Ohne Kapitän - kein ÖFB-Problem?

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Bei Jörg Siebenhandl, Moritz Bauer, Kevin Danso, Max Wöber, Deni Alar, Thomas Murg und Marvin Potzmann war es die Qual der Wahl, die ÖFB-Teamchef Franco Foda dazu veranlasste, diese nicht zu nominieren.

Auf Kapitän Julian Baumgartlinger hätte der 52-jährige Deutsche aber mit Sicherheit nicht verzichtet, er wird aufgrund eines Innenbandrisses der unfreiwillig Abwesende bei den Länderspielen gegen Schweden (6.9., Freundschaft, Generali-Arena) bzw. in Bosnien und Herzegowina (11.9., Auftakt Nations League) sein.

Doch Foda meint: "Kein Problem! Das ist halt so, Verletzungen passieren."

Mit Baumgartlinger fehlt "spielerische und menschliche Qualität"

Doch das ist leichter dahergesagt, als der Ausfall Foda tatsächlich schmerzt. Mit Baumgartlinger geht ein absoluter Leistungsträger ab, der nicht umsonst in seinem Kapitänsamt aufblüht und die Mannschaft vorbildhaft führt.

Auch seinem Arbeitgeber Bayer Leverkusen schmerzt die Abwesenheit des defensiven Mittelfeldspielers, die Vereinsführung geht von einer rund zweimonatigen Zwangspause aus. Baumgartlinger entgeht jedoch einer Operation und wird konservativ behandelt - so die Fakten.

Was das Fehlen des Captains tatsächlich für das ÖFB-Team bedeutet, stellt Foda klar:

"Klar, das ist schon ein Ausfall, wenn Julian fehlt. Er hat nicht nur die spielerische Qualität, die uns abhanden kommt, sondern auch die menschliche Qualität, vor allem als Führungsspieler. Er ist ja im Prinzip der verlängerte Arm vom Trainer und hat die Mannschaft toll im Griff."

Ersatz? Andere Spieler müssen Verantwortung übernehmen

Die positive Art ist eine zu begrüßende Eigenschaft beim Kapitän, die Verletzung ließ den Legionär erstmals jedoch auch etwas hadern, wie Foda verrät.

"Ich habe auch nach der Verletzung direkt mit ihm telefoniert. Am Anfang war er etwas niedergeschlagen, aber er ist ein sehr positiver Mensch, er war dann gleich am nächsten Tag auch wieder in der Reha. Ich gehe davon aus, dass er relativ schnell wieder zurückkommen wird. Darauf freuen wir uns."

Ohne Baumgartlinger muss das rot-weiß-rote Mittelfeld neu geordnet werden. Dem Ersatzmann kommt eine verantwortungsvolle Aufgabe zu, doch Foda ist zuversichtlich, dass der Ausfall mit dem vorhandenen Personal zu kompensieren ist.

"Wir haben genug Spieler mit Qualität auch auf dieser Position im zentralen Mittelfeld. Da müssen einfach die Spieler Verantwortung übernehmen und in die Rolle hineinwachsen."

Wer beerbt Baumgartlinger als Kapitän?

Wer diese Rolle bekleiden wird, bleibt abzuwarten. Ebenso interessant ist auch die Frage, wer Baumgartlinger als Kapitän ersetzen und gegen Schweden und Bosnien-Herzegowina die Schleife tragen wird.

Die logischen Varianten wären jene Spieler, die wie Baumgartlinger im Mannschaftsrat sitzen. Das sind Abwehr-Routinier Sebastian Prödl, FC-Bayern-Star David Alaba und West-Ham-Legionär Marko Arnautovic.

Vorerst lässt sich Foda bei dieser Entscheidung aber noch nicht in die Karten blicken: "Ja, ich habe schon meine Vorstellungen, aber ich werde erst mit dem Spielerrat reden, wenn wir uns dann nächste Woche treffen und werde dann auch die Entscheidung den Spielern mitteilen, dann wird es auch die Öffentlichkeit erfahren. Ich habe klare Vorstellungen, wer Julian ersetzen wird."

Prödl, Alaba oder Arnautovic?

Eine Tendenz lässt sich erahnen, auch wenn Foda keinen Co-Kapitän bestimmt hat. Gegen Russland wurde Baumgartlinger vorzeitig ausgewechselt, in der zweiten Spielhälfte trug Watford-Legionär Prödl die Schleife.

Zu diesem Zeitpunkt befand sich jedoch Alaba noch nicht auf dem Platz, er wurde erst in der 58. Minute eingewechselt. Arnautovic spielte, wurde aber in der 83. Minute auch vorzeitig ausgetauscht.

Tatsache ist, dass alle drei hohes Ansehen im Team genießen. Möglicherweise spielt bei Prödl jedoch in puncto Aufstellung eine Rolle, dass er in Watford in dieser Saison noch nicht zum Einsatz gekommen ist. Dann stünden Alaba und Arnautovic bereit - wobei Letzterer im Team mit seinem unbändigen Einsatz zuletzt mehr Eigenwerbung betrieb als sein guter Freund.



Textquelle: © LAOLA1.at

ÖFB-Teamchef Franco Foda lässt Nummer-1-Frage offen

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