Für die "Albiceleste" endete der Traum eines WM-Titels erst ein Mal in der Qualifikation.
Bei der WM-Quali für die Endrunde 1970 in Mexiko musste Argentinien eine Dreiergruppe gegen Peru und Bolivien gewinnen. Nach zwei Niederlagen und einem Sieg standen die Argentinier stark unter Druck.
Ein 2:2 im Entscheidungsspiel gegen Peru war schließlich zu wenig. Somit mussten die Argentinier nach chaotischen Zuständen im Verband und häufigen Trainerwechseln zusehen.
Frankreich
Verpasste WM-Qualifikationen: 1962, 1970, 1974, 1990, 1994
Gegenwärtig kaum vorstellbar, aber Frankreich scheiterte sogar mehrere Male bei einer WM-Qualifikation.
Allerdings muss man dies relativieren. Denn die Franzosen befanden sich in den 1960er- und 70er-Jahren in einer Umbruchphase und verpassten drei von vier WM-Endrunden.
Nach dem EM-Titel 1984 im eigenen Land und zwei WM-Halbfinal-Teilnahmen folgte eine Durststrecke. Die Grande Nation verpasste unter Nationaltrainer Michel Platini nach Niederlagen in Jugoslawien und Schottland die WM-Endrunde 1990 in Italien.
Die größte Blamage folgte aber vier Jahre danach. Bei noch zwei ausstehenden Quali-Partien benötige Frankreich als Gruppenerster nur mehr einen einzigen Punkt zur WM-Endrunde in den USA. Eine blamable 2:3-Heimpleite im Parc de Princes gegen ein ansonst siegloses Israel sorgte aber für ein "Quali-Finale" gegen Bulgarien.
Beinahe zitterte sich die "Equipe Tricolore" zur WM, ein Last-Minute-Treffer der Bulgaren sorgte aber für die große Sensation.
England
Verpasste WM-Qualifikationen: 1974, 1978, 1994
Die "Three Lions" erlebten drei blamable WM-Qualifikationen in ihrer Historie.
Mit ihrem legendären Nationalcoach Alf Ramsey jubelten die Engländer bei der WM 1966 noch über den ersten und bisher einzigen WM-Titel, acht Jahre danach endete seine Amtszeit aber mit einer Blamage.
Nach einer 0:2-Pleite in Polen und einem 1:1 in Wembley gegen den klaren Außenseiter war der Fußball-Mythos begraben, und England verpasste die WM 1974 in Westdeutschland.
Auch in der folgenden Qualifikation zur WM 1978 scheiterten die Engländer. Lediglich die schlechtere Tordifferenz gab den Ausschlag zwischen den punktegleichen Italienern und den Engländern.
16 Jahre später folgte die bisher letzte Quali-Blamage für England. Zwei bittere 0:2-Pleiten beim Überraschungsteam aus Norwegen und in den Niederlanden markierten 1994 einen Tiefpunkt in der Historie der "Three Lions".
Spanien
Verpasste WM-Qualifikationen: 1954, 1958, 1970, 1974
Die "Furia Roja" scheiterte bisher vier Mal an einer WM-Qualifikation. Ein mehr als skandalöser Losentscheid ließ die Spanier 1954 auf bittere Art und Weise zurück und führte die Türkei erstmals zur WM.
Vier Jahre danach zählte Spanien schon im Vorfeld der Quali zu den klaren Titelfavoriten. Obwohl Real-Legende Alfredo Di Stefano und zahlreiche Stars der "Königlichen" die Nationalelf anführten, endete der Traum aber in der Qualifikation.
Nach einer 2:4-Niederlage in Schottland landete Spanien hinter den Schotten und verpasste die WM 1958.
Für Spanien folgten daraufhin nach dem EM-Titel 1964 sehr schwache Jahre. Die verpassten WM-Teilnahmen von 1970 und 1974 waren folgerichtig.
Niederlande
Verpasste WM-Qualifikationen: 1958, 1962, 1966, 1970, 1982, 1986, 2002, 2018
Die Niederlande befand sich nach zwei WM-Endspielen 1974 und 1978 in einer Umbruchphase. Ein Scheitern bei der WM-Quali 1982 in einer Hammergruppe mit Frankreich und Belgien war nicht überraschend.
Der Umbruch schien vier Jahre danach überstanden zu sein, doch er war es nicht. Denn die "Elftal" - mit jungen Talenten wie Marco van Basten und Ronald Koeman - musste sich in der Quali für die WM 1986 in Mexiko u.a. auch mit 0:1 in Wien gegen die ÖFB-Elf geschlagen geben.
Große Blamagen gab es hingegen in der jüngeren Vergangenheit. Die Niederlande etablierte sich zur Jahrtausendwende wieder in der Weltspitze. Doch die Topstars um Ruud van Nistelrooy und Phillip Cocu scheiterten in der WM-Quali 2002 an Irland und verpassten mit Louis van Gaal als Nationaltrainer die WM.
Vor acht Jahren folgte der nächste Nackenschlag für "Oranje". Eine peinliche 0:2-Niederlage in Bulgarien brachte die Niederlande bei der WM-Quali 2018 vor das drohende Ausscheiden. Letztlich genügte es für den WM-Finalisten von 2010 und den WM-Dritten von 2014 als Gruppendritter hinter Frankreich und Schweden nicht für die WM-Teilnahme.
Portugal
Verpasste WM-Qualifikationen: 1934, 1938, 1954, 1958, 1962, 1970, 1974, 1978, 1982, 1990, 1994, 1998
1966 belegte Portugal bei der WM zwar den dritten Platz, so richtig konnte man sich als internationale Topnation aber erst nach der Jahrtausendwende festsetzen.
Kurz davor galten die Portugiesen vor der WM 1998 in Frankreich mit ihrer "Goldenen Generation" um Luis Figo und Rui Costa eigentlich als Geheimfavorit auf den Titel.
Eine erfolgreiche Qualifikation sollte trotz einer Gruppe mit Deutschland nur Formsache sein.
Doch Portugal enttäuschte und blieb in Armenien und Nordirland torlos. Schließlich verpasste die "Selecao" - auch wegen einer 1:2-Niederlage in der Ukraine - die WM-Endrunde.
Seitdem ist Portugal nie mehr an einer WM-Quali gescheitert.
Kroatien
Verpasste WM-Qualifikationen: 2010
Die Kroaten gehören zu den Stammgästen bei WM- und EM-Endrunden. Nur ein Mal scheiterte Kroatien seit der Unabhängigkeit vor 35 Jahren an einer Qualifikation.
Denn die kroatische Mannschaft rund um Luka Modric, Ivica Olic und Co. leistete sich bei der WM-Quali 2010 neben zwei klaren Pleiten gegen England auch zwei bittere Remis gegen die Ukraine. Somit verpasste die kroatische Elf überraschenderweise die WM 2010 in Südafrika.
Italien
Verpasste WM-Qualifikationen: 1958, 2018, 2022, 2026
Nun kommen wir aber zu Italien. Kaum jemand wird sich über die erste Schmach erinnern können. Vor 69 Jahren blamierten sich die Italiener im entscheidenden Quali-Spiel in Nordirland mit 1:2. Den Italienern war damit die WM 1958 in Schweden verwehrt.
Über 60 Jahre lang war eine WM-Endrunde danach ohne Italien nicht vorstellbar. In der Qualifikation für die WM 2018 nahm das Schicksal der letzten Jahre aber seinen Lauf.
Der viermalige Weltmeister verpasste im Playoff gegen Schweden nach einem 0:1 in Stockholm und einem 0:0 im San Siro die WM 2018 in Russland. Gianluigi Buffon beendete danach seine Karriere in der Nationalmannschaft.
Für die folgende WM-Quali hatten die Italiener eigentlich viel Selbstvertrauen. Als amtierender Europameister von 2021 musste Italien aber die nächste Blamage verdauen. Ein später Gegentreffer in den Playoffs für die WM in Katar gegen den klaren Underdog aus Nordmazedonien führte zu einer 0:1-Pleite und ein Pfeifkonzert in Palermo.
Der bittere "Quali-Hattrick" folgte 2026. Vor zehn Monaten begann für Italien die WM-Quali: Zwei schmerzhafte Demütigungen gegen Erling Haaland und Norwegen sorgten für ein erneutes Playoff.
Dort setzte sich die Mannschaft von Nationaltrainer Gennaro Gattuso im Halbfinale zunächst 2:0 gegen Nordirland durch, im Playoff-Finale unterlag man Bosnien-Herzegowina in Zenica im Elfmeterschießen mit 1:4, nachdem Verteidiger Alessandro Bastoni in der ersten Halbzeit mit Rot vom Platz flog.