gegen England eine ähnliche Szene, als Alvaro Morata und Rodri skandierten: "Gibraltar ist spanisch." Beide wurden von der UEFA anschließend für ein Spiel gesperrt.

Vor zwölf Jahren erhielt Argentinien dafür eine Geldstrafe

Die Argentinier hielten schon 2014 bei einem Freundschaftsspiel gegen Slowenien einen Banner mit derselben Botschaft in die Höhe, wofür der Verband damals mit einer Strafe von 20.000 Schweizer Franken belegt wurde.

Ein weiterer Fall: Xherdan Shaqiri, Granit Xhaka und Stephan Lichtsteiner zeigten beim WM-Spiel gegen Serbien den "Doppeladler". Shaqiri und Xhaka mussten je 8.680 Euro zahlen, Lichtsteiner 4.340 Euro.

"Wie üblich prüft die unabhängige Disziplinarkommission der FIFA derzeit die Spielberichte und wägt die relevanten Umstände ab, bevor sie auf der Grundlage der FIFA-Disziplinarordnung über mögliche weitere Schritte entscheidet", teilte ein FIFA-Sprecher der dpa mit.

Milei reagiert diplomatisch

Argentiniens Präsident Javier Milei bemühte sich um einen diplomatischen Ton. Das Falkland-Banner sei Ausdruck eines in Argentinien tief verwurzelten Gefühls und es sei völlig legitim, sich dazu äußern zu wollen, sagte er dem Radiosender "El Observador".

Zugleich betonte er aber auch: "Ein Fußballspiel ist ein Fußballspiel." Eine Rückgewinnung der Inseln sei nur "auf diplomatischem Wege und mit klugem Vorgehen" möglich.

Großbritannien und Argentinien hatten im Falkland-Krieg 1982 einen bewaffneten Konflikt über die Kontrolle der Inselgruppe im Südatlantik ausgetragen, mit Hunderten Toten.

Dem britischen Militär gelang es damals, die argentinischen Angreifer von dem dünn besiedelten Überseegebiet zu vertreiben. Die Niederlage beschleunigte den Fall der Militärregierung in dem Land. Doch bis heute hat Buenos Aires seine Ansprüche auf die in Argentinien als Las Malvinas bezeichnete Inselgruppe nicht aufgegeben.

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