Konrad Laimer: Warum erst jetzt im Nationalteam?

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Nach diesem ÖFB-Lehrgang drängt sich die eine oder andere Frage auf.

Warum erst jetzt - wo war Konrad Laimer bisher im Nationalteam "versteckt"?

Wer soll - ausgehend von zwei zentralen, defensiven Mittelfeldspielern - Platz machen, wenn Kapitän Julian Baumgartlinger zurückkehrt? Sowohl Xaver Schlager als auch Laimer wussten beim 1:0 gegen Slowenien und 4:1 in Nordmazedonien zu überzeugen.

Beginnen wir mit der zweiten Frage, denn auf diese findet der 22-jährige Laimer selbst eine klare Antwort. Seine Ansage: Baumgartlinger wird spielen!

"Schlussendlich ist er unser Kapitän, und wenn er zurückkommt, wird er sicher auch wieder spielen. Aber es ist und bleibt die Entscheidung des Trainers, wie er aufstellt", erklärt der Leipzig-Legionär.

Ob seine Nationalteam-Karriere noch zu frisch sei, um nach zwei starken Länderspielen Ansprüche zu stellen?

"Was heißt Ansprüche? Natürlich will ich jedes Spiel spielen, keine Frage! Ich glaube, ich habe jetzt zwei Mal einen guten Eindruck hinterlassen. Den Rest kann ich nicht beeinflussen. Aber natürlich würde ich am liebsten jedes Mal auf dem Platz stehen."

Wo war er so lange? "Nicht meine Entscheidung"

Die Frage, wo Laimer im Nationalteam so lange war, ist schwieriger zu beantworten - auch für ihn selbst:

"Im Endeffekt ist es nicht meine Entscheidung, wann ich ran darf. Jetzt war es soweit, und ich wollte der Mannschaft von der ersten bis zur letzten Sekunde helfen."

"Im Endeffekt ist es nicht meine Entscheidung, wann ich ran darf. Jetzt war es soweit, und ich wollte der Mannschaft von der ersten bis zur letzten Sekunde helfen. Ich bin ein Typ, der immer alles reinhaut. Das habe ich in den letzten beiden Spielen versucht, wir haben beide Spiele gewonnen."

Dass der 22-Jährige kicken kann, ist alles nur kein Geheimnis. Noch im Salzburg-Dress wurde er zum Spieler der Saison in der Bundesliga gewählt. Für RB Leipzig bestritt er inzwischen 51 Spiele in der deutschen Bundesliga, dazu kommen zehn Spiele im Hauptbewerb der Europa League und elf Minuten in der Champions League.

Es kann nicht schlecht um das Spieler-Potenzial in Österreich stehen, wenn ein Akteur mit diesem Lebenslauf erst jetzt seine erste A-Team-Chance erhält. Dies wäre noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen.

Karten im Konkurrenzkampf verbessert

Im ÖFB-Kader schien der Salzburger erstmals bereits vor zwei Jahren auf. Letztendlich ist es wohl ein Mix aus U21-Aufgaben beziehungsweise vor allem harten Konkurrenzkampf auf seiner Position, warum es so lange gedauert hat. Oder korrekt gesagt, muss man beim Allrounder von Positionen sprechen, wie Aleksandar Dragovic zum Ausdruck bringt:

"In Leipzig hat er teilweise auch rechter Verteidiger gespielt, dort sind wir mit Stevie Lainer schon sehr gut besetzt. Im Mittelfeld ist es gegen Jules als Kapitän nicht leicht, Florian Grillitsch hat auch immer gute Leistungen gebracht. Aber davor, was er in den letzten beiden Spielen abgeliefert hat, muss man den Hut ziehen."

Vorsichtig formuliert hat Laimer seine Karten im Konkurrenzkampf verbessert. Es ist schon eine Weile her, dass ein Rookie von Beginn seiner Länderspiel-Karriere an einen derart positiven Einfluss auf das ÖFB-Spiel hatte.

Laimer diesmal mehr "Pferdelunge" als Schlager

Schon gegen Slowenien stark, bereitete er in Skopje den 1:1-Ausgleich vor. Das vierte ÖFB-Tor ging mehr oder weniger auf seine Kappe, schließlich erzwang er das Eigentor.

"Ich habe leider schon, nachdem ich den Ball reingespielt habe, gewusst, dass es nicht mein Tor werden wird. Aber ich hoffe, mir wird ein Assist gutgeschrieben, den nehme ich auch", lacht der Blondschopf, "aber das Wichtigste ist ohnehin, dass wir gewonnen und die drei Punkte mitgenommen haben. Die waren extrem wichtig für uns."

Abseits der Torbeteiligungen spulte Laimer wieder Meter um Meter ab und versuchte sich offensiv wie defensiv sinnstiftend einzubringen. Wie viele Kilometer er pro Partie läuft, wisse er nicht: "Aber ich bin ein Typ, der immer gewinnen will und der laufen kann, egal welche Minute es ist und egal wie es steht."

Schlager weiß nach der Partie ganz genau, wer diesmal mehr "Pferdelunge" war: "Eindeutig der Konny! Zweite Halbzeit war es für mich einfacher, weil wir mehr stabilisiert haben, aber er ist links vorne alles rauf und runter gelaufen, und er ist auch noch brutal schnell. Man hat gesehen, wie er im Antritt die Gegenspieler überlaufen hat. Es freut mich einfach für ihn, dass er es so gut macht. Das hilft natürlich der ganzen Mannschaft, wenn er super spielt."

Acht "Red-Bull-Brothers" kein Zufall

Dass Schlager und Laimer ein Fußball-Herz und eine -Seele sind, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben. "Wir wollen beide nur der Manschaft helfen, unseren Job machen, für den wir da sind. Uns freut es natürlich, wenn wir von Anfang an spielen dürfen. Xaver und ich haben schon in der Jugend zusammengespielt, sind der gleiche Jahrgang, wir kennen uns ewig", verdeutlicht Laimer.

"Es war als kleiner Bub immer mein großer Traum, dass ich fürs Nationalteam spiele und Rot-Weiß-Rot vertreten darf. Der ist jetzt in Erfüllung gegangen. Ich habe früher jedes einzelne Spiel des Nationalteams gesehen."

Diesmal waren es sogar acht "Red-Bull-Brothers", die in der Startelf standen, da Stefan Ilsanker als Ersatz für den verletzten David Alaba in selbige rückte. Ob dieser Block an (Ex-)Salzburgern noch Zufall sein könne?

"Was heißt Zufall? Jeder, der gespielt hat, hat bewiesen, dass er zurecht von Anfang an gespielt hat - so wie jeder aufgetreten ist und jeder gemeinsam nach hinten und vorne gearbeitet hat. Da brauchen wir nicht lange darüber reden, ob es der oder der verdient hat, dass er von Anfang an spielt. Dass wir uns alle gut kennen, hilft natürlich auf einer gewissen Ebene, aber schlussendlich müssen wir als Team agieren und das ist uns in beiden Spielen gut gelungen."

Ein großer Traum in Erfüllung gegangen

Man darf gespannt sein, wie Teamchef Franco Foda aufstellen wird, wenn Baumgartlinger und Grillitsch wieder zur Verfügung stehen. "Verstecken" kann man Laimer nach diesen Darbietungen jedenfalls nicht mehr.

Und ja, ein bisschen kam es bisher zu kurz, für den 22-Jährigen hatten die letzten Tage rund um seine Länderspiel-Premiere auch viele Emotionen zu bieten:

"Es war als kleiner Bub immer mein großer Traum, dass ich fürs Nationalteam spiele und Rot-Weiß-Rot vertreten darf. Der ist jetzt in Erfüllung gegangen. Ich habe früher jedes einzelne Spiel des Nationalteams gesehen. Dass es mein Traum war, habe ich glaube ich von der ersten bis zur letzten Sekunde gezeigt. Ich habe alles für diese Mannschaft gegeben, und so wird es immer sein."

Nordmazedonien - Österreich 1:4

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Textquelle: © LAOLA1.at

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