LAOLA1-Ranking der österreichischen Trainer

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Spannende Tage für Österreichs Trainer! Einer der begehrtesten Jobs des Landes, wenn nicht sogar DER begehrteste, ist zu vergeben. Ein neuer Teamchef wird gesucht und die Chancen, dass nach dem Schweizer Marcel Koller wieder ein Österreicher auf der Bank sitzt, stehen gar nicht mal so schlecht.

Überhaupt waren es recht gute Monate für Österreichs Trainergilde, seit wir Ende Jänner 2017 die Premieren-Ausgabe des Rankings (Hier ansehen!) veröffentlicht haben. Während wir uns damals "beklagt" haben, dass viele Trainerstühle in den beiden höchsten Spielklassen des Landes von Ausländern besetzt sind, hat sich das mittlerweile geändert. 20 Trainerjobs gibt es in der Bundesliga und der Ersten Liga insgesamt, 17 davon sind in österreichischer Hand.

In Sachen Legionären hat sich indes nicht sonderlich viel getan.

Wie sieht die aktuelle Hackordnung der rot-weiß-roten Trainer aus? Wie hat sie sich seit Jahresbeginn verändert?

LAOLA1 präsentiert zum zweiten Mal die Top 25 der österreichischen Coaches:

Einige "Spielregeln", die auch für die zweite Ausgabe gegolten haben: Um den Kreis der Kandidaten ein wenig einzuschränken, wurden Coaches, die derzeit eine Anstellung als Co-Trainer beziehungsweise im Vereins-Nachwuchs- oder Amateurbereich haben, nicht in Betracht gezogen.

Desweiteren sei darauf hingewiesen, dass dies nicht vordergründig ein Qualitäts-Ranking ist, sondern den Status quo der österreichischen Cheftrainer-Hackordnung widerspiegeln soll.

Unsere Einschätzung der fachlichen Kompetenz fließt natürlich in die Wertung ein, genauso allerdings beispielsweise der Stellenwert der Liga und des betreuten Vereins, die bisherige Trainer-Vita beziehungsweise ob der betreffende Coach derzeit überhaupt einen Job hat.

Kurzum: Das aktuelle "Gesamtpaket" gibt den Ausschlag. Welchen Stellenwert hat der jeweilige Coach derzeit?

In Klammer sind übrigens die Platzierungen des Rankings aus dem Jänner 2017 zu sehen.

25. (25.) MANFRED ZSAK

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ÖFB-U16, 52 Jahre

Obwohl dem früheren ÖFB-Co-Trainer (unter Didi Constantini) eine qualitativ wirklich hochwertige Truppe zur Verfügung stand (u.a. Wöber, Friedl, Lovric, Jakupovic), sorgte er im Frühjahr in der EM-Quali für Enttäuschung, verpasste das Ticket deutlich, weil er gegen Ungarn und Tschechien 1:3- bzw. 0:3-Niederlagen hinnehmen musste. Aktuell ist der Niederösterreicher, der bisher mehr oder weniger sein gesamtes Trainerleben im ÖFB verbracht hat, für die U16 zuständig.

24. (-) STEFAN RAPP

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Kapfenberger SV, 45 Jahre

Leidensfähigkeit. Eine Eigenschaft, die man als Trainer mitunter mitbringen muss. Stefan Rapp hat unter Beweis gestellt, dass er sie hat - der Tiroler war über 100 Spiele lang Trainer des SC Ritzing, ist also Kummer gewohnt. 2014 wurde er mit den Burgenländern Meister, 2015 Dritter, 2016 Zweiter und war beim einzigen Ostliga-Verein, der überhaupt um eine Lizenz angesucht hat. Aufgestiegen ist er aber nie - der Vereinsführung sei Dank. Jedenfalls zeigt der Ex-Kicker derzeit in Kapfenberg, wo er im Sommer als Amateure-Coach angeheuert hat und nach Robert Pflugs Rücktritt einen Monat später zum Chefcoach befördert wurde, dass er es in der zweiten Etage auch kann.

23. (-) GERHARD STRUBER

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FC Liefering, 40 Jahre

Die Begrifflichkeiten beim FC Liefering sind ein wenig verwirrend, wird doch Janusz Gora als Cheftrainer und Gerhard Struber als Teamchef geführt. Dennoch haben wir uns entschieden, den 40-Jährigen an dieser Stelle wie einen klassischen Trainer zu behandeln. Und als solcher genießt der Ex-Kicker in der Welt von Red Bull durchaus hohes Ansehen. Im Sommer wollte ihn Ralf Rangnick zum Coach der Leipziger U19 bestellen, doch der Salzburger sagte ab und wurde kurz darauf von der U16 der "Bullen", mit denen er Meister wurde, zum FC Liefering befördert und betreut auch die U19 in der Youth League. Dass es dann schnell weiter bergauf gehen kann, weiß man...

22. (19.) RENE PAURITSCH

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Liechtenstein, 53 Jahre

Der Trainer-Legionär hat bisher kein schönes Jahr hinter sich. In der WM-Quali konnte der Steirer, der seit Herbst 2012 Liechtensteiner Teamchef (40 Länderspiele) ist, nicht nur keinen Punkt einfahren, sondern - zumindest 2017 - auch kein Pflichspiel-Tor seiner Auswahl bejubeln. Einziger Lichtblick war das 1:1 im Test in Finnland Anfang Juni. Sein Vertrag im Fürstentum läuft noch bis Jahresende 2019.

21. (-) CHRISTIAN ILZER

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TSV Hartberg, 39 Jahre

Der Steirer gilt als eines der größten Trainer-Talente des Landes. Jahrelang genoss er - zunächst in Wiener Neustadt, dann in Wolfsberg - den Ruf, das Mastermind hinter Heimo Pfeifenberger zu sein. In Weiz (Landesliga) und Hartberg (Regionalliga) hat er in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass er auch in der ersten Reihe stehend sehr erfolgreich arbeiten kann. Seit Sommer ist der Taktik-Tüftler wieder Chefcoach der Hartberger und leistet in der Ersten Liga ausgezeichnete Arbeit ab. Er ist in der Zukunft zu Höherem berufen.

20. (18.) HERMANN STADLER

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ÖFB-U18, 56 Jahre

Der Nachwuchs-Teamchef hat mit seinem Jahrgang 2000 im Frühjahr die Teilnahme an der U17-EM recht deutlich verpasst - obwohl ihm mit Romano Schmid und Thierno Ballo zwei Riesentalente zur Verfügung gestanden sind. Es bleibt aber auch festzuhalten, dass in diesem Alter die Spielerentwicklung prioritär über den Ergebnissen steht. Durch seine ruhige und sachliche Art bleibt der Salzburger der ideale Talenteförderer.

19. (12.) KARL DAXBACHER

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FC Wacker Innsbruck, 64 Jahre

Als Tabellenvierter hat der Trainer-Routinier den FC Wacker im vergangenen Winter übernommen, die Trendwende ist aber nicht gelungen, letztendlich musste dem LASK, Liefering und der Lustenauer Austria der Vortritt gelassen werden. In dieser Saison ist Daxbacher gefordert, seinem Ruf als Aufstiegs-Experte gerecht zu werden, die Liga-Reform macht es möglich. Doch ganz rund läuft es noch nicht, unnötige Punkteverluste ziehen sich durch die bisherige Spielzeit.

18. (16.) LASSAAD CHABBI

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SV Ried, 56, Jahre

Im Frühjahr konnte Chabbi den Abstieg der Innviertler nicht vermeiden, und auch der Start in die - für seinen Verein - ungewohnte Zweitklassigkeit verlief etwas holprig. Aber zuletzt brachte der 56-Jährige die SV Ried wieder in die Spur - er selbst ist mit der Ersten Liga angesichts seiner vorangegangen Tätigkeit in Lustenau ja auch bestens vertraut. Der Druck auf den 56-Jährigen ist sicherlich kein geringer: Alles andere als der sofortige Wiederaufstieg wäre eine maßlose Enttäuschung. Bis jetzt hält der gebürtige Tunesier selbigem mit seiner Erfahrung stand.

17. (-) ANDREAS HERZOG

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Vereinslos, 49 Jahre

Zugegeben, wir tun uns richtig schwer, die Arbeit des ÖFB-Rekordinternationalen zu bewerten. Seine Zeit als U21-Teamchef des ÖFB (2009-2011) kann wohl eher als glücklos bezeichnet werden. Mit der U23 der USA verpasste er die angepeilte Olympia-Quali. Das war es dann auch schon mit den Cheftrainer-Tätigkeiten jenes Mannes, der fast fünf Jahre lang Co-Trainer von US-Teamchef Jürgen Klinsmann war. Rapid entschied sich zuletzt gegen ihn. Aber: Wer mittlerweile Teamchef-Kandidat Nummer eins ist, gehört auf diese Liste, zweifellos.

16. (-) ROMAN MÄHLICH

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SC Wiener Neustadt, 46 Jahre

Da kann man nur den Hut ziehen! Viele hätten wohl nicht damit gerechnet, dass Roman Mählich so stark in sein erstes Engagement im Profibereich startet und mit dem SC Wiener Neustadt die Erste Liga nach mehr als einem Drittel der Saison sogar angeführt hat. Als TV-"Plaudertasche" ist die Gefahr des Scheiterns groß, wenn es darum geht, die oft kommunizierte Theorie im echten Trainer-Leben in die Praxis umzusetzen. Zwischenzeitlich holperte es im September zwar etwas, aber zuletzt führte der 46-Jährige die Niederösterreicher wieder einigermaßen in die Spur - und vom Traumstart lässt es sich ohnehin gut leben.

15. (5.) MICHAEL PETROVIC

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Vereinslos, 59 Jahre

Die Lage des gebürtigen Serben, der seit 1989 einen österreichischen Reisepass besitzt, hat sich nicht unbedingt verbessert. Nachdem er 2016 noch japanischer Vizemeister wurde, ging die erste Saisonhälfte mit den Urawa Red Diamonds ordentlich schief, nach 19 Runden trennte sich der achtplatzierte Klub vom früheren Sturm-Coach und hat seither nur eines seiner acht Meisterschaftsspiele verloren. Wesentlich besser als in der heimischen Meisterschaft hat sich Petrovic mit Urawa in der AFC Champions League geschlagen, wo der Klub mittlerweile im Halbfinale steht. Das verfolgt der seit Sommer arbeitslose Trainer aber nur noch aus der Ferne.

14. (-) ERNST BAUMEISTER

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Admira, 60 Jahre

Die Aufgaben als Sportdirektor lasten bei der Admira offenbar nicht genügend aus, also setzte sich Ernst Baumeister nach dem Abgang von Damir Buric auch gleich wieder auf die Trainerbank. In der Liga läuft es unter seiner Anleitung mit acht Punkten in vier Spielen hervorragend, das Cup-Aus in Bad Gleichenberg trübt die Bilanz natürlich ein wenig. Sagen wir es so: Heiße Zukunftsaktie ist der 60-Jährige keine mehr, es wird tendenziell auch moderner arbeitende Trainer geben. Aber für gute Laune sorgen kann Baumeister, über jahrzehntelange Erfahrung verfügt er auch - zumindest bis zum Winter sollte es also schon reichen. Ob ein langfristiges Engagement als Coach Sinn macht, sei indes dahingestellt.

13. (14.) ZORAN BARISIC

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Vereinslos, 47 Jahre

Der ehemalige Rapid-Coach ist der am höchsten gereihte Arbeitslose. Einerseits hat sein ehemaliger Arbeitgeber aus Hütteldorf in der vergangenen Saison gemerkt, dass die Trennung vielleicht doch nicht die allerbeste Idee war - zumindest in sportlicher Hinsicht. Andererseits gibt es durchaus einen Markt für Zoran Barisic. Im Frühjahr war der 47-Jährige bei Karabükspor engagiert. Die SüperLig ist nicht gerade unter der Bundesliga einzuordnen und so viele Trainer-Legionäre kann Österreich nicht vorweisen - da ist auch ein türkischer Mittelständler aller Ehren wert. Man darf gespannt sein, wohin es ihn als nächstes verschlägt.

12. (9.) WERNER GREGORITSCH

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ÖFB-U21, 59 Jahre

Dass der kernige Steirer in diesem Ranking ein wenig an Boden verloren hat, ist hauptsächlich dem Umstand geschuldet, dass es inzwischen - zumindest eine Spur - mehr heimische Trainer in der Bundesliga gibt. Aber weiterhin gilt: Neben den Jobs im Oberhaus ist jener des U21-Teamchefs sicher einer der begehrteren im Trainer-Lande. Im Laufe des Kalenderjahres 2017 standen bislang hauptsächlich Freundschaftsspiele auf dem Programm, in denen Gregoritsch mit seinen Schützlingen weitestgehend das Soll erfüllte. Dass der 59-Jährige überhaupt die nächste EM-Quali in Angriff nehmen darf, war keine "g'mahte Wies'n". "Gregerl Senior" soll ÖFB-intern nicht nur Fans haben, ihm werden aber auch einige - inzwischen nicht gänzlich uneinflussreiche - Befürworter nachgesagt.

11. (-) DOMINIK THALHAMMER

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ÖFB-Frauen-Nationalteam, 47 Jahre

Der Frauen-Teamchef hat in diesem Sommer im öffentlichen Ansehen einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht. Und das völlig zurecht! Er hat Nina Burger und Co. nicht nur erstmals zu einer Europameisterschaft geführt, sondern dort auch noch das Halbfinale erreicht. Die Euphorie rund um sein Team war einige Tage lang riesig. In seiner Zeit beim ÖFB (seit 2011) hat sich Thalhammer den Ruf erworben, ein überaus moderner Trainer zu sein, dem taktisch so schnell keiner etwas vormacht. Im Herren-Fußball konnte der ehemalige Akademieleiter der Admira bisher allerdings noch keine nennenswerten Spuren hinterlassen - seine Engagements als Chefcoach der Südstädter, beim Wiener Sportklub und dem FAC waren nicht gerade von großen Erfolgen geprägt. Gut möglich aber, dass er schon bald eine Chance bekommt, sich erneut zu beweisen.

10. (11.) GERALD BAUMGARTNER

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SV Mattersburg, 52 Jahre

Nimmt man alleine das Frühjahr als Bemessungsgrundlage her, hätte sich Gerald Baumgartner wohl einen noch besseren Platz verdient. Es war schon sehr souverän, wie er mit dem SV Mattersburg den Turnaround schaffte und die Burgenländer zum Klassenerhalt führte. Auf den sommerlichen Aderlass im Kader der Burgenländer fand der Salzburger bislang jedoch noch keine zufriedenstellende Antwort. Die Gefahr, nachhaltig in den Abstiegskampf verwickelt zu werden, ist nicht gerade gering. Baumgartners Vorteil: Im beschaulichen SVM-Umfeld wird er weiterhin in Ruhe arbeiten können - ganz anders als einst während seiner missglückten Amtszeit bei der Wiener Austria. Die Scharte des damaligen Scheiterns hat er inzwischen jedenfalls bereits ausgewetzt.

9. (7.) HEIMO PFEIFENBERGER

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Wolfsberger AC, 50 Jahre

Dass Heimo Pfeifenberger jemals die Bewunderung von Anhängern der Konzepttrainer erlangen wird, darf bezweifelt werden. Als großer Taktik-Fuchs gilt der Salzburger jedenfalls nicht. Aber man muss ihm zugestehen, dass er wie zuvor in Wiener Neustadt auch beim Wolfsberger AC solide Arbeit leistet und das seit mittlerweile knapp zwei Jahren. Vor Saisonbeginn zählten die Kärntner zu den heißesten Tipps auf den Abstieg. Ob der Klassenerhalt gelingt, lässt sich natürlich noch nicht vorhersagen, aber im ersten Saisonviertel holte der WAC zumindest schon einmal einen Respektabstand auf das Tabellenende heraus - und das mit einem im Sommer nicht gerade verstärkten Kader. Dies darf sich auch Pfeifenberger zu Gute schreiben lassen. Es gelingt ihm, die notwendigen Tugenden zu vermitteln.


8. (24.) KLAUS SCHMIDT

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SCR Altach, 49 Jahre

Vergangenen Winter schaffte es Klaus Schmidt als Trainer von Blau-Weiß Linz in dieses Ranking, in der zweiten Ausgabe zählt er zu den Shootingstars. Der Steirer hat in Altach seine längst verdiente Chance in der Bundesliga bekommen und schlägt sich bislang gut. Er brachte eine nach einem völlig verkorksten Frühjahr angeschlagene Mannschaft wieder in die Spur - und dies trotz stark verkürzter Vorbereitungszeit angesichts des frühen Einstiegs in der ersten Qualifikations-Runde für die Europa League. Vor allem international sorgte er mit dem Dorfklub für Furore und führte ihn bis an die Schwelle der Gruppenphase. In der Bundesliga fallen die bisherigen Leistungen weitestgehend unter die Kategorie solide.

7. (8.) OLIVER LEDERER

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SKN St. Pölten, 39 Jahre

Für den Coach des Schlusslichts ist dies vermutlich eine gewagt hohe Platzierung. Aber erstens ist Oliver Lederer noch nicht lange im Amt und hat von Vorgänger Jochen Fallmann eine denkbar ungünstige Ausgangsposition übernommen, zweitens gilt der 39-Jährige weiterhin als eines der hoffnungsvollsten Trainer-Talente des Landes. Abseits seines "Wohnzimmers" in der Südstadt kann der Ex-Admira-Betreuer nun beim Lokalrivalen aus St. Pölten sein Können unter Beweis stellen. Die Gefahr, ein Himmelfahrtskommando übernommen zu haben, ist angesichts der aktuellen Situation zwar riesig und der Start seiner Mission ist auch misslungen. Sollte Lederer die Niederösterreicher jedoch retten, würde dies im Lebenslauf sehr gut kommen. Einen gewissen Vertrauensvorschuss hat er fraglos verdient.

6. (4.) DAMIR CANADI

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Atromitos Athen, 47 Jahre

Man muss kein Geheimnis daraus machen: Die Positionierung von Damir Canadi in diesem Ranking ist keine leichte Übung. Die Art und Weise, wie der 47-Jährige bei Rapid (vor allem an sich selbst) scheiterte, ist noch in allzu frischer Erinnerung und wahrlich kein Bewerbungsschreiben für gute Nachrede. Andererseits war der Wiener nicht lange arbeitslos und ergatterte einen Job in der griechischen Superleague - und das bei einem Verein, der in den vergangenen Jahren konstant in der oberen Tabellenhälfte beziehungsweise bisweilen gar um die Europacup-Plätze mitgespielt hat. Dies ist angesichts der sehr überschaubaren Zahl an Trainer-Legionären durchaus respektabel. Seine Erfolge in Altach sind zudem noch nicht verjährt. Es liegt an Canadi, zu beweisen, dass das Engagement in Hütteldorf nur ein Ausrutscher war. Er wäre nicht der erste Trainer, der nach einem kompletten Fehlschlag wieder zurück in die Erfolgsspur findet. Der Start war jedenfalls kein schlechter: Rang drei, immer noch ungeschlagen und ein Auswärtssieg bei Olympiakos - Hut ab!

5. (-) GORAN DJURICIN

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SK Rapid Wien, 42 Jahre

Der höchste Neueinstieg. Vor einem Jahr betreute er noch Ebreichsdorf in der Regionalliga Ost, inzwischen hat Goran Djuricin einen der begehrtesten Trainer-Jobs des Landes inne - und dieser rechtfertigt auch die hohe Platzierung im Ranking. Als einziger österreichischer Trainer betreut er ein Mitglied der heimischen "Big Four", bestehend aus Salzburg, Austria, Sturm und eben Rapid. Aller Anfang ist dabei allerdings schwer. Im Endspurt der vergangenen Saison übernahm der Co-Trainer des gefeuerten Damir Canadi die Hütteldorfer in denkbar brenzliger Situation. Als vollends in der Spur kann man Grün-Weiß beileibe noch nicht bezeichnen, aber die jüngsten Leistungen deuten an, dass es kein Fehler war, nach langwieriger Trainersuche doch aus der Interimslösung den endgültigen Chef zu machen. Eine bessere Startbilanz hatte seit Ewigkeiten kein Rapid-Trainer mehr.

4. (10.) OLIVER GLASNER

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LASK, 43 Jahre

Wer ist derzeit "Best of the Rest" hinter dem unangefochtenen Top-Trio? Eine Frage, die man sicherlich kontrovers diskutieren kann. Wir haben uns, für manche vielleicht überraschend, für LASK-Coach Oliver Glasner entschieden. Einerseits spricht seine Arbeit für den früheren Verteidiger. Mit einer klaren Idee und strategischen Ausrichtung führte er die Linzer erst souverän zurück in die Bundesliga und etablierte sie dort bisher als wohltuende Bereicherung. Andererseits gehört Glasner zur Handvoll an österreichischen Trainern, denen man derzeit auch eine Karriere jenseits der Landesgrenzen zutrauen kann. Man darf gespannt sein, wohin der Weg des Oberösterreichers führt.

3. (3.) ADI HÜTTER

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Young Boys Bern, 47 Jahre

Die Top-3 in der rot-weiß-roten Trainer-Hackordnung sind derzeit fest einzementiert. Ganz fest. Angesichts der bisherigen Saison-Leistungen kann man natürlich intensiv darüber diskutieren, ob sich Adi Hütter nicht den zweiten Platz verdienen würde. Dass die Schweizer Super League in der Wertigkeit ein gutes Stück unter der deutschen Bundesliga angesiedelt ist, spricht in diesem Fall jedoch gegen ihn. Dies soll jedoch nicht die großartige Arbeit des Vorarlbergers bei Young Boys Bern schmälern. Die Tabellenführung spricht für sich. Bis zur Entthronung des etwas schwächelnden Serienmeisters FC Basel ist es zwar noch ein weiter Weg, der aktuelle Erfolgslauf ist jedoch die logische Konsequenz der Aufbauarbeit Hütters in den vergangenen beiden Jahren. Und wer weiß, womöglich dienen die Young Boys als ideales Sprungbrett für höhere Weihen. Hütters Vertrag läuft jedenfalls im kommenden Sommer aus.

2. (2.) PETER STÖGER

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1. FC Köln, 51 Jahre

Im fünften Jahr seiner Amtszeit beim 1. FC Köln durchlebt Peter Stöger fraglos seine schwierigste Phase. Der Saison-Start ist völlig missglückt. Dass die Domstadt ein heißes Pflaster für Trainer sein kann, ist bekannt. Dass der Wiener aktuell trotzdem noch nicht zur Disposition steht, zeigt indessen, welchen Status er sich bei den "Geißböcken" erarbeitet hat. Wer den Verein in der zweiten Liga übernimmt, zurück ins Oberhaus und nach 25 Jahren Wartezeit auch zurück auf die europäische Bühne führt, hat sich während einer Durststrecke einen gewissen Kredit verdient. Auch wenn es derzeit nicht läuft: Als Trainer in der deutschen Bundesliga verdient Stöger den zweiten Platz in diesem Ranking. Und selbst wenn es für den 51-Jährigen in Köln schiefgehen sollte, muss man sich um seine Trainer-Zukunft wohl nur wenig Sorgen machen.

1. (1) RALPH HASENHÜTTL

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RB Leipzig, 50 Jahre

Ü-B-E-R-R-A-S-C-H-U-N-G! Nicht. Der Titelverteidiger aus unserem ersten Ranking verteidigt - natürlich - seinen Platz am Thron. Es müsste schon einiges passieren, damit Ralph Hasenhüttl nicht auch in der nächsten Ausgabe unserer Rangliste von der Spitze lacht. Positiv gedacht, müsste wohl Hütter oder trotz aktueller Krise Stöger ein Sprung bezüglich ihres Arbeitgebers gelingen. Negativ gedacht, müsste für den Steirer bei RB Leipzig vieles schiefgehen. Aber danach sieht es derzeit nicht aus, wenngleich sein zweites Jahr im Amt angesichts der Doppelbelastung mit der Champions League definitiv eine Herausforderung darstellt. In der Königsklasse läuft es noch nicht nach Wunsch und auch die Verteidigung des zweiten Liga-Platzes in der Vorsaison wird eine Challenge. Andererseits zeigt dies nur, wie hoch der 50-Jährige die Latte gelegt hat. Derzeit ist er fraglos die würdige Nummer eins unter Österreichs Trainern.

AUF DER TRIBÜNE:

Folgende Herrschaften haben es ohne Anspruch auf Vollständigkeit - die meisten mangels Job - nicht in die Top 25 der zweiten Ausgabe des Rankings geschafft. Sie sollten jedoch nicht unerwähnt bleiben. Vielleicht findet sich für den einen oder anderen bis zur nächsten Ausgabe ja wieder eine Anstellung:

Dropped Out: Martin Scherb (6.), Jochen Fallmann (13.), Peter Pacult (15.), Andreas Heraf (17.), Didi Kühbauer (20.), Peter Schöttel (21.), Thomas Silberberger (22.), Ivica Vastic (23.)

Gernot Plassnegger (Austria Lustenau), Günther Gorenzel-Simonitsch (BW Linz), Thomas Eidler (FAC), Rupert Marko (ÖFB), Rolf Landerl (VfB Lübeck), Heinz Fuchsbichler (U21 Liechtenstein), Slobodan Grubor (NK Aluminij), Franz Maresch, Walter Kogler, Roland Kirchler, Alfred Tatar, Heinz Peischl, Alfred Riedl, Frenkie Schinkels, Walter Schachner, Josef Hickersberger, Kurt Jara, Didi Constantini

Mittlerweile Sportdirektor: Peter Schöttel, Günter Kreissl, Georg Zellhofer, Franz Lederer, Andreas Heraf

Anmerkung: Trainer, die derzeit eine Anstellung im Amateur- oder Juniorenbereich beziehungsweise als Co-Trainer haben, wurden nicht berücksichtigt.

Die Trainer der Bundesliga:

Verein Trainer Land
SK Sturm Graz Franco Foda DEUTSCHLAND
RB Salzburg Marco Rose DEUTSCHLAND
FK Austria Wien Thorsten Fink DEUTSCHLAND
SK Rapid Wien Goran Djuricin Österreich
FC Admira Wacker Ernst Baumeister Österreich
LASK Oliver Glasner Österreich
SCR Altach Klaus Schmidt Österreich
Wolfsberger AC Heimo Pfeifenberger Österreich
SV Mattersburg Gerald Baumgartner Österreich
SKN St. Pölten Oliver Lederer Österreich

Die Trainer der Ersten Liga:

Verein Trainer Land
SC Wiener Neustadt Roman Mählich Österreich
SV Ried Lassaad Chabbi Österreich
FC Wacker Innsbruck Karl Daxbacher Österreich
TSV Hartberg Christian Ilzer Österreich
FC Liefering Gerhard Struber Österreich
Kapfenberger SV Stefan Rapp Österreich
WSG Wattens Thomas Silberberger Österreich
SC Austria Lustenau Gernot Plassnegger Österreich
FC Blau Weiß Linz Günther Gorenzel-Simonitsch Österreich
Floridsdorfer AC Thomas Eidler Österreich
Textquelle: © LAOLA1.at

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