Endstand
3:1
2:0 , 1:1
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Warum Rangnick das Wort "Umbruch" nicht mag

Das ÖFB-Team lief gegen den Kosovo mit der jüngsten Mannschaft seit fast einem Jahrzehnt auf. Einiges ist neu, das Mannschaftliche als Stärke bleibt.

Warum Rangnick das Wort "Umbruch" nicht mag Foto: © IMAGO / PS Images

Ein Durchschnittsalter von 25,3 Jahren und damit die jüngste Startelf seit Oktober 2017, drei Startelf-Debütanten und ein eingewechselter Neuling - man könnte meinen, der zuletzt vielzitierte Umbruch im ÖFB-Team ist beim 3:1-Sieg über den Kosovo erstmals so richtig zu sehen gewesen.

Nicht, wenn es nach Ralf Rangnick geht: "Das Wort gefällt mir als Sprachwissenschaftler nicht besonders. Es ist kein schönes Wort."

Es sei ganz normal, dass in einer Situation, in der viele Stammspieler der vergangenen Jahre aufgrund diverser Gründe fehlen, "andere Spieler spielen. Die machen es gut, das ist das, was zählt."

Dass Rangnick den aktuellen Nations-League-Lehrgang dazu nutzt, um auf der ein oder anderen Position zu experimentieren, ist kein Geheimnis.

Vier Spiele, vier unterschiedliche Torleute?

So könnte in allen vier Nations-League-Duellen ein anderer Torhüter am Platz stehen. Gegen Israel durfte Alexander Schlager fangen, gegen den Kosovo war Debütant Christian Zawieschitzky dran, der jetzt aber die ÖFB-U21 verstärkt.

Bei dieser war zuletzt Lukas Jungwirth Stammgoalie. Die Entscheidung, Zawieschitzky und nicht den LASK-Schlussmann runterzuschicken, sei keine gegen Jungwirth gewesen, "weil, wenn wir ihn zur U21 schicken, könnte er ja bei uns nicht spielen", so Rangnick.

Jungwirth könnte demnach entweder im Auswärtsspiel in Irland oder im Kosovo beginnen, Florian Wiegele im anderen Match. Darauf, ob er tatsächlich innerhalb von vier Spielen drei Mal den Torwart wechseln wird, will sich Rangnick aber noch nicht festlegen.

Luxusproblem in der Innenverteidigung wird immer größer

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Affengrubers Top-Leistung beim Debüt macht das Luxusproblem in der Innenverteidigung nicht kleiner
Foto: ©GEPA

Dann gäbe es noch Positionen, "wo wir besonders viele Optionen haben: In der Innenverteidigung", spricht der ÖFB-Teamchef das Luxusproblem in der Abwehrzentrale an.

Neben den aktuell einberufenen Kevin Danso, Philipp Lienhart, David Affengruber, Marco Friedl, Max Wöber und Felix Bacher kommen mittelfristig auch noch Spieler wie David Alaba, Samson Baidoo, Leopold Querfeld, Michael Svoboda, Jannik Schuster oder Ifeanyi Ndukwe für diese Position in Frage.

Affengruber durfte gegen den Kosovo sein Startelfdebüt geben und hinterließ einen starken Eindruck. Bacher wird als nächstes dran sein.

Veratschnig "hat nicht gewirkt wie ein Debütant"

Auf der Außenverteidigerposition war es für Nikolas Veratschnig diesmal so weit. "Er hat nicht gewirkt wie ein Debütant. Er hat es richtig gut gemacht", lobt Rangnick den Salzburg-Kapitän.

Es ist allerdings davon auszugehen, dass Konrad Laimer, nachdem er nun wieder fit ist, künftig auf dieser Position zum Einsatz kommen wird. Auch Stefan Posch dürfte die Nase vor Veratschnig haben.

Links durften sich am Sonntag Wöber und Alexander Prass beweisen. Keiner der beiden dürfte auch nur in die Nähe davon kommen, Phillipp Mwene seinen Stammplatz strittig zu machen.

Duo Seiwald-Schlager unumstritten

Im zentral defensiven Mittelfeld sollten Xaver Schlager und Nicolas Seiwald auf längere Sicht gesetzt sein. Die beiden haben als Duo bewiesen, dass sie auch gegen tiefstehende Gegner funktionieren.

In der offensiven Dreierreihe ist das Rennen momentan offener. Romano Schmid scheint als einziger gesetzt zu sein, auch Patrick Wimmer betrieb zuletzt viel Eigenwerbung.

Youngsters zeigen auf

Paul Wanner, der auch auf der Sechs spielen kann und mit zwei Assists ordentlich aufgezeigt hat, und Carney Chukwuemeka machten beide bisher ebenfalls einen guten Eindruck in diesem Lehrgang. Marco Grüll bekam erst eine Halbzeit, um seine starke Form unter Beweis zu stellen, Sascha Horvath und Christoph Lang noch deutlich weniger Zeit.

Vasilije Markovic wird, nun, da er für das ÖFB-Team de facto abgesichert ist, wohl noch etwas auf seinen nächsten A-Team-Auftritt warten müssen.

Spätestens dann, wenn Christoph Baumgartner wieder fit ist, ist der Konkurrenzkampf auf den drei Zehner-Positionen hinter der Spitze groß.

Die Stürmer treffen

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Plötzlich eine echte Option im Sturm: Junior Adamu
Foto: ©GEPA

Im Sturm ist das von Marko Arnautovic hinterlassene Loch etwas kleiner als gedacht. Sowohl Sasa Kalajdzic als auch Junior Adamu sind bis dato als absolute Gewinner dieses Lehrgangs zu bezeichnen und konnten auch schon beide anschreiben.

Michael Gregoritsch verletzte sich leicht gegen Israel, wäre aber grundsätzlich auch in guter Form.

"Wenn wir so als Mannschaft auftreten wie heute..."

Österreich war in der jüngeren Vergangenheit nie von einzelnen Stars abhängig. Noch weniger ist das in Zeiten ohne Alaba, Arnautovic, Sabitzer, Laimer und Baumgartner der Fall.

Die Stärke des ÖFB-Teams lag zuletzt immer im Mannschaftlichen. Das gilt heute so sehr wie selten zuvor.

Österreich könne nicht zwei komplette Kader stellen, wie es Jürgen Klopp in Deutschland tat. "Bei all der Fantasie, die ich habe, weiß ich nicht, ob wir 44 Spieler sinnmachend einladen hätten können", so Rangnick.

Gleichzeitig betont er: "Wir haben vielleicht den ein oder anderen Spieler weniger als andere. Aber wenn wir als Mannschaft auftreten, können wir das nicht nur kompensieren, sondern so spielen wie heute."

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