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Wer klopfet an? Österreichs Klubs auf Herbergssuche

2024 wird für einige Klubs auch unter dem Stern der Suche nach einem neuen Zuhause stehen. Das ist der Status Quo bei allen.

Wer klopfet an? Österreichs Klubs auf Herbergssuche Foto: © GEPA

Mancherorts in Österreichs Fußball ist der größte Weihnachtswunsch: Ein neues Stadion. Oder überhaupt erst eine eigene Spielstätte.

Während dieser Wunsch für einige Vereine in letzter Zeit in Erfüllung ging, haben es andere noch nicht geschafft, sich dieses Präsent unter den Weihnachtsbaum 2023 zu legen.

Aber im neuen Jahr soll sich an vielen Fronten etwas tun. LAOLA1 hat eine Übersicht des Status Quo bei einigen der prominenteren Vereine (und Verbände) in Österreich. Manch ein Fan darf sich schon im nächsten Jahr auf Fortschritte freuen!

ÖFB-TEAM

Status: offen

Die Rufe nach einem neuen Stadion für unsere Fußball-Nationalmannschaften hallen aus vielen Richtungen des heimischen Fußballkosmos laut - doch erhört werden sie in den kommenden Jahrzehnten wohl nicht. Eine Substanzanalyse des Daches bzw. der Konstruktion bis zum Fundament attestiert dem Happel-Oval noch 40 bis 50 Jahre Gebrauchstauglichkeit.

Anstelle eines Neubaus sind Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe geplant, um das Stadion zu modernisieren. Das Projekt soll eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, mobile Tribünen und eine mobile Dachkonstruktion, um selbiges verschließen und das Stadion ganzjährig nutzen zu können, beinhalten.

Bis Ende 2024 soll in einem Partizipationsprozess mit dem ÖFB, zahlreichen anderen Vereinen sowie Event- und Konzertveranstaltern evaluiert werden, was tatsächlich in die Tat umgesetzt werden kann.

Mit dem neugeplanten ÖFB-Campus ist zumindest ein groß angelegtes Infrastrukturprojekt in die Bahnen geleitet worden. NationalspielerInnen sowie TrainerInnen und SchiedsrichterInnen wird dabei ein geeignetes und zeitgemäßes Trainings- und Ausbildungsareal in Wien Aspern zur Verfügung gestellt. Bis zum Spatenstich des Campus ist es derweil nicht mehr lange hin.

ADMIRAL BUNDESLIGA

SK STURM GRAZ

Status: Offen, aber Zeichen stehen auf Verbleib in Merkur Arena

Der amtierende Cupsieger hat mit der Merkur Arena in Graz-Liebenau schon seit 1997 eine Stätte für seine Heimspiele.

Allerdings müssen die "Schwarzen" die 16.364 Zuschauer fassende Arena mit dem Stadtrivalen Grazer AK teilen. Für Sturm ist das eine unliebsame Lösung. Lieber wäre Verantwortlichen und Fans ein eigenes Stadion. Die realistischste Option ist zurzeit aber der Kauf der Merkur Arena durch Sturm und ein Auszug des GAK aus Liebenau.

Sturm will das derzeit geteilte Stadion in Liebenau kaufen, um das alleinige Nutzungsrecht zu besitzen. Ende November sprachen sich beide Klubs sowie Vertreter der Grazer Stadtparteien ÖVP und SPÖ in einem Ausschuss für eine Zwei-Stadien-Lösung aus, in die jetzt Bewegung kommen soll.

"Wir wollen Nägel mit Köpfen machen. Das ist der einzig zielführende Weg und darauf haben wir uns heute im Ausschuss geeinigt", sagte Ausschussvorsitzender Michael Ehmann (SPÖ).

Im Hinblick auf einen möglichen Aufstieg in die Bundesliga forciert der GAK derzeit verstärkt die Suche nach einem geeigneten Standort für ein eigenes Stadion. Die Suche geht nach Angaben der jüngsten Tagung des Stadionausschusses am 19. Dezember in eine "vertiefende" Phase.

Auf LAOLA1-Nachfrage teilte Sturm Graz mit, dass es aktuelle keine Neuigkeiten in dieser Sache gebe. Vier Standorte im Grazer Süden werden laut Medienberichten dieser Tage geprüft.

TSV HARTBERG

Status: Warten auf Förderungs-Zusagen

Der TSV Hartberg ist weiterhin darum bemüht, sich ein neues Zuhause zu bauen. Zuletzt gerieten die Bemühungen aber etwas ins Stocken.

Bereits im vergangenen März kamen Berichte auf, wonach sich das Stadionprojekt der Oststeirer "im Endspurt" befinde >>>.

Eine Multifunktionsarena für 8.500 Zuschauer, die auch ÖFB-Nachwuchsnationalteams zugutekommen solle und rund 35 Millionen Euro kostet, sei geplant, wie im März bereits konkret kommuniziert wurde.

Die Umsetzungsphase lässt jedoch noch auf sich warten. Der TSV Hartberg ist auf die öffentliche Hand angewiesen und wartet nach wie vor auf finale Zusagen. Präsidentin Brigitte Annerl zeigte sich in der "Kleinen Zeitung" zuletzt jedoch positiv, bei baldigen Zusagen 2024 mit dem Bau starten zu können.

SC AUSTRIA LUSTENAU

Status: Neubau im Gange

Das alte Reichshofstadion
Foto: © GEPA

Die Herbergssuche des SC Austria Lustenau soll 2025 ihr Ende finden. Zu diesem Zeitpunkt wird das neue Reichshofstadion voraussichtlich bezugsfertig sein.

Es soll insgesamt 5.138 Menschen Platz bieten und ein "Aushängeschild für Lustenau und das Rheintal" sein. Der Spatenstich ist am 4. Dezember in vorweihnachtlichem Ambiente erfolgt.

Bis dahin ist das ImmoAgentur-Stadion in Bregenz die vorübergehende Heimat des österreichischen Bundesligisten. Das Stadion teilt man sich mit Zweitligist Schwarz-Weiß Bregenz.

ADMIRAL 2. LIGA

GAK

Status: Standortsuche läuft

Der GAK strebt (r)auf - und diese sportliche Entwicklung soll langfristig in einem eigenen Stadion ihre Manifestierung finden. Auch, weil Rivale Sturm das alleinige Nutzungs- und Vermarktungsrecht an der Merkur Arena erwerben will.

Die Infrastrukturfrage ist in der Stadt Graz allerdings ein besonders heftig diskutiertes mit mehreren "Playern" - nicht nur den beiden Vereinen. Immerhin scheint nun etwas Bewegung in die Sache zu kommen: Nachdem der GAK vom Wunsch eines Platzes im Norden der Stadt abrückte, werden aktuell mehrere mögliche Standorte geprüft.

So sollen die vier möglichen Varianten hinsichtlich der Machbarkeit, Widmungsvoraussetzungen, Rahmenbedingungen, Verkehrserschließung und Eignung geprüft werden. Auch die Kombination mit einem anderen Infrastrukturprojekt - etwa der neuen Remise - steht im Raum.

Der Stadionausschuss der Stadt erwartet, dass es im Februar oder März 2024 zu einer weiteren Sitzung kommen kann.

Dass die Stadionfrage in Graz auch eine hochpolitische ist, zeigt sich in diesem Prozess erneut: Die Vertreter der ÖVP und des Grazer Korruptionsfreien Gemeinderatsklubs (KFG) erklärten ihren Rückzug aus dem Ausschuss, weil nichts "Handfestes auf den Boden gebracht werde". Es liegt nun am verbleibenden Teil des Ausschusses, das Gegenteil zu beweisen - auch im Sinne des Klubs.

SV STRIPFING

Status: Bauarbeiten kurz vor Start

Der SV Stripfing arbeitet mit Hochdruck daran, den Sportplatz Stripfing wieder zur Heimstätte für den Spielbetrieb der Admiral 2. Liga zu machen.

Da der Platz in Stripfing die Auflagen für die 2. Liga bisher nicht erfüllte, musste man für die Premieren-Saison in der zweithöchsten Spielklasse auf den FAC-Platz ausweichen.

Schon in Bälde sollen jedoch die Arbeiten am Stripfinger Sportplatz starten. Wie LAOLA1 von Vereinsseite bestätigt wurde, wurde zuletzt im Zuge der Detailplanung ein Partner für den Stadionbau gefunden. Diese Partnerschaft führte zu einem Tausch des Generalunternehmers. 

Sobald es das Wetter zulässt, sollen auch endlich die Bagger rollen. Der SV Stripfing beabsichtigt, so schnell wie möglich seine Heimspiele wieder in Stripfing auszutragen.

Die schönsten Choreos der Herbstsaison

SK STURM II

Status: in Planung

Die zweite Mannschaft der Grazer bestritt die Heimspiele der 2. Liga in Gleisdorf, doch im November wurde dem Zweitligisten die Zulassung für das Antreten im Solar-Stadion Gleisdorf entzogen. Der Zustand des Rasens machte es nicht mehr möglich, ein faires Spiel zu absolvieren.

Für die letzten beiden Partien der Herbstsaison mussten die Grazer ins niederösterreichische Wiener Neustadt ausweichen - das ist natürlich keine Dauerlösung.

Doch wie geht es weiter?

Auf Nachfrage von LAOLA1 wurde bestätigt, dass das Ziel für das Frühjahr sei, wieder in Gleisdorf zu spielen. Mit der Frage wie es nach der Saison 2023/24 weiter geht, wird man sich nach Ablauf der Spielzeit beschäftigen, hieß es.

ADMIRA

Status: offen

Die Südstädter verfügen zwar über eine etablierte Heimstätte in Maria Enzersdorf, diese ist aber in die Jahre gekommen.

"Schon Generationen vor mir haben in der Südstadt gespielt. Es ist ein super Standort und ich liebe dieses Stadion. Aber es ist aus den 60er Jahren und daher müssen wir uns etwas überlegen", meinte Sportdirektor Peter Stöger erst jüngst in der "NÖN".

Derzeit wird an Konzepten gearbeitet, wie die aktuelle Heimstätte, die auf den Namen "motion_invest-Arena" hört, auf den modernsten Stand gebracht werden kann.

Ein kompletter Neubau steht ganz oben auf der Wunschliste. Dabei gibt es derzeit zwei mögliche Optionen. So könnte entweder an der aktuellen Ausrichtung festgehalten werden, aber auch eine Drehung um 90 Grad ist eine Möglichkeit (hier findest du die Details).

Während in der Südstadt gebaut wird, stünde mit dem neuen Stadion in Wiener Neustadt ein Ausweichquartier bereit.

REGIONALLIGEN

WIENER SPORT-CLUB

Status: offen

Fans des Wiener Sportclub mussten sich in der Stadion-Thematik bisher besonders in Geduld üben. Pläne für die Sanierung des altehrwürdigen aber in die Jahre gekommenen Sportclub-Stadions sind bereits seit 2017 bekannt, der Ertrag ist seither aber kaum vorhanden - der WSC musste in jüngerer Vergangenheit sogar einschreiten, um die Sicherheit der Zuschauer weiterhin zu gewährleisten.

Foto: © GEPA

Das Dach der wackeligen Haupttribüne musste aufgrund drohender Einsturzgefahr im Dezember 2022 abgerissen werden.

Eine neue Überdachung mache für David Krapf-Günther indes kaum mehr Sinn, erklärte er der "Heute" im vergangenen März. Nach Meinung des Sportclub-Vizepräsidenten müsse die marode Haupttribüne zur Gänze erneuert werden.

Der Letztstand im 17. Wiener Gemeindebzirk beinhaltet zudem Gespräche mit der zuständigen Magistratsabteilung 51, mit der man nach wie vor gemeinsam an einem neuen Bauplan werkt.

Auf Nachfrage von LAOLA1 teilte Krapf-Günther mit, dass für den kommenden Jänner eine ausführliche Auskunft über die Stadionpläne erteilt werden soll. "Alle Fragen werden beantwortet", so der Funktionär des WSC. Das Bauvorhaben soll dann mit einem konkreten Zeitplan und Abläufen bezüglich der nächsten baulichen Schritte hinterlegt sein.

Für den Anhang des Wiener Traditionsklubs hält das neue Jahr damit wohl ein lang ersehntes, aber doch verspätetes Weihnachtsgeschenk bereit.

SV AUSTRIA SALZBURG

Status: in Planung

Das Stadionthema bei Austria Salzburg schwelt schon seit Jahren. Derzeit spielt der Nachfolgeklub der in Red Bull aufgegangenen "alten" Austria in Maxglan.

In der Vergangenheit kamen mehrere Optionen zur Sprache. Mehrmals versuchte man es mit einem Neubau, verschiedene Ideen wurden eingebracht, am Ende wurde aber keine davon spruchreif.

Auch ein Umzug nach Grödig war zuletzt ein Thema, stieß bei der Austria und insbesondere den Fans aber auf wenig Gegenliebe.

Derzeit sieht alles nach einem Verbleib in Maxglan aus. Denn wie jüngst bekannt wurde, hat die Bundesliga das dortige Stadion inspiziert, welches mit geringfügigen Adaptierungen zweitligatauglich sein soll.

Arm und reich - so groß ist die Bundesliga-Kluft

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