ÖFB-Teamchef Foda lässt Nummer-1-Frage offen

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ÖFB-Teamchef Franco Foda wird bei der Kaderbekanntgabe für die Länderspiele gegen Schweden (6.9., Freundschaft, Generali-Arena) bzw. in Bosnien und Herzegowina (11.9., Auftakt Nations League) nicht müde zu betonen, welch Qual der Wahl er hatte.

Der Deutsche verzichtete auf acht Spieler, die im Juni-Lehrgang dabei waren und holte vier Rückkehrer wieder ins Aufgebot. Ein Akteur, der fehlt ist Sturm-Torhüter Jörg Siebenhandl.

Die Frage nach der Nummer 1 geht in die nächste Runde.

Längeres Gespräch mit Jörg Siebenhandl vor Absage

Siebenhandl war im Juni noch unter den Top-2-Torhütern, spielte gegen Deutschland, während Heinz Lindner gegen Russland und Brasilien das ÖFB-Gehäuse hütete.

Der Patzer des Sturm-Keepers, als er bei einem Abschlag Mesut Özil das 0:1 auflegte, blieb in Erinnerung. Auch in der Bundesliga und in der Europa-League-Quali gegen Larnaca wirkte der 28-Jährige bei weitem nicht mehr so sattelfest wie noch in der vergangenen Spielzeit. Dazu fiel er aufgrund einer Muskelverletzung zuletzt für zwei Spiele aus.

"Ich habe gestern mit Jörg Siebenhandl noch ein längeres Gespräch geführt, weil er auch gegen Deutschland gespielt hat", berichtet Foda, der seinem ehemaligen Schützling aus Grazer Zeiten nicht gerne abgesagt hat.

"Das sind unangenehme Momente, aber das gehört zum Geschäft dazu, diese Entscheidungen zu treffen", meint der Teamchef im Bezug auf alle Spieler, denen er einen Korb geben musste.

Eine weitere Schwierigkeit war, dass er sein Aufgebot an Torhütern reduzieren musste. "Ich hatte ja beim letzten Lehrgang vier Torhüter an Bord, diesmal musste ich mich für drei entschieden", gibt der Teamchef zu bedenken.

"Lindner sehr gut, Strebinger überragend, Stankovic souverän"

Es war aber im Endeffekt scheinbar viel mehr eine Entscheidung für jene drei Leistungsträger, die nun im Kader stehen, denn gegen Siebenhandl selbst.

Dies begründet Österreichs Chefbetreuer in Bezug auf dessen Kontrahenten folgendermaßen: "Heinz Lindner hat seine Sache in den letzten Spielen sehr gut gemacht. Es war einfach so, dass Richard Strebinger gerade in den letzten Wochen, wo ich ihn und die anderen oft beobachtet habe, überragend gehalten hat. Cican Stankovic ist jetzt auch in Salzburg fixer Torwart, der sehr souverän gewirkt hat. Insofern war die Entscheidung sehr schwierig, aber ich habe mich für diesen Lehrgang jetzt für diese drei Torhüter entschieden."

Deshalb ist die Tür für Siebenhandl bei weitem nicht zu, nur gegen Schweden und Bosnien-Herzegowina werden andere um die Nummer 1 kämpfen - mit jeweils unterschiedlichen Vorzeichen und Erfahrungen.

Klarer Favorit ist Heinz Lindner, da er die meiste Erfahrung mitbringt, seit seinem Debüt 2012 schon 19 Mal das ÖFB-Tor hütete und der trotz Fehlstart der Grasshoppers Zürich in die Schweizer Super League das Vertrauen unter Thorsten Fink genießt.

Klare Nummer 1 oder Chancen für Neulinge?

Auf der anderen Seite stehen mit Strebinger und Stankovic die Herausforderer. Sowohl der Rapid-Rückhalt als auch sein Salzburg-Pendant wurden im Mai erstmals ins rot-weiß-rote Aufgebot einberufen und durften unter Foda reinschnuppern.

Für beide spricht die aktuelle Form. Rapids Nummer 1 ist in derzeit bestens aufgelegt und rettete den Hütteldorfern mit seinen Paraden bereits einige Punkte bzw. positive Ergebnisse gegen Slovan Bratislava oder FCSB.

Auch Stankovic hat sich als neue Nummer 1 des Meisters nichts zu Schulden kommen lassen und steht als Nachfolger von Alexander Walke für eine neue Zeitrechnung bei den "Bullen".

Ob Foda den Test gegen Schweden nützt, um verschiedenen Torhütern im Hinblick auf den Auftakt in der Nations League gegen Bosnien-Herzegowina eine Chance zu geben oder ob er eine klare Nummer 1 definiert, bleibt abzuwarten.

Bisher gibt sich der Mainzer noch etwas geheimnisvoll: "Im Prinzip muss ich jetzt keine Nummer 1 definieren, sondern im Fußball geht es einfach um Leistung." Diese und ihre Form dürfen alle drei Keeper ab Montag im Teamcamp unter Beweis stellen.

Wer soll gegen Schweden und Bosnien im ÖFB-Tor stehen?

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Textquelle: © LAOLA1.at

Das ist Franco Fodas ÖFB-Kader für Schweden und Bosnien

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