Slowenien Slowenien SLO
Österreich Österreich AUT
Endstand
1:0
1:0 , 0:0
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Nächste ÖFB-Pleite: "Spielerinnen müssen sich hinterfragen"

Zweites Spiel, zweite Niederlage für das ÖFB-Frauen-Nationalteam in der WM-Qualifikation. Der Druck auf Teamchef Alexander Schriebl steigt.

Nächste ÖFB-Pleite: "Spielerinnen müssen sich hinterfragen" Foto: © GEPA

Nach einer uninspirierten Vorstellung im nebeligen Koper steht Österreichs Frauen-Fußball-Nationalteam in der WM-Qualifikation weiter mit leeren Händen da.

Beim 0:1 gegen Slowenien (Spielbericht >>>) präsentierten sich die Österreicherinnen harmlos wie selten zuvor. Keinen Schuss auf Sloweniens Tor wies die Statistik nach 96 Minuten aus.

Noch kein Tor und kein Punkt: Es darf befürchtet werden, dass nach den anstehenden beiden Spielen gegen Deutschland weiter die Doppel-Null zu Buche steht.

"Abstimmungen waren nicht okay"

"Wir wissen, dass wir alle mehr können", sagte eine enttäuschte Katharina Naschenweng nach Spielende. Die Außenverteidigerin von Bayern München kam wie ihre Teamkolleginnen überhaupt nicht in Fahrt.

Die Sloweninnen trafen nach 20 Minuten und verteidigten das Resultat ohne viel Zittern über die Zeit. Das Vorhaben, den Gegner durch Pressing unter Druck zu setzen, ging daneben. "Die Abstimmungen waren nicht okay. Da waren wir nicht konsequent genug", befand Naschenweng.

Schnaderbeck: "Spielerinnen müssen sich hinterfragen"

Die Alarmglocken schrillen sah eine ehemalige ÖFB-Teamkapitänin. "Offensiv hatten wir keine Chancen, das ist eigentlich ein Wahnsinn gegen Slowenien", sagte Viktoria Schnaderbeck. Die 84-fache Internationale und nunmehrige ORF-Expertin sah viele Ballverluste und verlorene Zweikämpfe.

"Da müssen sich die Spielerinnen schon hinterfragen." Keine Reaktion sah Schnaderbeck von der Betreuerbank um Teamchef Alexander Schriebl. "Taktisch ist von der Seitenlinie nichts gekommen."

Gedanken machen müssten sich nun nicht nur die Trainer, sondern "wahrscheinlich der ganze ÖFB. Wenn man möchte, dass der Frauenfußball in Zukunft einfach wieder Fahrt aufnehmen kann."

Noch ist alles drin

Noch ist nichts verloren. Nur der Gruppensieger ist fix bei der WM 2027 in Brasilien dabei, die übrigen Teams spielen im Playoff weiter. Dass Deutschland Platz eins wohl nicht zu nehmen sein wird, zeigt die noch junge Tabelle.

Österreichs Partien gegen den Spitzenreiter am 14. April auswärts und vier Tage später in Ried dürften wohl Lehrstunden werden.

Schriebl mit schwacher Bilanz

Die langfristigen Ausfälle von Sarah Zadrazil, Marie-Therese Höbinger, Lilli Purtscheller oder Manuela Zinsberger haben das Team geschwächt. Schriebl gelang es bisher nicht, dies zu kompensieren. Der Salzburger feierte mit einem 1:0 gegen Schottland ein gelungenes Debüt. Etwas mehr als ein Jahr später stehen aus den darauf folgenden elf Partien bei acht Niederlagen nur zwei weitere Siege zu Buche.

Schriebl sah eine "ängstliche" Vorstellung seiner Elf. "Wir haben gezögert in Zweikämpfen. Dadurch ist der Gegner stark geworden." Eine Stagnation des Nationalteams sah der Nachfolger von Irene Fuhrmann nicht.

Man müsse respektieren, dass die Entwicklung auch bei den anderen Nationen voranschreite, so Schriebl. In der eigenen Entwicklung "haben wir jetzt einmal einen Rückschlag hinnehmen müssen". Grundsätzlich habe man die Spielerinnen, um Spiele wie gegen Slowenien erfolgreich zu bestreiten.

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