Diesmal ist Valentino Lazaro nicht die "Nummer 24"

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Ganz links in unserem Meldungs-Foto ist Valentino Lazaro Ende Mai 2016 beim Foto-Shooting des ÖFB-Teams für die EURO in Frankreich zu sehen.

Eine nette Erinnerung, angetreten hat er die Reise in die Grande Nation jedoch nie.

Der Grund: Lazaro war damals als Kaderspieler Nummer 24 für das EURO-Aufgebot nominiert. Mit zum Turnier durften nur 23 Spieler, der damalige Salzburg-Kicker wurde im letzten Moment - wie abgesprochen - gestrichen.

Umso mehr würde es dem Inter-Legionär bedeuten, wenn sich sein EM-Traum mit vier Jahren Verspätung erfüllen würde.

"2016 war ich in den Lehrgängen davor verletzt und hätte gar nicht mehr damit gerechnet, dass mich Marcel Koller doch noch mal zum letzten Lehrgang vor dem Turnier mitnimmt. Er hat es trotzdem gemacht, allerdings mit dem Vorbehalt, dass ich raus bin, wenn sich keiner verletzt", erinnert sich Lazaro.

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Mehr Bestätigung als Enttäuschung

"Es war natürlich schade, dass ich noch rausgerutscht bin. Deswegen ist es jetzt für mich auch etwas ganz Besonderes. Ich bin bei dieser Quali von Anfang an dabei, habe jedes Spiel gespielt und auch meinen Teil dazu beitragen können. Jetzt wäre es für mich etwas Großartiges, mit dieser Mannschaft ins Turnier einzuziehen", so Lazaro weiter.

Dass er vor vier Jahren im letzten Moment noch eliminiert wurde, hat der Steirer weniger als Enttäuschung abgespeichert, sondern mehr als Bestätigung, dass Koller langfristig auf ihn setzen würde:

"Ich glaube bis heute noch, dass ich beim Turnier dabei gewesen wäre, wenn ich bei den Lehrgängen davor nicht verletzt gewesen wäre. Aber es war eben nicht so. Mit dem Sommer-Lehrgang vor der EM hatte ich wie gesagt nicht mehr gerechnet. Deswegen habe ich mich persönlich umso mehr gefreut. Da hat die Enttäuschung überwogen, dass ich dann beim Turnier selbst nicht mehr dabei war. Denn es hat mir gezeigt, dass er trotzdem auf mich setzt und mich im Nationalteam der Zukunft sieht. Also habe ich einfach Gas gegeben und wollte bereit sein, falls sich noch jemand verletzt."

Nicht wieder die "Nummer 24"

Koller sollte recht behalten. Im Nationalteam der Gegenwart hat sich Lazaro zu einem absoluten Stammspieler entwickelt. Die Sorge, bei der EURO 2020 wieder nur die "Nummer 24" zu sein, plagt ihn daher nicht wirklich.

"Ich denke, ich kann mir gute Hoffnungen machen, wenn wir uns qualifizieren und ich fit bin, dass ich dann diesmal auch dabei bin."

"Ich denke, ich kann mir gute Hoffnungen machen, wenn wir uns qualifizieren und ich fit bin, dass ich dann diesmal auch dabei bin", grinst der 23-Jährige.

Bei Teamchef Franco Foda war er in diesem Länderspiel-Herbst auch dann unumstritten, als er bei Inter Mailand noch nicht zum Einsatz kam. Bei den letzten Lehrgängen wies Lazaro stets darauf hin, dass bei seinem neuen Arbeitgeber Geduld von Nöten und das Feedback von Trainer Antonio Conte trotz der fehlenden Einsatzzeit positiv sei.

Nun ist Lazaro mit zwei Startelf-Einsätzen in Folge zum ÖFB-Camp nach Bad Tatzmannsdorf gereist. Beim 2:1-Sieg gegen Hellas Verona am vergangenen Wochenende steuerte er zudem seine erste Torvorlage für den Traditionsverein bei.

Trendwende bei Inter

"Es läuft gut zurzeit", freut sich Lazaro, "der Trainer hat mir nach der Rückkehr vom letzten Nationalteam-Lehrgang gesagt, dass ich in der nächsten Periode meine ersten richtigen Einsätze kriegen werde. Ich habe ganz normal weitertrainiert, darauf gewartet und in Bologna meine Chance bekommen. Da ist es sehr gut gegangen, und ich hatte das Gefühl, dass er gesehen hat, dass ich perfekt reinpasse. Er hat mich dann auch in Dortmund reingeworfen, auch dort ist es gut gegangen. Im letzten Spiel habe ich dann wieder von Beginn an gespielt, und ich bin froh, dass ich meinen ersten Scorer-Punkt habe."

Gegen Hellas war es sein erstes Liga-Spiel im Meazza-Stadion: "Es ist etwas Besonderes, in so einem Stadion zu spielen, das erste Mal vor den eigenen Fans. Die Stimmung war unglaublich. Das dann noch mit einem Sieg zu krönen, war perfekt."

Sehnsucht nach dem Titel

Lazaro fühlt sich jedenfalls in seiner Herangehensweise, aufgrund des Reservisten-Daseins in den ersten Wochen nicht gleich die Nerven zu schmeißen, bestätigt:

"Ich war das erste Mal in dieser Situation und bin stolz darauf, dass ich ruhig geblieben bin und auf meine Chance gewartet habe."

"Ich bin zu einem Riesen-Verein gekommen, wir hatten viele Umstellungen und in der Vorbereitung war ich auch noch verletzt. Wir haben dann gut gespielt. Deswegen hat es für den Trainer nicht so viele Gründe zum Wechseln gegeben. Das ist ganz normal. Das muss man einfach ruhig bleiben, weiterarbeiten, auf seine Chance warten und diese dann nützen. Das ist mir gut gelungen. Ich war das erste Mal in dieser Situation und bin stolz darauf, dass ich ruhig geblieben bin und auf meine Chance gewartet habe."

Bis auf das 1:2 im Gipfel mit Juventus sowie einem Remis hat Inter alle Serie-A-Spiele dieser Saison gewonnen. Der Rückstand auf den Serienmeister aus Turin beträgt nur einen Punkt, der Vorsprung auf den Dritten Lazio indes schon deren sieben. Es bahnt sich also ein packendes Duell um den Titel an.

"Es wird spannend", glaubt Lazaro, "zwei Mannschaften haben sich vorne abgesetzt, aber ich denke, wir tun gut daran, auf uns zu schauen, weiter zu arbeiten und wirklich, wie man so schön sagt, von Spiel zu Spiel zu schauen. Wir haben viele Spieler, die noch nicht so viele große Titel gewonnen haben, wollen Gas geben und das Ganze ein bisschen spannend halten."

An der Sehnsucht nach Titeln fehlt es jedenfalls nicht: "Natürlich träume ich persönlich von einem Titel, das wäre etwas ganz Besonderes."

Erst gar keine Zweifel aufkommen lassen

Vorerst steht jedoch im Vordergrund, sich den großen EURO-Traum zu erfüllen. Für die Einsätze im ÖFB-Team bedarf es dabei einer Umstellung im Vergleich zu Inter, wo er im 3-5-2 auf der rechten Seite agiert. Foda indes hat ihn zuletzt stets etwas offensiver am rechten Flügel aufgeboten.

"Es ist ein komplett anderes System, wir spielen es unter Conte auch noch mal ganz anders. Es sind einfach verschiedene Mechanismen, die eigentlich das komplette Gegenteil meiner Aufgaben im Nationalteam sind."

"Es ist ein komplett anderes System, wir spielen es unter Conte auch noch mal ganz anders. Es sind einfach verschiedene Mechanismen, die eigentlich das komplette Gegenteil meiner Aufgaben im Nationalteam sind. Neue Sachen dazuzulernen, macht mich als Spieler noch mal vielfältiger. Ich habe ja schon in der Vergangenheit viele Positionen gespielt. Es freut mich, dass ich noch mal zwei, drei Facetten mehr lernen kann", betont Lazaro.

In dieser Woche gilt es nun wieder in den ÖFB-Modus umzuschalten und sich selbst zu belohnen:

"Jeder weiß, dass wir eine Riesen-Chance haben. Wir spielen auch noch zu Hause in Wien und wollen natürlich den Sack zumachen. Wir wollen drei Punkte holen und erst gar keine Zweifel aufkommen lassen. Das ist das große Ziel. Dann kannst du wirklich sagen, dass du eine sehr besondere Quali hinter dir hast."

Textquelle: © LAOLA1.at

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