Mehr Macht für den VAR! Diese Regeln sind neu
Der Video-Schiedsrichter darf künftig mehr Szenen überprüfen. Zudem wird das Countdown-Prinzip ausgeweitet.
Der Video-Schiedsrichter im Fußball bekommt deutlich mehr Macht. Das beschlossen die internationalen Regelhüter bei der Jahreshauptversammlung des International Football Association Board (IFAB) am Samstag in Wales.
Die neuen Bestimmungen treten im Sommer in Kraft und dürften damit bereits bei der Weltmeisterschaft angewendet werden.
Künftig soll der Video-Assistent auch Eckbälle auf ihre Korrektheit überprüfen. "Sofern die Überprüfung sofort und ohne Verzögerung der Spielfortsetzung durchgeführt werden kann", heißt es in der Mitteilung. Ziel ist es zu verhindern, dass ein zu Unrecht gegebener Corner unmittelbar zu einem Tor führt.
Gecheckt werden bald auch Gelbe Karten, die zu einem Platzverweis führen. Nicht kontrolliert werden hingegen erste Gelbe Karten oder nicht geahndete Verwarnungen, die zu einer Gelb-Roten Karte hätten führen können – es sei denn, nachweislich wurde der falsche Spieler oder das falsche Team bestraft.
Sekunden-Countdown auch bei Einwürfen und Abstößen
Aufbauend auf der sogenannten Acht-Sekunden-Regel für Torhüter beim Abstoß bestätigte die Generalversammlung die Ausweitung des Countdown-Prinzips auf Einwürfe und Abstöße.
"Wenn der Schiedsrichter der Meinung ist, dass ein Einwurf oder Abstoß zu lange dauert oder absichtlich verzögert wird, wird ein visueller Countdown von fünf Sekunden gestartet", erklärten die Regelhüter.
Befindet sich der Ball am Ende des Countdowns nicht im Spiel, erhält das gegnerische Team einen Einwurf. Ein verzögerter Abstoß führt zu einem Eckstoß für die andere Mannschaft.
Behandelte Spieler müssen eine Minute draußen bleiben
Außerdem müssen ausgewechselte Spieler künftig das Spielfeld innerhalb von zehn Sekunden nach Anzeige der Auswechseltafel verlassen. Wenn sich der Spieler nicht daran hält, darf der Einwechselspieler erst auf den Platz, sobald es eine weitere Spielunterbrechung gibt.
Wenn ein Spieler wegen einer Verletzung auf dem Rasen behandelt wird oder seine Verletzung zu einer Unterbrechung des Spiels führt, muss der Spieler das Spielfeld verlassen und eine Minute lang außerhalb des Spielfelds bleiben, nachdem das Spiel wieder aufgenommen wurde.
Vier britische Verbände im Gremium
Traditionell sind im IFAB-Gremium die vier britischen Fußballverbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland mit jeweils einer Stimme vertreten. Die FIFA verfügt über insgesamt vier Stimmen.
Eine verpflichtende Übernahme der neuen Regeln für alle Wettbewerbe gibt es zwar nicht, die Institution wird als Regel-Instanz aber allseits akzeptiert.