ÖFB: Foda-Verlängerung "in absehbarer Zeit"

ÖFB: Foda-Verlängerung Foto: © GEPA
 

Unabhängig von der Verschiebung der Europameisterschaft auf 2021 steht Teamchef Franco Foda unmittelbar vor einer Vertragsverlängerung.

Zwar halten sich die Protagonisten in dieser Angelegenheit mit öffentlichen Wortmeldungen noch zurück, ÖFB-Präsident Leo Windtner meint jedoch gegenüber der APA: "Wir sind in guten Gesprächen und ich bin überzeugt, dass wir sie in absehbarer Zeit zu einem Abschluss bringen."

Auch Foda selbst zeigte sich abwartend. "Ich habe mir darüber keine Gedanken gemacht und es spielt für mich auch überhaupt keine Rolle, wir haben jetzt andere Probleme zu lösen", erklärte der frühere Sturm-Graz-Meistermacher, der seit November 2017 als Nationaltrainer fungiert.

Das Arbeitspapier des Deutschen ist bis 31. Juli 2020 gültig, und in der aktuellen Situation ist es wohl undenkbar, dass der ÖFB den Kontrakt auslaufen lässt.

Neuer Vertrag bis Ende der WM-Quali?

Foda fixierte mit David Alaba und Co. im vergangenen November den EM-Startplatz. In den Wochen danach wollte sich ÖFB-Präsident Leo Windtner nicht explizit deklarieren, ob der Coach schon vor der Endrunde einen neuen Kontrakt erhält oder zunächst das EURO-Abschneiden abgewartet wird.

Diese Diskussion dürfte sich nun erübrigt haben, denn ein Foda-Abgang am 31. Juli, wenn das österreichische Team möglicherweise noch kein einziges Länderspiel in diesem Jahr absolviert haben wird, wäre nur äußerst schwer zu begründen.

Angesichts des bevorstehenden Programms hätte der ÖFB wohl nur die Option, Foda mit einem Kontrakt bis zum Ende der Qualifikation für die WM 2022 auszustatten. Nach derzeitigem Plan geht es für das Nationalteam im Herbst mit der Nations League weiter, im März 2021 beginnt bereits die WM-Qualifikation, ehe vom 11. Juni bis 11. Juli die EM über die Bühne geht.

Fodas Vertrag nach der EURO und damit mitten in der WM-Quali auslaufen zu lassen, wäre wohl problematisch. Die Gruppenspiele der WM-Ausscheidung sollen im November abgeschlossen sein, was nach den jüngsten Terminrochaden aber nicht in Stein gemeißelt ist.

Auch Foda im Home Office

Die Coronavirus-Pandemie hat auch Foda in den Home-Office-Modus wechseln lassen. Der Deutsche erledigt seine Arbeit bis auf Weiteres daheim in Graz vor dem Computer, außerhalb der eigenen vier Wände gäbe es ohnehin keine neuen Erkenntnisse - da in praktisch ganz Europa der Fußballbetrieb eingestellt ist, fallen Spiel- und Spielerbeobachtungen aus.

Daher beschränken sich Fodas Tätigkeiten derzeit vor allem auf die Begutachtung der kommenden Gegner. "Ich werde weiterhin unsere EM-Gegner analysieren, und wir kennen ja schon unsere Gegner in der Nations League. Also gibt es genug zu tun", sagt der Deutsche der APA.

Im Rahmen der EURO-Gruppenphase geht es nun im Juni 2021 anstatt im Juni 2020 gegen die Niederlande und die Ukraine, der dritte Kontrahent wird erst im Playoff ermittelt. In der Nations League warten im kommenden Herbst Norwegen, Rumänien und Nordirland.

Erstes ÖFB-Spiel 2020 erst im September?

Nachdem die März-Testpartien gegen Wales und die Türkei abgesagt wurden, steigen die nächsten Länderspiele nach derzeitigem Stand am 2. Juni in Wien gegen England und am 7. Juni in Prag gegen Tschechien. Allerdings ist nicht ausgeschlossen, dass auch diese Matches der Pandemie zum Opfer fallen - in diesem Fall würde der erste Auftritt des ÖFB-Teams in diesem Jahr erst am 4. September auswärts gegen Norwegen stattfinden.

Diese lange Pause wäre nicht nach dem Geschmack von Foda. "Klar steht man gern auf dem Platz. Aber ich habe es mir ausgesucht, Nationaltrainer zu werden, da war mir schon im Vorhinein bewusst, dass ich im Jahr nur etwa zehn Spiele habe. Jetzt wird diese Zahl aufgrund der außergewöhnlichen Situation eben noch einmal reduziert."

Fodas Gedanken drehen sich derzeit ohnehin nicht um die geringe Anzahl von Nationalteam-Partien, sondern um die Bewältigung der Coronavirus-Krise. "Ich hoffe, dass ich in naher Zukunft wieder die Gelegenheit habe, meine Spieler zu beobachten. Doch jetzt ist es wichtig, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen und die schwierige Situation gemeinsam meistern."

Foda über EURO 2021: "Der Gesundheit gilt es alles unterzuordnen"

Die EURO-Verschiebung bezeichnete Foda als "alternativlos und absolut richtig. Jetzt über eine EM nachzudenken, wäre grob fahrlässig, wenn man bedenkt, was wir für Probleme haben. Der Gesundheit der Menschen gilt es alles unterzuordnen", betonte der 53-Jährige.

Der Teamchef hält sich an die Vorgaben der Regierung, deren Maßnahmen er ausdrücklich begrüßt. "Sie hat schnell und konsequent in allen Bereichen gehandelt, auch die UEFA hat die richtige Entscheidung getroffen. Es läuft alles in den richtigen Bahnen, daher habe ich absolutes Vertrauen in die Entscheidungsträger."

Foda selbst verspürt aufgrund des Coronavirus nach eigenen Angaben keine Beunruhigung. "Man darf die Situation nicht unterschätzen und muss vorsichtig agieren. Doch generell bin ich ein Mensch, der positiv nach vorne blickt."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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