UEFA droht Italien mit Entzug der EM 2032
UEFA-Chef Aleksander Ceferin bemängelte die Stadion-Infrastruktur und nahm die Politik in die Pflicht.
Der italienische Fußball kommt nicht zur Ruhe.
Nach dem Rücktritt von Verbandspräsident Gabriele Gravina befindet sich plötzlich die Austragung der Europameisterschaft 2032 in Italien in der Schwebe. UEFA-Chef Aleksander Ceferin drohte Österreichs Nachbarland wegen Problemen bei den Stadien mit dem Entzug der EURO.
"Die EM ist geplant und wird stattfinden. Ich hoffe, die Infrastruktur wird bereit sein. Falls nicht, wird das Turnier nicht in Italien gespielt", sagte der Slowene der "Gazzetta dello Sport".
Italien trägt die kontinentale Endrunde in sechs Jahren gemeinsam mit der Türkei aus und muss bis Oktober fünf EM-Stadien nennen. Doch welche das sein sollen, ist derzeit völlig unklar – der Neubau beziehungsweise die Generalsanierung von Stadien etwa in Mailand oder Rom stockt, was Ceferin auf mangelnde Unterstützung durch die Politik zurückführt.
Ceferin verteidigte Gravina
Den nun zurückgetretenen Gravina, gleichzeitig UEFA-Vizepräsident, nahm Ceferin ausdrücklich in Schutz. "Das liegt absolut nicht in Gravinas Verantwortung. Es sind wahrscheinlich die italienischen Politiker, die sich fragen müssen, warum ihr Land eine Fußball-Infrastruktur hat, die zu den schlechtesten Europas zählt", sagte Ceferin.
Unterdessen zog Gravina die Konsequenz aus dem Scheitern im WM-Playoff gegen Bosnien-Herzegowina und räumte seinen Posten als Verbandschef, nachdem er sogar aus der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zum Rücktritt gedrängt worden war.
Sein Nachfolger soll in einer außerordentlichen Verbandssitzung am 22. Juni bestellt werden. Ob Teamchef Gennaro Gattuso im Amt bleibt, ist weiterhin unklar.