"Wenn man sieht, wie er das heute gespielt hat, kann man gar nicht glauben, dass er erst 19 ist."
Der 19-jährige Tiroler durfte am Sonntag beim 3:1 im Heimspiel gegen den Kosovo (Spielbericht>>>) sein ÖFB-Debüt geben - und erledigte seine Aufgabe wie gewohnt hochsouverän.
"Das hat mich nicht überrascht, wir wussten, was da für ein großes Talent heranwächst. Wenn man sieht, wie er das heute gespielt hat, kann man gar nicht glauben, dass er erst 19 ist und noch nie in der A-Nationalmannschaft gespielt hat", schwärmt Rangnick danach.
Zawieschitzky spielt Top-Parade herunter
Gegen den Kosovo überzeugte Zawieschitzky damit, gut mit dem Ball am Fuß zu sein; er konnte Drucksituationen aufgrund seiner Beidbeinigkeit immer wieder mit wertvollen hohen Bällen lösen. Außerdem lieferte er kurz nach der Pause eine Top-Fußparade gegen Kosovo-Star Vedat Muriqi.
"Ich habe einfach das gemacht, was man als Tormann verpflichtet ist zu tun", kommentiert der Salzburg-Schlussmann diese Szene trocken.
"Das Gegentor nervt mich"
Als kleiner Wermutstropfen bleibt eine leichtfertig verschenkte Ecke in Halbzeit zwei sowie ein Gegentor nach einem Elfmeter in der Schlussphase, bei dem er sich für die falsche Ecke entschied, übrig.
"Das Gegentor nervt mich, muss ich sagen", hadert Zawieschitzky danach.
Grundsätzlich überwiegt aber natürlich die Freude: "Es war etwas sehr Spezielles, ein bisschen 'Ganslhaut' habe ich schon bekommen."
Kein schüchterner Typ
Der 19-Jährige ist nun der jüngste Mann seit dem legendären Walter Zeman, der 1945 als 18-Jähriger sein Österreich-Debüt gab, der jemals ein ÖFB-Tor hütete; insgesamt waren nur fünf ÖFB-Goalies bis dato jünger als er.
"Seit 81 Jahren der Jüngste?! Fein", staunt Zawieschitzky nach dem Spiel nicht schlecht. Dass er spielen werde, hat er am Samstag von Torwarttrainer Michael Gspurning erfahren. "Ich war sehr überrascht."
Über seine Leistung sagt er: "Mein Spiel war okay, das von der Mannschaft sensationell." Diese habe ihn gut aufgenommen, "aber ich bin auch kein schüchterner Typ. Ich tue mir leicht, mit anderen zu reden."
"Vielleicht habe ich bei der Regelschulung nicht aufgepasst, aber..."
Gar nicht schüchtern zeigte er sich auch bei einer Szene nach dem kosovarischen Anschlusstreffer. "Vielleicht habe ich bei der Regelschulung nicht ganz aufgepasst, aber ich dachte, dass es mein Ball ist, wenn ich ein Tor kriege. Ich habe ihn dann einfach unters Leiberl gesteckt, weil ich gewusst habe, die kommen sicher. Dann kriegen sie ihn nicht so leicht raus", grinst Zawieschitzky schelmisch.
Besagtes Leiberl wird der bodenständige Tiroler natürlich seiner Mama schenken.
Ab zur U21
Auf Länderspieleinsatz Nummer zwei muss Zawieschitzky nun etwas warten. Noch am Montag wird er sich der U21 anschließen und bei den entscheidenden beiden U21-EM-Quali-Spielen gegen Dänemark und Wales zwischen den Pfosten stehen.
Es ist allerdings davon auszugehen, dass man Christian Zawieschitzky am Sonntag nicht zum letzten Mal im Tor des ÖFB-A-Teams gesehen hat.