Wie endet Palastrevolution bei Sky Sport Austria?

Wie endet Palastrevolution bei Sky Sport Austria? Foto: © GEPA
 

Die Exklusiv-Meldung am Sonntag bei sportsbusiness.at über die Freistellung von Sky-Anchorman Thomas Trukesitz sorgt in der Medien-und Fußball-Szene weiter für ordentlich Aufregung und heftige Spekulationen.

Der Arbeitgeber des 48-jährigen Burgenländers hält sich bedeckt, Sky Sport Austria will sich zur Personalie Trukesitz nicht äußern. Eine Mail-Anfrage von LAOLA1 am Dienstag an die Geschäftsführung via Pressestelle ist nicht beantwortet worden. Alle Beteiligten befinden sich auf Tauchstation, Trukesitz hat sich einen "Maulkorb" verpasst, der interne Krach wird wohl vor einem Arbeitsrichter landen.

Was war passiert? Trukesitz sollte am Sonntag das Bundesliga-Topspiel zwischen Rapid Wien und Sturm Graz kommentieren, war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits seit Tagen vom Dienst freigestellt. Uwe König, seit Dezember 2018 Vice President Sports und damit Leiter der Redaktion bei Sky Sports Austria, beendete eine Auseinandersetzung mit Trukesitz im Vorfeld der Partie, indem er den Moderator und Kommentator bereits am Dienstag "abmontierte".

Auslöser für den schon länger vorhandenen Konflikt zwischen König und Trukesitz war eine "Talk und Tore"-Sendung im vergangenen Herbst mit Rapids Sportdirektor Zoran Barisic. In der Nachbetrachtung der Talk-Sendung wurde Trukesitz damals von König ausgerichtet, dass künftig Rapids Geschäftsführer Wirtschaft, Christoph Peschek, anstelle von Barisic interviewt werden sollte.

Trukesitz soll angeblich Befehle des Redaktionsleiters abgelehnt haben

Wie geht es mit Thomas Trukesitz bei Sky weiter?
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König - das ergeben die LAOLA1-Recherchen der letzten Tage - setzte sich bei Sky Sport Austria am Ende in einem internen Machtkampf mit Trukesitz durch.

Der 52-jährige Deutsche, der Sport-Publizistik in Köln studierte und ebendort über zehn Jahre lang in der RTL-Sportredaktion gearbeitet hatte, kam 2007 zu Sky und war beim Abo-Sender "Teamchef" der Fußball-WM 2010 in Südafrika sowie Sendungsverantwortlicher der Fußballdebatte "Sky90". König soll bei Sky Sport Austria seit längerer Zeit über eine "schwarze Liste" verfügen, auf der diverse Persönlichkeiten der heimischen Bundesliga stehen, die von den Sky-Mitarbeitern künftig nicht mehr interviewt werden sollen, da sie zu wenig sagen bzw. keine TV-Zeiten rechtfertigen würden.

Dass Trukesitz - gegen den Willen von König - darauf bestand, weiter Interviews mit Barisic zu führen, brachte das Fass dann wohl im Vorfeld der Partie Rapid gegen Sturm zum Überlaufen.

Trukesitz, der seine berufliche Laufbahn 1991 beim ORF-Landesstudio Burgenland startete, ist seit über 20 Jahren für den Abo-Sender "Premiere" bzw. "Sky" tätig. Seit 2016 agiert der anerkannte Fußball-Experte Trukesitz als "Head of Live Sport".

Eskaliert der Streit wegen möglicher Besetzungen der UCL-Spiele 2021/22?

Über den wahren Grund der heftigen Reaktion von Uwe König kann - nachdem Sky Sport Austria auf Anfragen nicht reagiert - nur spekuliert werden. Peter Linden - pensionierter Fußballchef der Kronen Zeitung - vermutet in seinem Blog Aus erster Hand Peter Linden LIVE, dass sich der Konflikt rund um eine mögliche Besetzung der Moderatoren-Jobs und Kommentatoren in der kommenden Champions-League-Saison 2021/22 zugespitzt haben könnte.

Denn während Sky Austria über die Rechte der UCL-Spiele verfügt, besitzt Sky Deutschland keine Rechte mehr an der "Königsklasse".

Uwe König - so die Vermutung - möchte ab Herbst allerdings deutsches Personal für die Champions League einsetzen. Das wiederum soll aber den Österreichern bei Sky Austria sauer aufstoßen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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